Deutsche Meisterschaften

DM Sportschießen München: Monika Karsch dreht den Spieß um

24.08.2019 15:56

Das Duell vom Vortag ging am zweiten Tag der Deutschen Meisterschaften im Sportschießen in München-Hochbrück in die zweite und nicht minder spannende Runde. Nach dem Sieg von Josefin Eder aus Frankfurt mit der Luftpistole vor Monika Karsch wollte die Olympiazweite in ihrer Spezialdisziplin Sportpistole am Samstag den Spieß umdrehen – was ihr auch mit einer beeindruckenden Vorstellung gelang.

Foto: Florian Wüst / Monika Karsch - Mit einem Weltklasseresultat von 37 Treffern im Finale zum Sieg!
Foto: Florian Wüst / Monika Karsch - Mit einem Weltklasseresultat von 37 Treffern im Finale zum Sieg!

Die Regensburgerin schaffte mit dem Weltklasseresultat von 37 Treffern im Finale einen glatten Start-Ziel-Sieg. Gleich mit der ersten Fünfer-Serie ging sie in Führung, und als Eder, die auf 34 Treffer kam, im Laufe des Wettkampfes immer stärker aufkam, konterte die 36-Jährige mit all ihrer Erfahrung und ließ nie einen Führungswechsel zu. Selbst durch die längeren Pausen zwischen den Serien aufgrund von Schwierigkeiten der Anlage und einem zwischenzeitlichen Stechen ließ sie sich nicht beeindrucken. „Für solche Dinge bin ich sogar dankbar, denn das passiert international auch immer wieder.“

Für sie könnte dies Mitte September wieder der Fall sein, wenn sie im italienischen Bologna um den Titel der Europameisterin antritt, während auf Eder direkt die nächste anspruchsvolle Aufgabe wartet: Am Morgen nach dem DM-Finale ging es nach Rio zum letzten Saisonweltcup, wo sie möglichst mit der Luftpistole einen Quotenplatz für Deutschland gewinnen möchte. Den dritten Platz sicherte sich Sandra Reitz, ebenfalls im Rio am Start, durch ein 4:3 im Stechen über Carina Wimmer.

Ich bin noch nie so aufgeregt gewesen wie heute in diesem Finale.

Charleen Bänisch, Titelgewinnerin mit dem Luftgewehr

Mit dem Luftgewehr war die Besetzung die größte Überraschung. Denn die aktuellen Nationalkaderschützen glänzten im Finale kollektiv durch Abwesenheit. So war eine Überraschung programmiert, und die gelang Alexander Thomas. Denn der frühere Nationalschütze siegte in einem packenden Zweikampf zum Schluss gegen den Bayern Patrick Müller mit 246,6 gegenüber 246,4 Ringen. „Ich bin nur glücklich. Das war am Ende sogar für mich selbst anstrengend.“ Dem Kevelaerer gelang damit schon der zweite Meistererfolg in diesem Jahr, denn im Februar war er mit seiner SSG in Paderborn Deutscher Bundesligameister geworden.

Foto: Harald Strier / Max Braun gewinnt zum dritten Mal in Folge mit dem Freien Gewehr.
Foto: Harald Strier / Max Braun gewinnt zum dritten Mal in Folge mit dem Freien Gewehr.

Auch bei den Frauen hatte kaum jemand auf diese spätere Siegerin getippt. Charleen Bänisch brauchte einen Moment, um zu begreifen, was ihr gelungen war. Erst als die geschlagenen Konkurrentinnen zum Gratulieren auf sie zukamen, entfaltete sie auch ihr Lächeln. „Ich bin noch nie so aufgeregt gewesen wie heute in diesem Finale“, sagte die erfahrene Bundesligaschützin nach ihrem ersten Titelgewinn. „Aber ich war in guter Form und habe mir fest vorgenommen, mir diese Form nicht durch Aufregung zu versauen.“ Nach einem allseits harten Kampf, in dem die Nationalschützinnen Jaqueline Orth, Lisa Müller und Jolyn Beer auf den Rängen vier, fünf und sechs landeten, gewann Bänisch mit 248,3 und damit exakt zwei Ringen Vorsprung vor Michaela Thöle recht souverän.

Max Braun riss die Faust hoch und jubelte über seinen Hattrick. Zum dritten Mal in Folge hatte er die Juniorenentscheidung mit dem Freien Gewehr gewonnen. Mit 449,3 Ringen verwies er in einem nervenaufreibenden Schlussspurt Maximilian Ulbrich, der vor dem letzten Schuss noch mit fünf Zehnteln geführt hatte, auf Rang zwei. „Dreimal in Folge diesen wichtigen Wettkampf zu gewinnen, das schafft nicht jeder“, meinte der beständigste und beste Gewehrjunior der letzten Jahre. Er gab aber auch zu: „Am Ende hatte ich ein wenig Glück, das braucht man manchmal.“ Gezielt hingegen war er auf den Deutschen Rekord im Vorkampf zugesteuert, den zu knacken er sich vorgenommen hatte. Er schraubte die Bestmarke auf jetzt 1173 Ringe und schwebte damit um zehn Ringe über dem Besten der Konkurrenten.

Selina Zimmermann kam im Finale des Dreistellungskampfes zwar nur langsam in Schwung, am Ende aber war sie sehr zufrieden. „Ich habe immer gehofft, dass es noch reicht“, sagte die Braunschweigerin nach ihrem Titelgewinn. Sie war nur holprig in dieses Finale gekommen, was besonders beim Liegendschießen überraschte, war sie doch vor zwei Jahren in Baku EM-Zweite in dieser Disziplin. Erst im letztlich entscheidenden Stehendschießen lief der Wettkampf reibungslos, so dass sie letztlich knapp und erst mit dem letzten Schuss gewann, einer 10,4 mit insgesamt 448,9 gegenüber einer 9,8 und insgesamt 448,6 von Lara Quickstern aus Paderborn Ringen.

Sophia Kovacic ist Doppelsiegerin von München. Die Württembergerin, die noch nie einem Bundeskader angehört hat, sicherte sich nach dem Titel mit der Luftpistole zum Auftakt den zweiten Erfolg am Samstag mit der Sportpistole. Und das in extrem souveräner Manier. Nach 30 Treffern hatte Kovacic neun Hits mehr auf dem Konto als ihre letzte verbliebene Konkurrentin Eileen Schupper. „Es war wirklich nicht mein Plan, hier zweimal zu gewinnen“, sagte die 20-Jährige glücksstrahlend.

Text: Harald Strier

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