Europameisterschaften
EM-Qualifikation Hanau: Deutscher Rekord & Ergebnisse so gut wie nie
Eine überragende Katharina Raab sowie ein hochklassiges Männer-Teilnehmerfeld mit „jungen Wilden“ an der Spitze: So sah Teil zwei der Qualifikation der Compoundschützen für die Europameisterschaft in Antalya/TUR (18. bis 24. Mai) in Hanau aus. Am Ende konstatierte Bundestrainer Holger Hertkorn zufrieden: „Das Niveau ist deutlich besser als noch zur gleichen Zeit im Vorjahr!“

Katharina Raab war die dominierende Sportlerin in Hanau. Am zweiten Tag der Qualifikation in Hanau schoss sie - trotz niedriger einstelliger Temperaturen -mit 707 Ringen einen neuen deutschen Rekord und distanzierte die Konkurrenz über die gesamte Qualifikation gesehen mit 108 (!) Ringen Vorsprung: „Sie hat eindrucksvoll gezeigt, dass aktuell kein Weg an ihr vorbeigeht“, lobte Hertkorn die 27-Jährige, die in allen Qualifikationen durchweg 700 Ringe und mehr schoss. Dementsprechend zufrieden war die Athletin auch selbst: „Die EM-Qualifikation war durch die Kälte und den Regen nicht ganz einfach. Umso mehr freue ich mich darüber, dass es bei mir so gut lief und ich am Sonntag sogar den Rekord schießen konnte. Dieses gute Gefühl möchte ich in die kommenden Wettkämpfe und die EM mitnehmen.“ Dann sind auch voraussichtlich Julia Böhnke und Marie Marquardt dabei, die sich auf die Plätze zwei und drei schossen und zur Nominierung vorgeschlagen wurden.
Während bei den Frauen eher die etablierten Sportlerinnen vorneweggingen, hieß es im Männerfeld „Jugend forsch“: Denn U18-Weltmeister Simon Moritz schoss sich am Ende auf den Platz an der Sonne, gefolgt von Noah Nuber und Paolo Kunsch, der nach Teil eins der Qualifikation noch geführt hatte. Dabei überzeugte aber nicht nur das Führungs-Trio, das folgerichtig zur Nominierung vorgeschlagen wurde, mit guten Leistungen, sondern alle sieben Männer: „Alle Männer schossen in den Qualifikationsrunden mindestens 2x 700+ Ringe, das hatten wir noch nie“, so Hertkorn, der bei den widrigen Bedingungen („Von mehreren Lagen Jacken über Handwärmer bis hin zu Wärmflaschen, kam so ziemlich alles zum Einsatz, was vor allem gegen kalte Finger half.“) vor allem die Jüngsten, Moritz (17 Jahre) und Nuber (18 Jahre), lobte: „Besonders die Junioren haben auf sich aufmerksam gemacht.“ Simon Moritz, der nach seinem Sensations-Coup im vergangenen Jahr bei der Nachwuchs-WM in Winnipeg/CAN, auch Anfang März bei der Hallen-DM in Berlin für Furore sorgte und den Männer-Titel gewann, meinte: „Ich freue mich unglaublich über meinen Sieg bei der EM-Qualifikation. Dieses Wochenende war für mich in vielerlei Hinsicht besonders. Die kalten und schwierigen Wetterbedingungen haben den Wettkampf körperlich sehr anstrengend gemacht. Umso mehr bedeutet es mir, dass ich unter diesen Umständen meine Leistung abrufen konnte. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, und nehme viel Motivation daraus mit. Vor allem freue ich mich sehr auf die kommenden internationalen Einsätze und darauf, weitere Erfahrungen zu sammeln und mich weiterzuentwickeln.“
Hertkorn sieht sich und sein Team auf dem richtigen Weg und ist zuversichtlich: „Wir stellen für die EM ein starkes Team mit einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Sportlern. Die EM ist wichtig, da es dort bereits um Quotenplätze für die European Games im kommenden Jahr geht. Ich freue mich auf die EM und dass das Team eine so gute Entwicklung zeigt.“

Folgende Compounder nahmen an der EM-Qualifikation teil
Frauen: Marie Marquardt (Potsdam), Katharina Raab (Wertach), Julia Böhnke (Sigmaringen), Jennifer Walter (Weil im Schönbuch), Leoni Dorfner (Alsfeld), Sophie Wagner (Sulzfeld), Mara Birkenfeld (Kassel), Franziska Göppel (Wassertrüdingen), Ronja Tabea Ulka (Bargteheide)
Männer: Ruven Flüß (Darmstadt), Paolo Kunsch (Schwaikheim), Yannic Arnold (Kaarst), Henning Lüpkemann (Sigmaringen), Fabio Alex (Hof), Gianluca De Silvio (Weilmünster), Simon Moritz (Oberschneiding), Noah Nuber (Bad Schönborn)
