Weltmeisterschaften

3D-WM Yankton: Judith Wenzl krönt sich zur Weltmeisterin

05.10.2026 11:00

Bereits im vergangenen Jahr sorgte Judith Wenzl (Haun/Rattenkirchen) für eine Sensation, als die Europameisterin im 3D-Bogenschießen wurde. Nun setzte die 51-jährige Schützin mit dem Traditionellen Bogen noch einen drauf: Wenzl wurde Weltmeisterin im US-amerikanischen Yankton.

Foto: World Archery / Gewann nach dem Europameistertitel 2025, nun auch den Weltmeistertitel 2026: Judith Wenzl.
Foto: World Archery / Gewann nach dem Europameistertitel 2025, nun auch den Weltmeistertitel 2026: Judith Wenzl.

Den WM-Titel verdiente sich Wenzl vollauf: Hielt sie sich in der Qualifikation als Fünfte noch etwas zurück, ließ sie in der Ko-Phase die Pfeile nur so zentral auf die Plastik-Tiere fliegen und dominierte die Gegnerinnen nach Belieben: 109:72 gegen die Französin Anne Sorais Chateaugiron in Runde zwei, 112:92 gegen Aia Palacio Perez/ESP im Viertelfinale und 65:49 im Halbfinale gegen die Tschechin Jarmila Korabecna mit den jeweils höchsten Ringzahlen aller Teilnehmerinnen ebneten ihr den Weg in das Goldfinale. Dort war Lokalmatadorin Julie Jones die Gegnerin, doch auch sie musste beim 60:49 neidlos anerkennen, dass die DSB-Schützin nicht zu schlagen war.
"Ich habe die Woche sehr genossen. Sie war lehrreich, aufregend, spannend, besonders jetzt der letzte Schuss im Finale. Der war - puh - schon ein Ziel, für den Kopf, bei dem man den inneren Schweinehund überwinden muss. Ich bin jetzt total glücklich, dass ich es jetzt wirklich geschafft habe. Das ich die Goldmedaille für Deutschland gewonnen habe. Ich muss das jetzt alles erstmal setzen lassen. Unglaublich! Ich kann das alles noch gar nicht fassen!"

Die anderen deutschen Starter in der Ko-Phase mussten sich dagegen früher als erhofft aus dem Rennen verabschieden: Rüdiger Schäfer verlor nach einem 112:105 in der zweiten Runde gegen Ross Gooding/AUS im Viertelfinale gegen den Russen Vitali Budiak knapp mit 114:116 und belegte den starken fünften Platz. Dabei drehte er zwischenzeitlich einen anfänglichen Zwei-Ringe-Rückstand in eine 55:54-Führung, die kurz danach jedoch wieder passé war. Für Schäfers Ehefrau, Christine, kam das Aus in Runde zwei (9. Platz): Nach einem hervorragenden Start (20:15) gegen die Norwegerin Kristina Ingvaldsen schoss die DSB-Schützin in der Folge zu viele Fünferwertungen, während ihre Gegnerin zweistellig punkten konnte. Damit hieß es am Ende 94:106. Jürgen Gleich (Traditioneller Bogen, 9. Platz) kassierte in Runde zwei eine 104:109-Niederlage gegen den Schweden Johnny Kallenberg. Die Vorentscheidung fiel dabei beim zweiten von insgesamt sechs Zielen, bei dem er sechs Ringe (10-16) auf den Gegner verlor.  

Und auch in den Mixed-Wettbewerben finden die Medaillenentscheidungen ohne deutsche Beteiligung statt: Das Duo Schäfer & Schäfer, nach der Qualifikation aussichtsreich an Position drei, unterlag den an sechs gesetzten Dänen Louise Hauge & Oliver Ochkenholt mit 136:138 im Viertelfinale und belegte Platz sechs. 

Foto: World Archery / Der letzte Pfeil zum Weltmeistertitel.
Foto: World Archery / Der letzte Pfeil zum Weltmeistertitel.

Und auch Wenzl & Gleich konnten ihre hervorragende Ausgangsposition als Zweitplatzierte der Qualifikation nicht zum Vordingen in das Halbfinale nutzen. Beim 114:125 im Viertelfinale gegen das schwedische Duo Helena Osterlund & Johnny Kallenberg fiel die Entscheidung in der zweiten von vier Passen, als dem deutschen Duo zwei Schüsse ohne Wertung (M) unterliefen. Platz fünf war nach der starken Vorstellung in der Qualifikation ein kleiner Trost. 

"Ich kann nur sagen, dass ich mit dem Abschneiden unseres Teams sehr zufrieden bin. Endlich fahren wir konkurrenzfähig zu solchen Meisterschaften, die Platzierungen von Rüdiger Schäfer, Christine Schäfer und Jürgen Gleich belegen den Aufwärtstrend der deutschen 3D Schützen.
Ganz besonders freue ich mich über die Goldmedaille von Judith Wenzl. Das war wirklich der Hammer!
Sie ist jetzt Welt- und Europameisterin, was für ein Erfolg." So fasst Peter Lange, Disziplinverantwortlicher Feldbogen die Weltmeisterschaft 2026 zusammen.

Das deutsche Team in Yankton 
Compound: Leonie Dorfner (Alsfeld-Leusel) 
Blank: Christine Schäfer, Rüdiger Schäfer (beide Tiefenbach), Judith Seibt (Markt Schwaben) 
Traditionell: Jürgen Gleich (Rieden), Ulrich Grätz-Veit (Bodenkirchen), Andreas Seibt (Markt Schwaben), Judith Wenzl (Haun/Rattenkirchen) 
Betreuer: Peter Lange, Elke Grätz-Veit, Martina Gleich

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