Europameisterschaften
EM-Qualifikation Belek: Zwölf Recurver im internen Wettstreit
Zwölf DSB-Recurveschützen, sechs Frauen und sechs Männer, sind aktuell im türkischen Belek, wo sie die interne EM-Qualifikation absolvieren. Das Ziel aller: Die Europameisterschaft in Antalya/TUR (18. bis 24. Mai) und damit in unmittelbarer Nähe des jetzigen Qualifikationsortes.

Am Samstag jubelten Katharina Bauer und Moritz Wieser mit der FSG Tacherting noch über den Gewinn des Bundesligafinals, am Sonntag saßen sie bereits mit den anderen Schützinnen und Schützen im Flieger gen Türkei, denn Bundestrainer Oliver Haidn bittet die besten Recurve-Athleten Deutschlands zur EM-Qualifikation. Und die hat es in sich: „Die Qualifikation läuft über vier Tage, wir haben ein sehr hartes Programm mit den verschiedenen Modi. Wir wollen die Qualifikation schwieriger machen als die EM selbst, denn dann können wir sagen: Wir sind für die EM gerüstet“, so Haidn.
Jeder Athlet wird bei der Qualifikation 360 Wettkampf-Pfeile schießen und sollte diese so konzentriert und gut wie möglich absolvieren, wenn ein EM-Startplatz herausspringen soll. Haidn ist selbst gespannt, wie sich die Frauen und Männer schlagen: „Es wird sehr spannend, insbesondere im Damenbereich mit einer guten Leistungsdichte. Es wird ein intereressanter Fight. Im Männerbereich ist es etwas anders, wir haben drei Nachwuchs-Athleten neben den drei Etablierten. Sowohl Mathias, Moritz als auch Johnny sind in sehr guter Form, von daher wird es interessant werden, wer sich aus dem Nachwuchsbereich für den dritten oder vierten Platz platzieren könnte. Denn über die EM hinaus geht es auch um die Weltcupbesetzung, und da haben die Nachwuchs-Athleten durchaus gute Chancen, dass man sie ins Spiel bringt.“ Eigentlich wäre auch Regina Kellerer (Raubling) dabei gewesen, doch aufgrund einer Verletzung musste sie absagen.
Bleibt die Frage, ob Athleten wie Bauer, Wieser, Charline Schwarz, Elina Idensen, Mathias Kramer, Jonathan Vetter und Lilian Forkert einen Nachteil haben, weil sie allesamt am Bundesligafinale teilnahmen und nun von 18m indoor auf 70m outdoor umschulen müssen. Wieser sagt: „In der Vergangenheit habe ich mich auf die 70m konzentriert, von daher bin ich mir sicher, dass es gut klappen wird, auch wenn es natürlich eine kleine Umstellung ist.“ Und Haidn sieht kein Problem: „Sie müssen schnell regenerieren und sich auf die 70m einstellen. Sie trainieren den Winter durch über 70m, aber dennoch wird es interessant. Ich erwarte gute Wettkämpfe und dann natürlich auch ein sehr starkes Team bei der EM.“ Die Sieger der Qualifikation werden automatisch dem Bundeausschuss Leistungssport für die EM-Teilnahme zur Nominierung vorgeschlagen, der Nominierungsvorschlag über den jeweils zweiten und dritten EM-Starter obliegt dem Trainerstab.

Während die Recurve-Schützen lediglich die eine Qualifikation zur Ermittlung ihres EM-Teams haben, absolvieren die Compounder zwei Qualifikationen. Bundestrainer Holger Hertkorn bittet seine Athleten nach Frankfurt am Main (13./14. März) sowie nach Hanau (27.-29. März).
Die Teilnehmer an der EM-Qualifikation
Frauen: Katharina Bauer (Raubling), Michelle Kroppen, Elisa Tartler (beide Berlin), Charline Schwarz (Feucht), Elina Idensen (Bad Münder), Johanna Klinger (Dachau)
Männer: Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen), Moritz Wieser (Trostberg), Lilian Forkert (Marburg), Knut Jacubzik (Tremsbüttel), Leon Zemella (Tecklenburg)
