Europameisterschaften

Bogen-EM Antalya: DSB-Recurveteams schießen um drei Medaillen

21.05.2026 17:07

Die deutschen Recurveschützen greifen am Sonntag bei der Bogensport-EM in Antalya/TUR (19. bis 24. Mai) in den Teamentscheidungen zweimal nach dem Titel und einmal nach Bronze: Sowohl das Frauenteam in der Besetzung Katharina Bauer (Raubling), Charline Schwarz (Feucht) und Elisa Tartler (Berlin) sowie das Männerteam mit Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen) und Moritz Wieser (Trostberg) zogen in das Goldfinale ein. Das Mixed-Team Bauer & Wieser schießt um Bronze.

Foto: DSB / Schießen mit den Recurve-Teams um EM-Gold, v.l.: Elisa Tartler, Katharina Bauer, Charline Schwarz, Jonathan Vetter, Moritz Wieser und Mathias Kramer.
Foto: DSB / Schießen mit den Recurve-Teams um EM-Gold, v.l.: Elisa Tartler, Katharina Bauer, Charline Schwarz, Jonathan Vetter, Moritz Wieser und Mathias Kramer.

Recurve: Medaillen und European Games-Quotenplätze sicher
Das Männer-Trio – nach der Qualifikation Fünfter – setzte sich zunächst 6:2 (53-48, 51-52, 52-51, 50-48) gegen Außenseiter Georgien durch, ehe im Viertelfinale Polen mit dem gleichen Satzergebnis bezwungen wurde (51-44, 54-57, 58-54, 57-51). Im Halbfinale gelang schließlich beim 6:2 (54-50, 54-55, 53-51, 54-52) gegen Frankreich, die an Nummer eins gesetzten Silbermedaillengewinner von Paris 2024, ein kleines Husarenstück. Im Finale (Sonntag, 24. Mai um 10.30 Uhr deutscher Zeit) wartet nun Spanien, das sich im zweiten Halbfinale gegen Gastgeber Türkei mit 5:1 behauptete.

Die Frauen hatten bereits im Achtelfinale ihren Aha-Moment: Gegen Außenseiter Estland tat sich das DSB-Trio schwer und musste nach dem 5:5 (48-48, 52-52, 54-57, 54-53) ins Stechen. Dort behielt es mit 27-25 die Oberhand – von da an war die Bremse gelöst. Es folgte ein 6:2 (54-52, 56-56, 55-55, 54-53) gegen Großbritannien, die Nummer zwei aus der Qualifikation, ehe durch einen weiteren starken Auftritt im Halbfinale die drei der Setzliste, die Spanierinnen, ebenfalls mit 6:2 (53-58, 53-51, 53-52, 54-53) besiegt wurden. Überraschender Finalgegner (Sonntag, 24. Mai um 9.30 Uhr deutscher Zeit) ist das Team aus Belarus, das sich im Stechen gegen die Türkei durchsetzte. "Uns allen ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Zum einen, dass wir es mit beiden Mannschaften ins Goldfinale geschafft haben, zum anderen, dass wir uns die Quotenplätze für die European Games gesichert haben. Das ist für uns als Team ein großer Beweis dafür, dass wir vieles richtig gemacht haben und der Lohn für die Arbeit, die wir investiert haben", sprach Bauer allen aus der Seele.

Neben dem Einzug in das Finale bejubelten die deutschen Teams auch die Quotenplätze für die European Games 2027 in Istanbul/TUR. Die ersten fünf Teams der EM sind jeweils mit der Maximalzahl von drei Schützinnen und Schützen dort vertreten, sodass die Chancen auf die ersten Quotenplätze für Los Angeles 2028 maximal sind. In Istanbul gibt es einen olympischen Quotenplatz für das beste Mixed-Team sowie zwei Plätze im Frauen- und Männer-Einzel.

Foto: WAE / Charline Schwarz hat nach Olympia-Bronze 2021, EM-Gold 2022, WM-Gold 2023 und EM-Bronze 2024 die nächste internationale Team-Medaille sicher.
Foto: WAE / Charline Schwarz hat nach Olympia-Bronze 2021, EM-Gold 2022, WM-Gold 2023 und EM-Bronze 2024 die nächste internationale Team-Medaille sicher.

