Europameisterschaften
EM-Qualifikation Bogen: Ein ganz enges „Rennen“
Es war wahrscheinlich so knapp wie noch nie! Die interne EM-Qualifikation der Recurveschützen im türkischen Belek zeigte ein extrem dichtes Teilnehmerfeld bei Frauen und Männern. Am Ende schlug Bundestrainer Oliver Haidn Katharina Bauer (Raubling), Charline Schwarz (Feucht), Elisa Tartler (Berlin), Moritz Wieser (Trostberg), Jonathan Vetter (Deufringen) und Mathias Kramer (Herßum) dem Bundesausschuss Spitzensport zur Nominierung für die EM in Antalya/TUR (18. bis 24. Mai) vor.

„Wie erwartet, haben wir im Damenbereich ein sehr enges Feld bei guter Leistungsstärke gesehen. Wir gehen mit einer starken Mannschaft zur EM. Alles ist möglich. Moritz hat bereits jetzt sehr stabile und hohe Leistungen abrufen können. Bei Jonny und Mathias brauchen wir hierzu noch etwas Zeit und Wettkampfpraxis. Dann sollte aber bei der EM eine Topplatzierung in allen Wettkampfformaten durchaus möglich sein. Die kommenden Wochen werden sehr intensiv und spannend. Ich freue mich bereits jetzt sehr auf die EM in Antalya“, fasste Bundestrainer Oliver Haiden die Qualifikation aus seiner Sicht zusammen.
Insgesamt waren je sechs Frauen und Männer am Start, die in verschiedensten Formaten 360 Pfeile schießen mussten. Bei den Männern zeigte sich Moritz Wieser sehr stabil und setzte mit einer 685 gleich im ersten Programm die beste Marke der Qualifikation. Am Ende hatte der frisch gebackene Bundesligameister der FSG Tacherting 31 Ringe Vorsprung und meinte: „Ich bin wirklich zufrieden mit der Leistung. Unsere Qualifikationen sind immer ein mental sehr beanspruchendes Wettkampfsystem und deshalb freue ich mich umso mehr. Ich bin gespannt auf die nächsten Wochen und freue mich auf die EM.“ Das können auch Vetter und Kramer, der sich mit Knut Jacubczik einen harten Kampf um den dritten EM-Platz lieferte: Jacubszik wies am Ende 3297 Ringe und damit exakt einen mehr als Kramer auf, Letzterer wies bei nahezu identischen Werten im A- (Ringschnitt 72 Pfeile) und B-Programm (gewonnene Matches) die höhere Ringzahl im C-Programm (Kraftwurfarme) auf.
Noch dramatischer verlief der Wettkampf der Frauen: Die ersten Vier lagen am Ende der Qualifikation lediglich sieben Ringe auseinander. Während Katharina Bauer und Charline Schwarz aufgrund ihrer Werte im A-Programm die Plätze eins und zwei einnahmen, ging es zwischen Elisa Tartler und Michelle Kroppen um Nuancen. Da sie im A-Programm nahezu gleichauflagen, griff das B-Programm. Und in diesem hatte Tartler mehr Matches gewonnen als Kroppen und zudem auch die zwei direkten Duelle für sich entscheiden können. Für alle Teilnehmer war es sehr hart und anstrengend, wie auch das Statement von Katharina Bauer zeigt: „Es war eine sehr intensive und nervenaufreibende Woche. Insbesondere bei uns Mädels war es ein ständiges Kopf-an-Kopf- Rennen und dadurch mental sehr herausfordernd. Jeder kleinste Fehler hätte zur „Nicht-Nominierung“ führen können. Das schwebte unterbewusst natürlich immer im Kopf mit und machte es nicht gerade leichter.“
Groß ausruhen und Luft holen, können die Recurver jedoch nicht, denn bereits in der nächsten Woche geht es zum nächsten Lehrgang in die Türkei. Danach folgen der „Vegas Shoot“ (27.-29. März) in der Halle sowie die Weltcup-Stationen in Puebla/MEX (7.-12. April) und Shanghai/CHN (5.-10. Mai), ehe dann in Antalya die EM-Medaillen vergeben werden: „Es stehen nun intensive Wochen an, für die ich einiges aus der Qualifikation mitnehmen kann. Da gilt es jetzt anzusetzen und weiterzumachen - ich freue mich drauf“, spricht Bauer wohl für alle.
Die Teilnehmer an der EM-Qualifikation
Frauen: Katharina Bauer (Raubling), Michelle Kroppen, Elisa Tartler (beide Berlin), Charline Schwarz (Feucht), Elina Idensen (Bad Münder), Johanna Klinger (Dachau)
Männer: Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen), Moritz Wieser (Trostberg), Lilian Forkert (Marburg), Knut Jacubzik (Tremsbüttel), Leon Zemella (Tecklenburg)
