Weltmeisterschaften

Bogen-WM Yankton: „Unsere Mannschaft kann in allen Bereichen Medaillen gewinnen!“

21.09.2021 09:30

Der Höhepunkt des Jahres waren zweifellos die Olympischen Spiele in Tokio mit der Bronzemedaille für das Frauen-Team sowie Platz fünf für Florian Unruh. Zwar folgt nun noch die Bogen-WM in Yankton (21. bis 26. September), für Bundestrainer Oliver Haidn ist diese jedoch nicht der Abschluss des Jahres, sondern bereits der erste Wettkampf im Hinblick auf Paris 2024. Was er sonst noch zur WM und zum folgenden Weltcup-Finale sagt, ist dem folgenden Interview zu entnehmen.

Foto: DSB / Alles im Blick! Bundestrainer Oliver Haidn hofft bei der WM auf die Fortsetzung der guten Ergebnisse.
Foto: DSB / Alles im Blick! Bundestrainer Oliver Haidn hofft bei der WM auf die Fortsetzung der guten Ergebnisse.

Was ist bei der WM drin? Was sind deine Erwartungen?
Oliver Haidn: „Yankton ist nicht der Abschluss dieser Saison, das war der letzte Pfeil von Florian Unruh in Tokio. Wir sind schon in der Vorbereitung für Paris 2024 und so sehen wir auch schon diese WM, als ersten Wettkampf auf den Weg nach Paris. Wir haben bei jedem Wettkampf in diesem Jahr gezeigt, dass wir Medaillen holen können. Von daher ist die Zielstellung, dass wir in Yankton mindestens eine Medaille holen sowohl bei der WM als auch beim anschließenden Weltcup-Finale.“

Wir wollen bei der WM und auch beim Weltcup-Finale mindestens eine Medaille holen!

Oliver Haidn zu seinen Erwartungen

Foto: WAE / Oliver Haidn setzt bei der WM u.a. auf die Klasse von Florian Unruh.
Foto: WAE / Oliver Haidn setzt bei der WM u.a. auf die Klasse von Florian Unruh.

Ist die Mannschaftszusammenstellung auch schon bewusst in Richtung Paris gewählt worden?
Oliver Haidn: „Zum Teil zumindest. Die Entscheidungen hängen nicht davon ab, wer in Tokio dabei war. Wir haben eine WM-Qualifikation geschossen, auf der anderen Seite haben wir Partner, wie beispielsweise die Bundespolizei oder die Bundeswehr, und damit verbundene Pflichten. Da müssen wir schauen, dass die Athleten in ihrer Ausbildung weiterkommen, sie zu einem guten Abschluss gelangen und sie Freiräume bekommen, wenn die großen Wettkämpfe wie z.B. die WM 2023 in Berlin oder die Spiele in Paris anstehen.“

Werden auch andere Nationen die WM nicht als Abschluss der Saison, sondern als ersten Wettkampf in Richtung Paris ansehen und demnach aufstellen?
Oliver Haidn: „Das hängt davon ab. Nationen, die in Tokio nicht erfolgreich waren, werden die WM nutzen müssen, um nochmals einen guten Abschluss für diesen Olympia-Zyklus zu haben. Wie wir verfahren sicherlich auch andere Nationen, auch um neue Kandidaten zu testen oder ihnen Erfahrungsmöglichkeiten zu geben.“

Yankton wird sehr hochklassig besetzt sein, sicherlich stärker als der Weltcup in Paris und die Olympischen Spiele!

Oliver Haidn erwartet eine sehr gut besetzte WM in Yankton

In der jüngeren Vergangenheit waren die DSB-Teams sehr erfolgreich. Rechnest du dir da die größten Chancen in Yankton aus?
Oliver Haidn: „Das ist schwierig einzuordnen. Yankton wird sehr hochklassig besetzt sein, sicherlich stärker als der Weltcup in Paris und die Olympischen Spiele, von daher wird es in jeder Disziplin nochmals schwieriger werden, eine Medaille zu holen. Unsere Mannschaft kann in allen Bereichen Medaillen gewinnen, das hängt sicherlich auch davon ab, wie gut wir in den Wettkampf reinkommen.“

Wie sieht es mit der körperlichen und mentalen Verfassung aus?
Oliver Haidn: „Ich erwarte, dass alle motiviert und mit vollen Kräften in die WM gehen. Wir haben eine entsprechende Regeneration eingeräumt, auch wenn die Saison natürlich eine besondere war, auch in Sachen Intensität. Ich habe Verständnis, dass es schwer war, aber die Sportler, die nicht in Tokio dabei waren, hatten Zeit, sich vorzubereiten und Kraft zu tanken. Und Michelle Kroppen und Florian Unruh hatte eine andere Form der Belastung, aber andererseits sind sie mit den Olympischen Spielen und der dortigen Medaille sowie einer Top-Acht-Platzierung gut bedient, sodass sie aus diesem Erfolgserlebnis Kraft schöpfen können. Sie sollen schon zeigen, dass sie zurecht bei der WM sind.“

Ein Satz zu Florian Unruh, der Gold bei der Feldbogen-EM gewonnen hat?
Oliver Haidn: „Nach den Spielen hat er sich ganz speziell auf die Feldbogen-EM vorbereitet. Er ist mit Johannes Maier und dann auch ganz allein durch die Wälder gezogen, um sich mental darauf einzustellen. Dass er ein absoluter Weltklasse-Schütze ist, wissen wir nicht erst seit Olympia, aber, dass er in seiner zweiten Disziplin – in der er ja bereits Team-Weltmeister ist – nun auch Einzel-Gold geholt hat, das zeigt nicht nur seine Klasse, sondern auch seine Entwicklung. Ich freue mich auf die Zukunft mit ihm, weil ich denke, er kann noch viel und noch mehr, als bis jetzt erreichen.“

Was erwartest du dir vom anschließenden Weltcup-Finale mit Michelle Kroppen, Lisa Unruh und Maximilian Weckmüller?
Oliver Haidn: „Beim Weltcup-Finale ist es nicht anders als bei der WM. Die Drei, die dabei sind, sind zu Recht dabei. Die Besten der Welt versammeln sich hier, nur acht Frauen und Männer sind dabei, alle können eine Medaille gewinnen. Es ist die Crème de la crème, jedes Matchgewinn ist ein absoluter Erfolg.“

Das deutsche Team bei der WM in Yankton
Recurve: Michelle Kroppen, Elisa Tartler, Katharina Bauer, Florian Unruh, Maximilian Weckmüller, Felix Wieser
Compound: Carolin Landesfeind, Julia Böhnke, Jennifer Walter, Tim Krippendorf, Florian Grafmans, Sebastian Hamdorf

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