Europameisterschaften
Junioren-EM Burgas: Einzel-Gold für Lina Karsch
Nach Gold und Silber in den Solo-Wettbewerben legten die jungen deutschen Luftpistolen-Schützen bei der Druckluft-Europameisterschaft in Burgas/BUL (3. bis 15. Februar) auch im Einzel-Wettkampf in beeindruckender Manier nach: Lina Karsch (Regensburg) gewann nach einer tollen Vorstellung Gold in der U16.

Bei der EM wird im Einzelwettbewerb „nur“ eine Qualifikation geschossen, d.h. nach 40 Schuss stehen die Platzierungen fest. Zunächst mussten die U16-Mädchen antreten. Lina Karsch, am Vortag im Solo-Wettbewerb Siebte, und Eva Greimel, Vize-Europameisterin am Tag zuvor, gingen um 14.30 Uhr an die Schießlinie. Karsch begann bärenstark und schob sich nach 95, 94 und 98 Ringen mit einem Ring Vorsprung auf die Konkurrenz an die Spitze. „Nach der 98 fängt man schon an zu rechnen. Dann kam irgendwann die Aufregung dazu, und ich war froh, dass die zehn Schuss raus waren“, sagte die 15-Jährige danach. Denn in der vierten Serie lief es - verständlicherweise - nicht mehr so geschmeidig. Zwei Achter unterliefen Karsch, ehe eine Zehn im 40. und letzten Schuss zu insgesamt 378 Ringen und zum EM-Titel führten – mit einem Ring Vorsprung vor einem Trio aus der Ukraine, Polen und Georgien: „Das habe ich überhaupt nicht erwartet! Ich bin ganz locker hierhin gekommen und wollte die Erfahrung mitnehmen. Es fühlt sich unbeschreiblich schön an. Das macht Lust auf Mehr, ich bin sehr dankbar, dass ich hier mitfahren durfte. Ich freue mich auf weitere Jahre, solche Meisterschaften zu schießen. Zu Hause wird erstmal ein bisschen gefeiert, dann wird weitertrainiert, weil meine Karriere ja erst anfängt“, so Karsch, Tochter von Rio-Silbermedaillengewinnerin Monika Karsch. Auch Bundestrainerin Jördis Grabe war begeistert: „Nach gestern heute noch eine Steigerung. Damit war nicht zu rechnen, aber sie hat heute ihre Leistung abgerufen – Wahnsinn. Es ist eine tolle Generation, die da nachkommt.“ Eva Greimel musste sich dieses Mal mit Rang 17 mit einem Ergebnis von 368 Ringen zufriedengeben.
Bei den U18-Jungs zeigte Solo-Europameister Anakin Sarrach drei Serien lang eine bärenstarke Vorstellung: mit 97, 94 und 97 Ringen war er ganz vorne mit dabei, doch eine 89 in der dritten Serie raubte ihm alle Chancen und sorgten für den zehnten Platz. „Mein Plan war es, in die Top Ten zu kommen. Kurzzeitig war die Konzentration und Kraft in der dritten Serie weg, aber dann habe ich mich noch einmal zurückgekämpft und Mühe gegeben.“ Darius Dann (373) und Theodor Findeisen (361) belegten den 19. und 39. Platz. Im Team fehlte dem Trio als Fünfter zwei Ringe auf die Bronzemedaille.
Lucy Wernecke, als „Einzelkämpferin“ bei der weiblichen U18 am Start, zeigte wie bereits im Solo-Wettbewerb (6. Platz) eine beherzte Leistung und brachte 372 Ringe - ein Ring hinter ihrer Bestleistung - auf die Scheibe. Damit belegte sie Platz 15.
Bundestrainerin Jördis Grabe zog ein sehr positives Fazit: „Das war insgesamt ein toller Auftritt von diesen sechs sehr jungen Athleten. Das sind ganz wichtige Erfahrungen, deshalb sind wir ja hier gewesen. Dass es mit dieser Medaillenausbeute ausgeht, war nicht zu erwarten, ist aber natürlich toll.“

Am Samstag tritt die erfolgreiche Pistolenmannschaft mit drei Medaillen und vielen Erfahrungen die Rückreise an, vom 11. bis 14. Februar sind dann sechs Luftgewehr- und sieben Luftpistolen-Athleten bei der U21 am Start.
Die Finals der Wettkämpfe überträgt die europäische Schießsportkonföderation ESC auf ihrem YouTube-Kanal.
Das deutsche Team in Bulgarien
U16 Luftpistole: Eva Greimel (Hofgiebing), Lina Karsch (Regensburg)
U18 Luftpistole: Lucy Wernecke (Dresden), Darius Dann (Neuried), Theodor Findeisen (Illmenau), Anakin Sarrach (Booßen)
U21 Luftgewehr: Benedikt Ascher (Waldkirchen), Luis Eichenseer (Neumarkt), Luca Preisinger (Mähring), Katrin Grabowski (Niedernhausen-Engenhahn), Theresa Schnell (Thalmässing), Hannah Wehren (Freising)
U21 Luftpistole: Lea Hadeler (Wehrbleck), Charlotte Laube (Moosthenning), Aileen Pitschke (Erfurt), Franziska Thürmer (Witzenhausen), Leon Kabisch (Treplin), David Obenaus (Plessa OT Kahla), Lucas Struck (Frankfurt/Oder)
Betreuer: Claudia Kulla, Jördis Grabe, Riner Bauer, Theo Hadrath, Heiko Dörr, Paul Kretschmann, Manuela Mernberger
