Europameisterschaften

EM in Osijek: Eine EM mit Höhen und Tiefen

05.06.2021 11:20

Die Schießsport-Europameisterschaft in Osijek ist aus deutscher Gesicht Geschichte. Mit zwei gewonnenen Quotenplätzen durch Carina Wimmer (Luftpistole) und Andreas Löw (Trap) gab es noch die erhoffte Verstärkung für das Olympia-Team in Tokio. Zudem glänzte das (stark reduzierte) DSB-Team mit fünf Medaillen, wovon allein das Pistolenteam vier beisteuerte. Doch nicht alles lief nach Plan, deshalb urteilt DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann: „Eine Europameisterschaft mit Höhen und Tiefen!“

Foto: ESC / Wie aus einem Guss! Monika Karsch, Doreen Vennekamp und Carina Wimmer holten erneut Team-Gold mit der Sportpistole.
Foto: ESC / Wie aus einem Guss! Monika Karsch, Doreen Vennekamp und Carina Wimmer holten erneut Team-Gold mit der Sportpistole.

Pistolen-Schützen ganz stark
„Sehr gut gefallen haben die Pistolenschützen, die zwar ohne Schnellfeuerpistolen-Athleten in Kroatien waren, dennoch mit der Luftpistole und Sportpistole großartige Erfolge feiern konnten. Das lässt hoffen für Tokio“, beginnt Gabelmann mit der positivsten Disziplingruppe. Zunächst gewann Robin Walter Bronze mit der Luftpistole und verfehlte den Quotenplatz für Tokio zum zweiten Mal ganz knapp. Im Luftpistolen-Finale der Frauen schlug dann Wimmer zu: Die 25-Jährige ergatterte sich zunächst den Quotenplatz und schoss sich beflügelt davon sensationell zum EM-Titel. Und im Sportpistolen-Bereich war wieder einmal Verlass auf die deutschen Starterinnen: Monika Karsch verfehlte den Titel-Hattrick im Einzel ganz knapp und freute sich über Silber, im Team gelang Karsch, Doreen Vennekamp und Wimmer exakt dieses Kunststück. Nach 2017 und 2019 kam erneut das beste europäische Team aus Deutschland.

Wir konnten mit Luft- und Sportpistole großartige Erfolge feiern! Das lässt hoffen für Tokio!

DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann zur Pistolen-Bilanz in Osijek

Foto: ESC / Nach bitterem Ausgang im Einzel jubelten die Skeet-Frauen über Team-Gold (v.l.): Christine Wenzel, Katrin Butterer und Nadine Messerschmidt mit Bundestrainer Axel Krämer.
Foto: ESC / Nach bitterem Ausgang im Einzel jubelten die Skeet-Frauen über Team-Gold (v.l.): Christine Wenzel, Katrin Butterer und Nadine Messerschmidt mit Bundestrainer Axel Krämer.

Alle Gefühlslagen in den Flinten-Disziplinen
In den Flinten-Disziplinen Skeet und Trap gab es unterschiedlichste Gefühlslagen in den Tagen von Osijek: Enttäuschung, Tränen, aber auch Stolz über verpasste Quotenplätze und Medaillen in den Skeet-Einzeldisziplinen mit jeweils vierten Plätzen für Nadine Messerschmidt und Vincent Haaga und Jubel über das Team-Gold für Messerschmidt, Katrin Butterer und Christine Wenzel. Im Trap - im letzten Wettbewerb belegten Katrin Quooß, Kathrin Murche und Sonja Scheibl im Teamwettbewerb den siebten Platz - überzeugte einzig Paul Pigorsch im Einzel, als er das Finale um eine Scheibe verpasste. Dafür jubelte nachher das Team mit Andreas Löw über dessen gewonnenen Quotenplatz über die Weltrangliste. Gabelmann: „Auch im Bereich der Disziplingruppe Flinte bin ich mit den gezeigten Leistungen zufrieden. Hier hat etwas Glück gefehlt. Vor allem im Skeet-Wettbewerb.“

Enttäuschung im Gewehr-Bereich
Medaillen und Quotenplatz bei Pistole und Flinte, die Gewehrschützen gingen dagegen leer aus: Jolyn Beer und Amelie Kleinmanns erreichten nach starker Qualifikation das Finale im KK 3x40-Wettbewerb, konnten dort jedoch nicht in den Kampf um die Medaillen und den einen Quotenplatz eingreifen. Die Männer hatten weder im KK- noch im Luftgewehr-Wettbewerb Finalchancen, deshalb sagt Gabelmann: „Im Bereich Gewehr scheinen vor allem die Männer den Kontakt zur Weltspitze verloren zu haben. Hier gilt es, ein neues Team um Maximilian Dallinger aufzubauen.“

Ich bin mir sicher, dass wir die leistungsstärksten deutschen Schützen in Tokio am Start haben!

DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann zum Tokio-Team

Mit acht Sportschützen nach Tokio
Acht Quotenplätze für Tokio haben die DSB-Sportschützen gewonnen, die sich vorbehaltlich der endgültigen Nominierung folgendermaßen aufteilen: Christian Reitz, Oliver Geis (Schnellfeuerpistole), Monika Karsch, Doreen Vennekamp (Sportpistole), Carina Wimmer (Luftpistole), Jolyn Beer (KK 3x40), Andreas Löw (Trap), 1x Skeet Frauen. Um diesen Platz kämpfen Nadine Messerschmidt, Katrin Butterer, Nele Wißmer und Vanessa Hauff in der zweiten internen Qualifikation am 19./20. Juni in Frankfurt/Oder.

Gabelmann ist optimistisch mit Blick auf Tokio: „Trotz der relativ kleinen Mannschaft mit acht Starterinnen und Startern im ISSF-Bereich bin ich mir sicher, dass wir die leistungsstärksten deutschen Schützen am Start haben; mit anderen Worten: die Spiele können beginnen!“

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