Europameisterschaften
Bogen-EM Antalya: Zwei Europameister im Interview
Elisa Tartler (Berlin) und Jonathan Vetter (Deufringen) gewannen am vergangenen Wochenende an der Seite von Katharina Bauer (Raubling) und Charline Schwarz (Feucht) bzw. Mathias Kramer () und Moritz Wieser (Rosenheim) die EM-Titel im Team. Wie sie den Erfolg einstufen, mit welch ungewöhnlicher Brause sie die Sause starteten, verraten sie im Interview.

Herzlichen Glückwunsch zum EM-Titel. Wie habt ihr diesen gefeiert?
Tartler: „Vielen Dank. In Antalya waren wir als gesamtes Team noch essen, und anschließend haben wir den Abend einfach schön ausklingen lassen.
Vetter: „Vielen lieben Dank. Wir haben den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen abgeschlossen und am Strand den Abend ausklingen lassen.“
Es gibt ein schönes Video auf Instagram. Wer kam auf die Idee, die EM-Titel zusammen in der Duschwanne zu feiern?
Tartler: „Die Idee gibt es schon etwas länger. Ein Instagram-Trend, den wir einfach jetzt auch mitmachen wollten. Spaß hat es auf jeden Fall sehr gemacht.“
Vetter: „Die Idee kam von den Mädels. Ich glaube, die Idee stand schon vor dem Sieg - wir mussten nur noch nachziehen… Anfangs habe ich mich noch etwas gewehrt, aber außergewöhnliche Erfolge erfordern außergewöhnliche Erinnerungen!“
Wie bewertet ihr euer Auftreten bei der EM? Zunächst individuell gesehen?
Tartler: „Im Einzelwettbewerb konnte ich meine Leistung leider nicht abrufen. Ich denke, ich konnte mit Hilfe der Trainer aber schnell Schlüsse ziehen und am nächsten Tag im Teamwettbewerb direkt einiges umsetzen.“
Vetter: „Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, wobei ich mit bewusst bin, dass bei meiner aktuellen Form im Einzel einiges mehr drin gewesen wäre.“

Nun zu den Teams: Warum sind Deutschlands Teams so stark? Was macht die Stärke aus? Warum liefert ihr immer ab?
Tartler: „Wir haben viel für die EM gearbeitet. Wir haben im Training unzählige Teamrunden geschossen und uns immer wieder herausgefordert. Stück für Stück haben wir herausgefunden, was für uns gut ist und was wir brauchen. Wir kommunizieren gut innerhalb des Teams und sind immer auf der Suche nach Verbesserung. Gemeinsam mit unseren Trainern und Betreuern haben wir einfach viel Arbeit reingesteckt und nichts unversucht gelassen.“
Vetter: „Ich denke, ein großer Teil liegt daran, dass wir seit einigen Jahren den absoluten Fokus auf das Team legen und dadurch eine Einheit geworden sind, die sich gegenseitig stützt und auffangen kann. Daher kann jeder mit vollem Vertrauen und Unterstützung agieren.“
Ihr habt bereits einige internationale Medaillen gewonnen. Wie ordnet ihr den EM-Titel für euch persönlich ein?
Tartler: „Ein EM-Titel ist natürlich immer etwas ganz Besonderes. Auf dem Treppchen ganz oben zu stehen und die Nationalhymne zu hören und dabei zu denken "Die spielt gerade nur für uns" ist einfach ein besonderes Gefühl. Ich musste mir auch ein paar Tränen aus den Augen wischen, aber das ist es allemal wert gewesen.“
Vetter: „Der Titel gehört schon zu einem der schönsten. Eine Wertigkeit möchte ich dem Ganzen gar nicht geben, da es den einzelnen Wettkämpfen auch gar nicht immer gerecht wird.“
Die EM war der sportliche Höhepunkt in diesem Jahr. Ist es nun schwer, sich für die weitere Saison zu motivieren?
Tartler: „Ein paar Tage Ruhe werden wir uns gönnen, bevor es direkt weiter zum Weltcup geht. Die Europameisterschaft ist so gesehen zwar ein Höhepunkt der aktuellen Saison, jedoch auf dem Weg zu den Olympischen Spielen natürlich nur ein Zwischenstopp. Die Arbeit geht also weiter.“.“
Vetter: „Jeder Wettkampf beginnt bei null. Daher nutzt es nicht, sich auf vergangenen Erfolgen auszuruhen. Somit heißt es, weiter zu arbeiten, und das ist für jeden Athleten Motivation genug.“
In zwei Wochen seid ihr bereits wieder in Antalya, dann zum Weltcup. Da ist doch im Team der Titel oder zumindest eine Medaille sicher, oder?
Tartler: „Das würde ich pauschal nicht so sagen. Es gibt außerhalb von Europa auch viele starke Nationen. Sicher ist eine Medaille also leider nie. Sicher jedoch ist, dass wir als Team insgesamt unser Bestes geben werden und dabei Stück für Stück immer ein kleines bisschen besser und ein kleines bisschen konstanter werden wollen.“
Vetter: „Wie vorher gesagt, jeder Wettkampf beginnt bei null. Natürlich gibt solch ein Sieg Selbstvertrauen. Selbstverständlich wird dadurch aber nichts.“
Das deutsche EM-Team in Antalya
Compound: Marie Marquardt (Potsdam), Katharina Raab (Wertach), Julia Böhnke (Sigmaringen), Paolo Kunsch (Schwaikheim), Simon Moritz (Oberschneiding), Noah Nuber (Bad Schönborn)
Recurve: Katharina Bauer (Raubling), Elisa Tartler (Berlin), Charline Schwarz (Feucht), Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen), Moritz Wieser (Trostberg)
Betreuer: Oliver Haidn, Holger Hertkorn, Antje Hoffmann, Grit Reimann, Reinhard Kisselbach, Dirk Marz, Harald Kruse, Harry Vohs, Thomas Abel, Danja Schmidt
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