Weltmeisterschaften

Schießsport-WM Doha: Luftpistolen-Sextett hinter den Erwartungen

05.11.2026 15:28

Nach dem gestrigen Jubeltag bei der Schießsport-Weltmeisterschaft in Doha/Katar (1. bis 14. November), als Florian Peter Gold mit der Schnellfeuerpistole gewann, kehrte am dritten Wettkampftag etwas Ernüchterung im deutschen Lager ein: Weder die Luftpistolen-Frauen noch -Männer ergatterten einen Finalplatz und im Skeet sieht es vor der letzten Serie auch nicht besser aus.

Foto: DSB / Paul Fröhlich hatte sich - wie auch die anderen deutschen Luftpistolen-Schützen - mehr im Einzel-Wettbewerb erhofft.
Foto: DSB / Paul Fröhlich hatte sich - wie auch die anderen deutschen Luftpistolen-Schützen - mehr im Einzel-Wettbewerb erhofft.

Luftpistole: DSB-Sextett landet im breiten Mittelfeld
Paul Fröhlich und Robin Walter hätten eigentlich nach der ersten von sechs Serien ihre Luftpistole wieder einpacken können: Jeweils 93 Ringe schossen sie zum Start und ließen damit bereits wichtige Ringe liegen. Aber natürlich machten sie weiter: Und Fröhlich steigerte sich in der Folge deutlich und ließ Serien von 96 bis 98 Ringen folgen, doch zu mehr als 577 Ringen (Platz 40) reichte es nicht. Noch arger erwischt es Walter, der erst gegen Ende des Wettkampfes zu seiner Normalform fand und mit zwei Mal 98 Ringen ausschoss (44. Platz). Und Christian Reitz musste ebenso kämpfen. Seine im Vorfeld getätigte Aussage, dass er an einem Punkt sei, „an dem ich die 580 Ringe als normal einstufe“, konnte der Routinier nicht halten. Zwar startete er mit vier Zehnern in den Wettkampf, eine Acht im sechsten Schuss brachte ihn aber vom gewünschten Kurs ab. In der Folge kamen zu viele Neuner hinzu, sodass auch er sich mit 577 Ringen (36. Platz) begnügen musste und nur Zuschauer beim Finale (Finaleingang waren 583 Ringe) war: „Schade! Das war zu wenig von uns. Es war von mir technisch kein schlechter Wettkampf, es hat aber leider nicht so funktioniert wie im Training oder beim Weltcup in Kairo. Es haben überall ein paar Prozent gefehlt, die Handruhe war schlechter, das Gefühl im Finger ebenso. Das hat dazu geführt, dass es ein anstrengender Wettkampf war. Ich habe gekämpft, aber die diversen 9,9er nehmen dann nochmals den Schwung raus. Ich gehe dennoch nicht total deprimiert vom Stand, denn das, was wir uns technisch erarbeitet haben, hat in den meisten Fällen gut funktioniert. Und das lässt für die nächste Saison hoffen.“ Im Team belegte das Trio den achten Platz.

Fehlende Geschlossenheit kann man den Luftpistolen-Frauen nicht vorwerfen: Monika Karsch, Josefin Eder und Doreen Vennekamp beendeten allesamt ihren Wettkampf mit 568 Ringen, was zu den Plätzen 48, 50 und 51 reichte. Der letzte Finalplatz ging mit 580 Ringen weg – und war damit am heutigen Tag außer Reichweite für das DSB-Trio, das einfach zu unkonstant über die 60 Schuss agierte. Ein Beispiel dafür lieferte Eder, die schwach begann (93, 91) und sich dann gewaltig steigerte (98, 96, 98): „Ich habe drei Serien wirklich sehr gut abgeliefert, was mir zeigt, dass das Potenzial da ist. Ich kann es nur noch nicht dauerhaft abrufen, beim Weltcup in Kairo war es ähnlich. Deswegen müssen wir gucken, wie komme ich schneller und besser in den Wettkampf und wie kann ich meine Schüsse noch besser kontrollieren. Und da möchte ich sportpsychologisch schauen, wie ich da besser auf den Schussverlauf einwirken kann“, analysierte Eder. Im Team landete das Trio auf Platz elf.

Skeet: Keine Chance auf das Finale
Der WM-Wettkampf hatte für Nadine Messerschmidt mit einer perfekten 25-er Runde begonnen, doch die Sportsoldatin konnte den Schwung nicht mitnehmen und ließ es in der Folge vor allem an Konstanz vermissen. Denn zu einer guten 24 in der dritten Serie kamen auch zwei 21er in den Runden zwei und vier dazu – und das reicht bei diesem Niveau – vor der letzten Runde am morgigen Freitag - nicht zu mehr als Platz 37. Valentina Umhöfer hatte sich ebenfalls mehr erhofft: Doch die EM-Dritte des Vorjahres fand nicht in den Rhythmus und liegt mit 87 Treffern nach vier Durchgängen abgeschlagen auf Platz 51.

Foto: ISSF / Felix Haase liegt vor der letzten Qualifikationsrunde als bester DSB-Skeetmann auf Rang 48.
Foto: ISSF / Felix Haase liegt vor der letzten Qualifikationsrunde als bester DSB-Skeetmann auf Rang 48.

Auch die deutschen Skeet-Männer verabschiedeten sich wohl vorzeitig von einem Finalplatz: Felix Haase (94) agierte mit 23er und 24er Serien am konstantesten aus dem Trio, doch auf diesem Weltklasse-Niveau sind eine, vielleicht zwei Serien, die nicht voll geschossen werden, Pflicht. Leider unterliefen auch Sven Korte (93) und Christopher Honkomp (92) zu viele Fehlschüsse, sodass der Traum vom WM-Finale nur ein Traum bleiben wird.

Das deutsche Team in Doha
Flinte: Felix Haase (Oerlinghausen), Christopher Honkomp (Emstek), Sven Korte (Ibbenbüren), Nadine Messerschmidt (Schmalkalden), Valentina Umhöfer (Saal a.d. Saale), Marius John (Friemar), Andreas Löw (Weihenzell), Pius Rosenecker (Dürrwangen), Nadine Goldbrunner (München), Kathrin Murche (Elsnig), Karla Riehmann (Gotha)
Gewehr: Hanna Bühlmeyer, Daniel Bühlmeyer (beide Weiltingen), Maximilian Dallinger (Freising), Maximilian Ulbrich (Wielenbach), Max Ohlenburger (Idstein), Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Larissa Weindorf (Mannheim), Lisa Grub (Weingarten)
Pistole: Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Christian Reitz (Regensburg), Robin Walter (Reichenbach), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Florian Peter (Obertshausen)
Betreuer: Wolfram Waibel, Claudia Verdicchio-Krause, Detlef Glenz, Katharina Bechtel, Uwe Möller, Steffen Jabin, Carsten Hees, Sandra Reitz, Thomas Zerbach, Frank Dittmer, Frank Günther, Mike Stöcker, Stefan Nolte, Christian Stauske, Victoria Nolte, Michel Gomez-Krämer, Michaela Huck, Annika Giese, Alexander Bund

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