Und auch das Mixed-Duo Bauer & Wieser harmonierte prächtig und zeigte konstant starke Leistungen: Fiel das 6:0 (38-32, 40-35, 35-32) gegen Finnland noch unter die Kategorie „Pflichtaufgabe“, so war das 6:0 (38-37, 38-36, 39-37) gegen die Tschechen mit Marie Horackova, der Einzel-Weltmeisterin von Berlin 2023, ein echtes Ausrufezeichen. Im Halbfinale gegen Gastgeber Türkei mit Super-Star Mete Gazoz mussten sich Bauer & Wieser trotz guter Leistung knapp 3:5 (35-40, 37-34, 37-38, 37-37) geschlagen geben und schießen somit am Sonntag, 24. Mai um 13.00 Uhr um Bronze gegen das spanische Weltmeister-Duo Canales & Temino Mediel. "Wir sind sehr glücklich, dass wir im Bronzematch stehen. Wir haben sehr gut zusammengearbeitet, der Wind war teilweise tricky, aber wir haben gut kommuniziert. Unsere Ergebnisse waren sehr ordentlich. Die Halbfinal-Niederlage war etwas unglücklich", fasste Bauer die Matches an der Seite von Wieser zusammen.

Mit den Erfolgen in den Teamwettbewerben ist bereits vor den Einzel-Entscheidungen klar, dass die deutschen Recurver an ihre großen Erfolge bei den Heim-Europameisterschaften in München 2022 (1x Gold, 2x Silber, 1x Bronze) und Essen 2024 (2x Gold, 1x Bronze) anknüpfen. Dementsprechend zufrieden äußerte sich Bundestrainer Oliver Haidn: „Ein guter Tag für unsere Mannschaft, unseren Verband und ein guter Zeitpunkt, all unseren Fans zu danken, die gerade in den vergangenen Wochen so an uns geglaubt haben.“

Compound: Im Achtelfinale kommt das Aus
Jubel bei den Recurvern, Enttäuschung bei den Compoundern. Denn dort gab es in den drei Teammatches drei Niederlagen. Den Anfang machten Marie Marquardt (Potsdam), Katharina Raab (Wertach) und Julia Böhnke (Sigmaringen), die im Achtelfinale den Britinnen 2016:224 unterlagen. Zwei Sechser- und zwei Siebenerwertungen auf deutscher Seite sorgten für den Unterschied. Bei den Männern Paolo Kunsch (Schwaikheim), Simon Moritz (Oberschneiding) und Noah Nuber (Bad Schönborn) lief es besser, aber nicht gut genug: Gegen die starken Franzosen mussten sie mit 230:234 in die Niederlage einwilligen. Und auch für das Mixed Raab & Moritz war im Achtelfinale Schluss: Gegen das Weltklasse-Geschwisterpaar aus Estland, Lisell und Robin Jaatma, setzte es ein 153:158. „Der heutige Tag war deutlich unter unseren Möglichkeiten. Wir müssen an unserer Sicherheit im Wind und an der mentalen Stärke arbeiten“, meinte Bundestrainer Holger Hertkorn.

Für die deutschen Compounder ist es nun wichtig, im Frauen- und Männer-Einzel einen Athleten in das Viertelfinale zu bekommen, damit diese bei den European Games am Mixed-Wettbewerb teilnehmen und um den einen dort zu vergebenen Quotenplatz für Los Angeles 2028 schießen können.

Das deutsche EM-Team in Antalya
Compound: Marie Marquardt (Potsdam), Katharina Raab (Wertach), Julia Böhnke (Sigmaringen), Paolo Kunsch (Schwaikheim), Simon Moritz (Oberschneiding), Noah Nuber (Bad Schönborn)
Recurve: Katharina Bauer (Raubling), Elisa Tartler (Berlin), Charline Schwarz (Feucht), Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen), Moritz Wieser (Trostberg)
Betreuer: Oliver Haidn, Holger Hertkorn, Antje Hoffmann, Grit Reimann, Reinhard Kisselbach, Dirk Marz, Harald Kruse, Harry Vohs, Thomas Abel, Danja Schmidt

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