Weltcup

Weltcup München: Erster Tag ohne DSB-Finalteilnahme

26.05.2026 16:37

Tag eins des Weltcups in München (26.-30. Mai) ist in den Büchern und sah Sieger aus Korea (Luftpistole Männer) und China (Luftgewehr Männer). Deutsche Athleten verpassten die Finalteilnahme, für das Highlight aus Gastgebersicht sorgte Sportpistolen-Europameisterin Doreen Vennekamp, die nach Teil eins ihrer Disziplin in Führung liegt. Finals werden live gestreamt beim Bayerischen Fernsehen bzw. bei Sporteurope.TV

Foto: DSB / Enttäuscht darüber, nicht die erhoffte Ringzahl und nicht das Luftgewehr-Finale erreicht zu haben: Maximilian Ulbrich.
Foto: DSB / Enttäuscht darüber, nicht die erhoffte Ringzahl und nicht das Luftgewehr-Finale erreicht zu haben: Maximilian Ulbrich.

Luftpistole Männer: DSB-Schützen gehen leer aus
Das hatten sich die deutschen Luftpistolen-Schützen sicherlich anders vorgestellt: Doch Michael Schwald (578, 30. Platz), Robin Walter (575, 44. Platz) und Christian Reitz (575, 47. Platz) scheiterten allesamt an der 580-er Schwelle und damit auch am Finaleingang, der bei beachtlichen 583 Ringen lag. Auch Paul Fröhlich (575, 41. Platz) und Andreas Köppl (570, 72. Platz), die beide als RPO-Athleten (Ranking Points Only) starteten, ließen einige Ringe zu viel liegen. Für Routinier Reitz war das jedoch kein Beinbruch: „Bei 575 ist die Welt nicht untergegangen, aber es ist auch kein Totalausfall. Bei so einem Teilnehmerfeld war klar, dass eine Acht in der Mitte sein muss und an dritter Position eine Null oder Eins auch nicht reichen wird. Ich habe pro Serie einen Ticken zu viel verloren, weil in Summe zu viele kleine Fehler dabei waren.“ Dass er als einer der letzten Schützen noch an der Schießlinie stand, wollte Reitz nicht als Indikator für sein mäßiges Ergebnis ansehen: „Früher hätte man das sicherlich sagen können, dass bei mir dann etwas im Busch ist. Jetzt ist es so, dass es kein schlechter Wettkampf sein muss, aber ein anstrengender, weil man Pausen einlegen oder den einen oder anderen Trockenschuss mehr machen muss. Aber klar ist, es war nicht der einfachste Wettkampf!“
Das Finale ging also ohne deutsche Beteiligung über die Bühne, den ersten Titel in München sicherte sich der Koreaner Suhyeon Hong vor Jason Solari/SUI und dem Taiwanesen Hsiang-Chen Hsieh.

Luftgewehr Männer: DSB-Schützen im „Wohnzimmer“ nicht gut genug
„Ich glaube, dass man beim Luftgewehr 633 Ringe für das Finale benötigt, einen 10,5er Schnitt also“, hatte Weltmeister Maximilian Dallinger vor dem Weltcup gemutmaßt. Und lag damit nicht so schlecht. Der achte und letzte Finalplatz ging mit 632,5 Ringen weg. Doch leider schaffte es weder Dallinger noch ein anderer DSB-Schütze, in ihrem „Wohnzimmer“ bzw. „zweiten Zuhause“, wie Maximilian Ulbrich die Olympiaschießanlage bezeichnet, an diese Ringzahl heranzukommen. Die deutschen Luftgewehrschützen kamen in keinen Flow. Dallinger startete mit drei 104-er Serien, Namenskollege Maximilian Ulbrich tat sich auch schwer, die „dicken Zehner“ wollten zu oft nicht fallen. Und so mussten sich der Weltmeister und Ulbrich, der Olympia-Vierte im Mixed von Paris, mit jeweils 628,8 Ringen und den Rängen 41 und 42 begnügen. Für Ulbrich eine Enttäuschung: „Ich bin schon sehr enttäuscht, weil ich die letzten Male beim Weltcup in München im Einzel immer sehr gut geschossen habe, es aber stets sehr knapp nicht gereicht hat. Dass es gerade in München nicht gereicht hat, wurmt mehr als woanders.“ Eine erste Erklärung hatte der Bayer auch parat: „Ich glaube der Weltcup war für mich etwas zu früh nach dem Kleinkaliber-Schwerpunkt mit der EM.“ Die drei anderen DSB-Männer lagen im ähnlichen Bereich. Max Ohlenburger (29. Platz, RPO) durchbrach knapp die 630-er Schallmauer (630,1), David Koenders (628,6, 44. Platz, RPO) und Daniel Bühlmeyer (627,5, 64. Platz) verfehlten diese. Wobei vor allem Koenders einen sensationellen Start mit Serien von 106,1 und 106,7 Ringen erwischte, dieses Niveau aber nicht halten konnte. Bundestrainer Wolfram Waibel sagte: „Sie haben okay geschossen, aber okay genügt in diesem Teilnehmerfeld nicht. Hervorheben möchte ich aber Max Ohlenburger, der nach einigen Problem zuletzt heute sehr gut geschossen hat. Wir müssen versuchen, das Niveau weiter anzuheben, um gegen die starken Chinesen und Inder zu bestehen. Wir brauchen bei den Männern noch etwas Zeit.“
Und so vermissten die deutschen Fans auch im zweiten Finale dieses Weltcups die deutschen Schützen. Der Sieg - live beim BR übertragen - ging an Changhong Zhang/CHN, Silber an Minki Shin/KOR, Bronze an Victor Lindgren/SWE.

