Europameisterschaften

KK EM Osijek: Zwei Europameister im Doppel-Interview

11.05.2026 08:56

Gold für Doreen Vennekamp (Ronneburg) mit der Sportpistole, Gold für Oliver Geis (Bad Camberg) mit der Schnellfeuerpistole. Die deutschen Pistolen-Schützen zeigten bei der EM in Osijek/CRO (7. bis 17. Mai) einmal mehr, dass sie zu den weltbesten zählen. Wie das Duo den Erfolg einschätzt und wie es im Jahr weitergeht, verrät es im Doppel-Interview.

Foto: ESC / Sichtlich angefasst war Doreen Vennekamp nach dem Gewinn des EM-Titels in Osijek.
Foto: ESC / Sichtlich angefasst war Doreen Vennekamp nach dem Gewinn des EM-Titels in Osijek.

Ihr seid hochdekorierte Athleten, was bedeutet euch da noch so ein EM-Titel im Einzel?
Geis: „Sehr viel! Ich freue mich riesig, so ein EM-Titel ist ja auch kein Selbstläufer. Gerade bei dem extrem starken Teilnehmerfeld.“
Vennekamp: „Es ist immer etwas Besonderes, bei einer Europameisterschaft eine Medaille zu holen. Der Meistertitel ist natürlich etwas, das für immer bleibt und mir sehr viel bedeutet.“

Ist die Wertigkeit des Titels vielleicht auch deshalb so hoch, weil ihr in der jüngeren Vergangenheit die ein oder andere sportliche Enttäuschung hinnehmen musstet?
Geis: „Auf jeden Fall! Die letzten paar Jahre waren nicht einfach. Ich konnte leider keine großen Einzelmedaillen gewinnen, und es wurde jetzt mal wieder Zeit! Aber dass es gleich eine Goldmedaille bei einer EM wird, hätte ich nicht gedacht.“
Vennekamp: „Absolut. Das Jahr 2025 war hart für mich. Trotzdem dranzubleiben, Prozessen Zeit zu geben und geduldig auf Entwicklungen zu warten, kann sehr an einem zehren. Jetzt gleich so belohnt zu werden, ist schön und lässt das angekratzte Selbstvertrauen wieder wachsen.“

Die Finals waren nicht sehr hochgeschossen, aber ihr habt immer im richtigen Moment geliefert. Stimmt diese Einschätzung und warum war das so?
Geis: „Ja, das stimmt. Ich denke, das war den schwierigen Lichtbedingungen geschuldet. Und ja, es kam immer im richtigen Moment die richtige Antwort.“
Vennekamp: „Die Lichtbedingungen waren wie vor zwei Jahren mehr als schwierig. Es gab deswegen auch Einsprüche und Beschwerden. Bei solch einem Finale bringt einen Coolness und Erfahrungen weiter. Beides haben die deutschen Finalisten mehr als bewiesen. Nicht panisch zu werden, weil keine gewohnt hohen Serien kommen und auf die Technik zu vertrauen. Wenn man die Automatismen übernehmen lässt, was im Finale besonders schwerfällt, weil man alles perfekt machen möchte, werden es auch hohe Serien. Und die brachten einen in diesem Finale sehr voran.“

Foto: ESC / Elf Jahre nach seinem ersten EM-Einzeltitel schoss sich Oliver Geis wieder auf den EM-Thron mit der Schnellfeuerpistole.
Foto: ESC / Elf Jahre nach seinem ersten EM-Einzeltitel schoss sich Oliver Geis wieder auf den EM-Thron mit der Schnellfeuerpistole.

Der EM-Titel ist überragend, der sportliche Höhepunkt in diesem Jahr ist aber die WM. Gibt das einen Schub?
Geis: „Auf jeden Fall gibt das einen Schub fürs Selbstbewusstsein. Jedoch wird es auf der WM deutlich schwieriger. Da muss ich noch ein bisschen etwas draufpacken, damit es zur WM-Finalteilnahme reicht. Aber erst mal die Qualifikation zu schaffen, das wird mit Sicherheit wieder die größte Hürde - die Jungs sind alle wieder gut drauf. Aber zum Glück haben bis dahin noch etwas Zeit.“
Vennekamp: „Mit Vorkampf und Finale bin ich noch nicht zufrieden.  Es gibt noch viel zu tun. Ich bin froh noch viel Zeit bis zur WM zu haben.“

Bis zur WM im November ist es noch weit hin, was steht bis dahin noch an Wettkämpfen an, woran wird gearbeitet?
Geis: „In zwei Wochen habe wir ja unseren Heim-Weltcup in München, danach kommen noch die Weltcups in China und Kairo. Somit habe ich noch Zeit, weiter an mir zuarbeiten und mich zu verbessern.“
Vennekamp: „Hauptsächlich Weltcups und Qualifikationen. Die Technik soll wieder genauer werden, die Wiederholbarkeit von sehr guten Schüssen erhöht und der Kampfgeist weiter angefeuert werden.“

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen! Konntet ihr euern Titel bereits etwas feiern oder wird das nachgeholt?
Geis: „Wir konnten die Medaillen in einer kleinen gemütlichen Runde in Osijek etwas feiern, jedoch waren wir alle von dem anstrengenden Tag gezeichnet. Und nach der EM ist vor dem Weltcup. Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht, das Training wartet und geht Anfang der Woche wie gewohnt weiter.“
Vennekamp: „Das wird zuhause mit allen nachgeholt.“

Das deutsche Team in Osijek
Gewehr: David Koenders (Neubiberg), Max Ohlenburger (Idstein), Maximilian Ulbrich (Wilzhofen), Lisa Grub (Weingarten), Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Benedikt Ascher (Waldkirchen), Florian Beer (Mähring), Moritz Faltinat (Wunstorf), Alexander Karl (Eschede), Anabell Dörsam (Heppenheim), Katrin Grabowski (Niedernhausen-Engenhahn), Xenia Mund (München), Finnja Rentmeister (Voerde)
Pistole: Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Florian Peter (Obertshausen), Fiete Kühn (Stralsund), Phillip Liebrecht (Isernhagen), Arne Schallus (Suhl), Lydia Böhmer (Mönchengladbach), Aileen Pitschke (Erfurt), Franziska Thürmer (Witzenhausen), Lucy Wernecke (Dresden)
Betreuer: Wolfram Waibel, Claudia Verdicchio-Krause, Detlef Glenz, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Marco Hilger, Karsten Hees, Thomas Zerbach, Lars Walker, Helmut Hoffmann, Katja Kutzeck, Lucas Jourdan, Thomas Abel, Marco Kleer, Hanne Aslanidis, Philipp Hasse, Burak Yilmaz

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