Weltcup

Weltcup Rio de Janeiro: Anna Janßen gewinnt Luftgewehr-Gold

12.04.2022 09:08

Historischer Sieg für Anna Janßen: Die 20-jährige DSB-Kaderschützin (SSG Kevelaer) zog beim Weltcup in Rio de Janeiro/BRA erstmals in ein Weltcupfinale ein und gewann nach einer phantastischen Leistung auf Anhieb die Goldmedaille. „Dass ich nun die Goldmedaille habe, ist einfach nur ein Traum“, kommentierte sie ihren Triumph.

Foto: Dallinger / Anna Janßen jubelt über ihren ersten Weltcupsieg vor der Französin Oceanne Muller (links) und der Rumänin Laura-Georgeta Ilie.
Foto: Dallinger / Anna Janßen jubelt über ihren ersten Weltcupsieg vor der Französin Oceanne Muller (links) und der Rumänin Laura-Georgeta Ilie.

Im Goldfinale traf sie auf die erst 19-jährige französische Europameisterin von 2021, Oceanne Muller. In diesem zeigte Janßen vom ersten Schuss an  keinerlei Nervosität und lag nach drei hohen Wertungen früh mit 6:0 in Führung (Schuss für Schuss gibt es eine 2:0-Wertung). Der französische Trainer nahm beim 8:2 eine Auszeit, um Janßen aus dem Rhythmus zu bringen und seiner jungen Athletin Mut zu machen, doch spätestens nach einer 10,9 von Janßen zum 10:4 war die Schützin aus Kevelaer nicht mehr aufzuhalten. Hochkonzentriert und angefeuert von ihren Teamkollegen auf der Tribüne gewann sie beim Stand von 11:7 die nächsten drei Wertungen und reckte die Faust nach einem deutlichen 17:7 im Finale. „Ich bin unfassbar glücklich, dass es so lief, dass ist es so abspulen konnte, wie ich es wollte und mich unter Kontrolle hatte. Dass ich nun die Goldmedaille habe, ist einfach nur ein Traum.“

Mit dieser Nummer ist ihr bei den Erwachsenen der große Durchbruch gelungen!

Bundestrainer Claus-Dieter Roth zum Auftritt von Anna Janßen in Rio de Janeiro

Foto: Dallinger / Frau gegen Frau im Goldfinale in Rio mit dem besseren Ende für Anna Janßen.
Foto: Dallinger / Frau gegen Frau im Goldfinale in Rio mit dem besseren Ende für Anna Janßen.

Ein Traum war auch der Wettkampf der besten acht Schützinnen: Wie auch im Goldfinale schoss Janßen wie im Rausch: Keine Neunerwertung in den fünf Fünfer-Serien, die sie mit einer hohen Konstanz von 52,1 bis 52,9 auf die Scheibe brachte und mit einer Gesamtringzahl von 262,6 Ringen als Beste in das Goldfinale einzog: „Was sie im Finale fabriziert hat, das war absolut klasse. Einen 10,5er Schnitt, und auch im Goldfinale einfach stark. Mit dieser Nummer ist ihr bei den Erwachsenen der große Durchbruch gelungen“, war Bundestrainer Claus-Dieter Roth voll des Lobes. Janßen selber ordnete den ersten Weltcup-Medaillengewinn einer deutschen Luftgewehrschützin seit sechs Jahren – damals holte Selina Gschwandtner Bronze in Rio – folgendermaßen ein: „Ich bin richtig zufrieden, das ist meine erste Medaille bei den Erwachsenen und mein erstes Luftgewehr-Finale überhaupt. Und dann eine Goldmedaille, da kann man sehr zufrieden sein.“ Zumal die Bedingungen alles andere als einfach waren, wie Janßen betonte: „Es ist anstrengend mit dem Wetter, hier klarzukommen. In der Finalhalle ist es unfassbar heiß als Schütze, generell ist es sehr unangenehm auf Grund der Temperatur und der hohen Luftfeuchtigkeit.“

Es war ein hartes Stück Arbeit für mich!

Anna Janßen zur Qualifikation und den Bedingungen in Rio de Janeiro

Dass Janßen im Finale stand, war so klar aber nicht. Denn in der Qualifikation musste sie längere Zeit zittern, ehe feststand, dass sie als Achte mit 626,5 Ringen dabei war: „Ich bin unfassbar zufrieden, dass ich im Finale stehen durfte. Es war ein hartes Stück Arbeit für mich.“ Am Ende lag sie ein Zehntel vor fünf anderen Schützinnen auf dem letzten Finalplatz.

Die anderen DSB-Starterinnen kamen nicht in Finalnähe. Lisa Müller (28. Platz, 621,6), Tina Lehrich (30. Platz, 620,3) und Anita Mangold (38. Platz, 617,6) haben alle schon nachgewiesen, deutlich höhere Wertungen zu schießen.

Und auch dem Männertrio Maximilian Dallinger, David Koenders und Max Ohlenburger fehlten einige Ringe, auf die Top acht. Dallinger war mit 623,7 Ringen 18., Koenders belegte Platz 26 (622,7) und Debütant Ohlenburger wurde 36. (612,0). Roth fasste zusammen: „Bei den Männern ist es – wie befürchtet – so gelaufen, dass es schwer wird. David Koenders hat einen sehr guten Wettkampf geschossen mit 597 vollen Ringen, es fehlten ihm aber die dicken Zehner. Bei Maximilian Dallinger war es ein ordentlicher Wettkampf mit einer 8;0, die ihm das Genick gebrochen hat. Max Ohlenburger hat sein Zeug gemacht und gekämpft und wichtige Erfahrung gesammelt.“

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