Sportpistole: Vennekamp mit Ausrufezeichen
Sie reiste als frisch gebackene Europameisterin an („Der EM-Titel gibt Aufwind!“) und nahm diesen Schwung nach München mit: Doreen Vennekamp setzte mit 297 Ringen und Platz eins im Präzisionsteil ein echtes Ausrufezeichen. Strahlend fiel sie Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause in die Arme, die anerkennend mit dem Kopf nickte: „Es war einer dieser Tage, an dem die Zehn besonders groß ist. Ich habe es laufenlassen, es war kein Flow, aber es ging in die Richtung“, beschrieb Vennekamp Teil eins des Wettkampfes. Dabei hatte sie bei einigen knappen Zehnern auch das nötige Quäntchen Glück, aber das gehört schließlich in einem Millimeter-Sport auch dazu: „Den Druck nicht zu groß werden zu lassen, dass er dich nicht überrollt, ist die größte Challenge. Und das ist mir gut gelungen, und ich hatte etwas Glück und viel Freude“, so Vennekamp, die ein so hervorragendes Ergebnis länger nicht erzielt hatte: „Es ist schon lange her, dass ich im Wettkampf im Präzisionsteil so hochgeschossen habe, irgendwann in Schweden.“ Zurücklehnen will sie sich aber nicht, im Duell-Teil am morgigen Mittwoch gibt es nur eine Devise, um das Finale klarzumachen: „Ich muss im Duell alles geben und den Fokus halten. Detlef (Glenz, Schnellfeuerpistolen-Bundestrainer, Anm. d. Red.) sagt immer: Nicht verteidigen, nur Angriff!“ Das gilt mit Sicherheit auch für die anderen deutschen Starterinnen. Michelle Skeries (288), Josefine Eder (283), Svenja Berge (281) und Monika Karsch (279, beide RPO).

Foto: DSB / Präsentierte sich in überragender Verfassung und führt nach dem Präzisions-Teil das Sportpistolen-Teilnehmerfeld an: Doreen Vennekamp.
Foto: DSB / Präsentierte sich in überragender Verfassung und führt nach dem Präzisions-Teil das Sportpistolen-Teilnehmerfeld an: Doreen Vennekamp.

KK-Dreistellungskampf Frauen: DSB-Quartett souverän in die Qualifikation
Es war nur das „Vorgeplänkel“, aber bereits in diesem zeigten die weltbesten Schützinnen, wohin die Reise geht: In der Elemination, diese wird stets herangezogen, wenn das Teilnehmerfeld so groß ist, wurden bereits Weltklasseleistungen gezeigt. Auch von den deutschen Frauen, die sich damit allesamt für die Qualifikation einen Startplatz sicherten. Anna Janßen (591), Lisa Grub (590), Nele Stark (584) und Larissa Wegner (587, RPO) sind am morgigen 27. Mai alle dabei, lediglich bei Hanna Steffen-Dix (577, RPO) reichte es nicht.

Erste Eindrücke vom Weltcup und Aussagen zu diesem gibt es in einem Beitrag von München TV zu sehen, die am Eröffnungstag auf der Anlage waren.

Das deutsche Team in München
Gewehr: David Koenders (Neubiberg), Max Ohlenburger (Idstein), Maximilian Ulbrich (Wilzhofen), Maximilian Dallinger (Freising), Daniel Bühlmeyer, Hanna Bühlmeyer (beide Weiltingen), Lisa Grub (Weingarten), Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Hannah Steffen-Dix (Ohlweiler), Larissa Wegner (Mannheim), Lea Ruppel (Herbstein)
Pistole: Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Michelle Skeries (Potsdam), Svenja Berge (Bad Camberg), Susanne Neisinger (Wien), Sarah Tauermann (Grasleben), Andreas Köppl (Lampenricht), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Florian Peter (Obertshausen), Fabian Otto (Heringen), Christian Reitz (Regensburg), Robin Walter (Reichenbach), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Michael Schwald (Lörrach)
Betreuer: Wolfram Waibel, Claudia Verdicchio-Krause, Detlef Glenz, Marco Hilger, Sven Martini, Sandro Schrüfer, Steffen Jabin, Thomas Zerbach, Sandra Reitz, Marco Spangenberg, Hans-Jörg Meyer, Victoria Nolte, Benedikt Schuster, Marco Kleer

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