Weltmeisterschaften

Junioren-WM Sportschießen Lima: Bronze für Eduard Baumeister

30.09.2021 20:16

Gleich am ersten Tag der Junioren-WM in Lima/Peru (29. September bis 9. Oktober) gab es die erste deutsche Medaille: Eduard Baumeister gewann mit der Luftpistole nach einem tollem Finale völlig überraschend die Bronzemedaille. In den anderen Wettkämpfen zielten die DSB-Akteure zum Teil haarscharf am Finale vorbei.

Foto: DSB / Überglücklich! Eduard Baumeister und Pistolen-Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause.
Foto: DSB / Überglücklich! Eduard Baumeister und Pistolen-Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause.

Luftpistole: Neben Baumeister glänzt auch Seeger
Baumeister hatte in der Qualifikation starke 574 Ringe geschossen und lag damit auf Platz neun. Da jedoch allein vier Inder unter den ersten Acht platziert waren, jeweils aber nur drei Sportler pro Nation maximal im Finale startberechtigt sind, rutschte er in das Finale nach. Dort zeigte der 17-Jährige in seinem ersten großen internationalen Wettkampf von Beginn an keinen Respekt: Nach der ersten Fünfer-Serie reihte er sich auf Platz fünf ein und lag nach den ersten zehn Finalschüssen auf Position sechs. Anschließend gab es stets lautstarken Jubel der DSB-Fraktion, wenn Baumeister eine hohe Zehnerwertung schoss. Und dies passierte nicht nur einmal. Die Folge: Peu à peu schob sich der Oberstufenschüler weiter nach vorne, ehe er den Bronzerang eroberte. Zwar bot sich ihm auch dort noch die Chance auf „mehr“, doch eine 8,6 im vorletzten Schuss bedeutete Bronze. Überglücklich sagte er danach: "Ich habe einfach nur geschossen und den Moment genossen. Mit dem Anfeuern durch das Team hat es unheimlich viel Spaß gemacht." Und auch Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause war voll des Lobes für ihren Schützling: „Er hatte richtig Lust auf den Wettkampf, er war heiß. Im Wettkampf hat er konzentriert gearbeitet, hat die Technik umgesetzt. Es hat Freude gemacht, ihn zu betreuen. Im Finale war er anfänglich ein bisschen nervös, dann hat er mit einer Souveränität hohe Zehner geschossen. Ich freue mich sehr für ihn, dass er gleich in seinem ersten internationalen Finale eine Medaille gewonnen hat. Er hat es verdient, er hat es sich erarbeitet.“
Auch die übrigen deutschen Luftpistolen-Starter enttäuschten keineswegs: Platz zehn (Vanessa Seeger, 568), zwölf (Jette Sophie Lippert, 567) und 38 (Mia Fuchs, 550) bei den Juniorinnen sowie 25 (Hugo Fries, 565), 30 (David Probst, 563) und 35 (Vincent Weimer, 558) lauteten die Platzierungen und Ergebnisse. Seeger postete auf Facebook: „Meine Wut nach dem letzten Schuss ist schnell verflogen. 10. der Welt. Das Ergebnis habe ich mir tatsächlich erst sehr übelgenommen, bis ich endlich wieder zu Verstand gekommen bin. Ich habe gekämpft und ich habe nicht verloren. Ich konnte meine Leistung heute nicht perfekt abrufen. Ich war nicht mutig genug und das hat mich verdient Ringe gekostet. Trotzdem habe ich heute gezeigt, dass ich mir meinen Platz bei der WM verdient habe. Ich bin stolz und freue mich umso mehr auf die nächsten Tage.“

Ich habe einfach nur geschossen und den Moment genossen!

Eduard Baumeister nach seiner Überraschungs-Bronzemedaille in Lima

Luftgewehr: Zweimal fehlen 0,2 Ringe
Mit dem Luftgewehr lieferten die deutschen Nachwuchsschützen bisweilen hervorragende Ergebnisse, wurden jedoch nicht in Form eines Finalplatzes belohnt: Larissa Weindorf (628,4) und Max Ohlenburger (623,5) schrammten nur um jeweils 0,2 Ringen und einen Platz am Finale vorbei. „Schade, um 0,2 Ringe am Finale vorbei. Es zeigt auch, dass es sehr gute Ergebnisse waren“, so Bundestrainerin Claudia Kulla. Und weiter: „Larissa hat mit 628,4 Ringen ganz phantastisch geschossen, Anna Janßen (627,3 Ringe, Anm. d. Red.) ebenso: Das ist eine Leistung, die sie von ihren Trainingsleistungen nicht erwartet hat, sagte sie mir.“ Nele Stark belegte Platz 17 (624,2) und Lea Ruppel Platz 41 (616,8).
Und zu Ohlenburgers Leistung meinte Kulla: „Max war total happy mit seinem Ergebnis. Er hat seine Aufregung sehr gut in den Griff bekommen und hat ganz sauber durchgeschossen, wie ein Uhrwerk. Er hat seine Strategien angewandt und umgesetzt.“ Zwar lag Ohlenburger im Ranking „nur“ auf Platz elf, doch da sich insgesamt fünf (!) Inder unter die ersten Acht geschossen hatten (Kulla: „Die Inder haben eine absolute Vormachtstellung!“), rückten die an neun und zehn platzierten Sportler nach. Marc Hülsmann kämpfte sich nach zwei schwächeren Serien auf die 620,0 Ringe (Platz 21), das „Küken“ Justus Ott wurde 28. (617,5).

Skeet: Kellinghaus scheitert in letzter Serie
Im Skeetbereich hatte vor allem John Kellinghaus Hoffnung auf die Finalteilnahme: Nach 75 Scheiben belegte er Platz acht mit 69 Treffern und allen Chancen auf das Finale der besten sechs Schützen. Erst recht, als er am zweiten Tag mit einer "Vollen" begann und sich weiter vorschob. Doch er beendete den Wettkampf leider mit seiner schwächsten Serie - nur 18 Treffer, die ihn mit 112 Scheiben auf Rang elf zurückfallen ließen - um zwei Scheiben am Finale vorbei. Bundestrainer Axel Krämer sagte: "Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen - das ist die Devise im Flintenlager. Leider zeigte John Nerven!" Die anderen fünf DSB-Schützen lagen auf folgenden Positionen: 15. Platz Annabella Hettmer (101), 17. Platz Isabel Wassing (101), 22. Platz Emilie Bundan (89), 19. Platz Rene Bundan (103), 21. Platz Tim Krause (100). Krämer: "Es geht im Team weiter - wir sind auf Angriff gepolt!"

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