Europameisterschaften
H&N Cup München: Weitere Medaillen und ein EM-Nominierungsvorschlag
Auch der zweite Tag beim H&N Cup in München sah sehr gute Leistungen der deutschen Schützen: Paul Fröhlich und Robin Walter gewannen mit der Luftpistole Silber und Bronze, Hanna Bühlmeyer Bronze mit dem Luftgewehr. Pistolen-Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause machte zudem ihren Nominierungsvorschlag für die Druckluft-EM in Eriwan/ARM (26. Februar bis 5. März).

Die Favoriten in der EM-Qualifikation mit der Luftpistole Männer waren eindeutig die Olympia-Teilnehmer von Paris 2024, Christian Reitz und Robin Walter. Aber während Walter eine sehr starke zweite Qualifikation mit 586 Ringen schoss, verfehlte Reitz mit 578 Ringen abermals die 80-er Marke. Und somit auch die EM-Teilnahme, denn sowohl Paul Fröhlich als auch Michael Schwald waren in der Summe beider Wettkämpfe um sieben bzw. sechs Ringe besser. Fröhlich zeigte mit 584 Ringen erneut eine starke Leistung in der Qualifikation und untermauerte diese auch mit einer hervorragenden Präsentation im Finale, in dem er sich nur dem serbischen Mixed-Olympiasieger Damir Mikec geschlagen geben musste: „Das war eines meiner besten Finals, und ich bin sehr glücklich. Ich bin zum H&N Cup gefahren, um einen guten Wettkampf zu schießen und mich von der EM-Qualifikation nicht ablenken zu lassen. Zumal ich im Training nicht in absoluter Top-Form bin und meine Leistung nicht einschätzen konnte. Ich habe mich auf mich fokussiert, wollte ins Finale, wollte eine Medaille. Ich habe alles erreicht, was ich wollte. Gestern war ich zufrieden, heute habe ich noch einen draufsetzen können.“ Schwald, der am Vortag Platz zwei belegt hatte, blickt dem ersten internationalen Saison-Höhepunkt, der EM in Jeriwan optimistisch entgegen: „Das war eine sehr gute Generalprobe für die EM. Mit dem EM-Team haben wir drei Medaillen gewonnen, mega. Ich bin guter Dinge für das Jahr, ich bin so stark wie noch nie.“
Auch die Luftpistolen-Frauen absolvierten in München ihre EM-Qualifikation. Ihnen gelang keine Finalteilnahme, am konstantesten schossen Michelle Skeries (1137 Ringe), Maxi Vogt (1136 Ringe) und Susanne Neisinger (1134 Ringe), die sich gegen Svenja Berge (1130) und Doreen Vennekamp (1128) durchsetzten und so von Verdicchio-Krause zur Nominierung vorgeschlagen wurden. Auf Skeries & Co kommt ein straffes Programm zu: „Das nächste Ziel ist jetzt die EM im Februar. Dann kommen die Weltcups und es folgen die WM-Qualifikation und die WM in Doha in Katar.“
Nach den Luftpistolen-Wettkämpfen folgten die Luftgewehr-Matches, und auch diese brachten Erfreuliches: Hanna Bühlmeyer zog mit 634,1 Ringen nicht nur erneut in das Finale ein, sondern belohnte sich dort nach starker Aufholjagd auch noch mit der Bronzemedaille. Dementsprechend positiv fiel ihr Fazit aus: "Ich bin sehr zufrieden mit meinen Leistungen an beiden Wettkampftagen. Zwei Finalteilnahmen und die Medaille freuen mich natürlich besonders. Das Niveau beim H&N Cup in München war wie jedes Jahr extrem hoch. Umso schöner ist es für mich, dass ich zeigen konnte, dass ich inzwischen auch international angekommen bin. Wettkämpfe sind für mich grundsätzlich körperlich und vor allem mental sehr stressig und kräftezehrend. Nach den guten Ergebnissen zuletzt in Ruse ist aber viel Druck abgefallen, und die Wettkämpfe hier haben sich seit sehr langer Zeit wieder richtig schön angefühlt. Trotzdem merke ich jetzt, dass die Kräfte langsam an ihre Grenzen kommen. Ich bin entsprechend erschöpft und werde mir nun erst einmal eine kleine Pause beziehungsweise eine Phase im Kleinkaliber gönnen." Auch Anna Janßen (631,0 – 14. Platz), Hannah Steffen-Dix (630,4 – 20. Platz) und Lea Ruppel (628,3 – 39. Platz) schossen gut.

Auch die DSB-Gewehrschützen zeigten erneut beachtliche Leistungen: Das Trio Maximilian Dallinger (633,0), Max Ohlenburger (632,9) und Maximilian Ulbrich (632,7) lag ganz eng beieinander und belegte die Plätze acht bis zehn, sodass lediglich Weltmeister Dallinger in das Finale einzog. Und auch Daniel Bühlmeyer (630,1 – 26. Platz) zeigte in diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld eine gute Leistung. David Koenders (628,3) konnte an seine überragende Vorstellung vom Vortag nicht anknüpfen. Im Finale zelebrierten die acht Athleten ihren Sport erneut auf höchstem Niveau, Dallinger belegte den fünften Platz.
