Tradition
75 Jahre Wiedergründung DSB: Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha neuer DSB-Protektor
Der Deutsche Schützenbund hat wieder einen Protektor: Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha übernahm im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Roten Salon auf Schloss Callenberg in Coburg das Protektorat über den Deutschen Schützenbund und trat damit die Nachfolge seines im Vorjahr verstorbenen Vaters Prinz Andreas an.

„Es erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit, das Protektorat in der Tradition meiner Familie fortführen zu dürfen!“, sprach Prinz Hubertus unter dem Applaus der zahlreichen Anwesenden, darunter seine Gattin Prinzessin Kelly. Vor Ort war natürlich das gesamte DSB-Präsidium mit Hans-Heinrich von Schönfels an der Spitze, die Vertreter aller 20 Landesverbände, die Oberbürgermeister Dominik Sauerteig aus Coburg und Knut Kreuch aus Gotha, Bundestagsabgeordneter Dr. Jonas Geißler, Landrat Sebastian Straubel und die Coburger Bürgermeister Hans-Herbert Hartan und Can Aydin.
Es erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit, das Protektorat in der Tradition meiner Familie fortführen zu dürfen!
Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha

Prinz Hubertus ist in der 165-jährigen Geschichte des Deutschen Schützenbundes erst der fünfte Protektor und tritt in die Fußstapfen seines Vaters Prinz Andreas: „Die Übernahme des Protektorats bedeutet für mich persönlich mehr als nur die die Fortführung einer Familientradition. Mich prägen seit vielen Jahren Erfahrungen und Erlebnisse mit dem DSB, über die ich im Vorfeld der heutigen Veranstaltung reflektiert habe. Denn zweifelsohne sollte jede Generation selbst ihren Wirkungskreis definieren, und die Fortführung einer Tradition kann nur dann Beständigkeit und Zukunft haben, wenn sie in der persönlichen Überzeugung der jeweiligen Generation fest verwurzelt ist“, so Prinz Hubertus. Er berichtete von der Verabschiedung der Olympioniken von Schloss Callenberg 2004, von seinem Besuch und der Zusammenkunft mit den deutschen Olympiaschützen in London 2012 oder zuletzt vom Deutschen Schützentag in Schwäbisch Gmünd, als er das Protektorabzeichen im Namen seines verstorbenen Vaters überreichen durfte. „Die Leidenschaft der Athletinnen und Athleten für diesen Sport, die Emotionen der Schützinnen und Schützen, ist und bleibt eine meiner beeindruckendsten Erfahrungen aus vielen wunderbaren Zusammenkünften und ist persönlich für mich der Beweggrund – neben der traditionellen Verbindung meiner Familie – das Protektorat mit großer Freude anzunehmen.“ Für sein Wirken in der Zukunft will er aber auch die Vergangenheit einbeziehen: „Der Deutsche Schützenbund, gegründet von meinem Vorfahren Herzog Ernst II., ist ein Symbol von Tradition und Beständigkeit. Mein Vater hat dieses Amt immer mit Stolz und Würde getragen und sich auf die Zusammentreffen mit dem DSB gefreut. Nun fühle ich mich zutiefst verpflichtet, diese Verantwortung in meiner Familie weitertragen zu dürfen. Lassen sie uns diese Traditionen und Werte gemeinsam in die Zukunft tragen.“
Zuvor hatte DSB-Präsident von Schönfels in seiner Rede „die Protektoratsübernahme als einen der Höhepunkte unseres 75-jährigen Jubiläums der Wiedergründung des Deutschen Schützenbundes“ bezeichnet, um dann auf die Geschichte des Protektorats des Sachsen-Coburg Gotha’schen Hauses, die auf den Gründer des DSB im Jahr 1861, Herzog Ernst II, zurückgeht, einzugehen. „Herzog Ernst II. war die Integrationsfigur, die es brauchte, um die Schützen unter einem Dach zu einigen“, so der Präsident. Nachdem der Zweite Weltkrieg beendet und im Jahr 1951 der Deutsche Schützenbund als einer der letzten Sportverbände im besetzten Deutschland wiedergründen konnten, „nahm kein Geringerer als Bundespräsident Theodor Heuss unseren Verband bei seiner Gründungsproklamation in Köln unter den Schutz der Bundesrepublik Deutschland.“ Nach „Papa Heuss“, wie ihn viele liebevoll nannten, folgte sein Nachfolger Heinrich Lübke als Schirmherr.
Wir tragen Ihnen die Schirmherrschaft über den Deutschen Schützenbund an, denn wir glauben, dass auch Sie für die traditionellen und modernen Werte des Schützenwesens und des Deutschen Schützenbundes stehen.
DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels
Es dauerte bis zum Jahr 1999, als der damalige DSB-Präsident Josef Ambacher und Prinz Andreas die Schirmherrschaft des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha über den DSB erneuerten, um an das Erbe und die Tradition der Gründer von 1861 anzuknüpfen. Prinz Andreas nahm nicht nur an zahlreichen Veranstaltungen teil, sondern eröffnete zum Deutschen Schützentag 2004 in Coburg das Deutsche Schützenmuseum im Westflügel von Schloss Callenberg. „Dies ist ein beliebtes Ausflugsziel für unsere Vereine und andere Interessierte geworden, an dem sich Geschichte und Gegenwart unseres Sports und seiner Traditionen in einzigartiger Weise präsentieren“, so von Schönfels, ehe er sich direkt an Prinz Hubertus wendete: „Heute wollen wir mit Ihnen, lieber Prinz Hubertus, an die von Ihrem Vorfahren begründete und von Ihrem Vater wieder aufgenommene Tradition anknüpfen. Wir tragen Ihnen die Schirmherrschaft über den Deutschen Schützenbund an, denn wir glauben, dass auch Sie für die traditionellen und modernen Werte des Schützenwesens und des Deutschen Schützenbundes stehen. Deshalb bitten wir Sie, unseren Verband in Zukunft als Protektor zu inspirieren und zu begleiten.“
Zum Schluss der feierlichen Zeremonie, die mit den Böllerschützen aus Oberfranken lautstark begonnen hatte, überreichte Christian Kühn, 1. Landesschützenmeister des Bayerischen Sportschützenbundes, DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels eine Schützenscheibe zum 75-jährigen Jubiläum der Wiedergründung.
Das Protektorat des Deutschen Schützenbundes
Das Protektorat soll an das Selbstbewusstsein, den Mut, den Freiheits- und Einheitswillen, Solidarität und Innovationskraft der Schützen und ihres ersten Protektors und Mitgründers des Deutschen Schützenbundes, Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha, erinnern, der seit seiner Jugend enge Kontakte zu den Gothaer und Coburger Schützen pflegte.
Nach Herzog Ernst II. übernahmen die damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss und Heinrich Lübke die Schirmherrschaft über den Deutschen Schützenbund, ehe nach einer längeren Pause Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha 1999 vierter Protektor des DSB wurde und nun von seinem Sohn Prinz Hubertus gefolgt wird.
