Europameisterschaften
Druckluft-EM Eriwan: Anna Janßen gewinnt erneut Silber
Zweiter Wettkampf, zweite Silbermedaille für Anna Janßen bei der Druckluft-Europameisterschaft in Eriwan/ARM (1.-4. März): Nach Silber im Mixed an der Seite von Maximilian Ulbrich sicherte sich die 24-jährige Luftgewehrschützin auch Silber im Einzel, wobei sie bis zum letzten Schuss auf Goldkurs lag. Ulbrich wiederum erreichte ebenfalls das Finale und belegte dort den sechsten Platz.

Luftgewehr Frauen: Janßen nach Drama zu Silber
Im Mixed-Wettkampf freute sich Anna Janßen sehr über die Silbermedaille, im Einzel war – verständlicherweise – ein bisschen Wehmut dabei: Denn Janßen lag bei 23 der 24 Finalschüsse in Führung, erst mit dem letzten Schuss und bei 0,3 Ringen Vorsprung wurde ihr der EM-Titel von der Norwegerin Pernilla Nor-Woll aus den Händen gerissen. Dazu war eine 10,9 und ein Europarekord mit 253,7 Ringen notwendig. Doch der Reihe nach. Im Finale der besten acht Schützinnen zeigte sich Janßen von Beginn an voll da. Die erste Serie beendete sie mit eindrucksvollen 53,1 Ringen, und auch in der Folge grüßte die beste deutsche Gewehrschützin von der Spitze. Ihren höchsten Vorsprung erarbeitete sie sich nach dem 20. Schuss, als sie 0,7 Ringe zwischen sich und Nor-Woll gelegt hatte. Dass es am Ende dann doch „nur“ zu Silber gereicht hatte, lag vor allem an den außergewöhnlichen letzten Schüssen der Norwegerin, schließlich wies Janßen am Ende mit ihren 253,4 Ringen einen Schnitt von 10,56 Ringen/Finalschuss auf: „Ein paar Stunden später bin ich mit dem zweiten Platz doch sehr zufrieden. Natürlich ist es sehr ärgerlich, dass ich mit dem letzten Schuss die Goldmedaille aus der Hand gegeben habe, aber ich war ja nie weit weg. Und die Norwegerin hat einfach sehr gut geschossen, das Finale war an sich sehr hoch. Deswegen bin ich sehr zufrieden mit dem Finale und dem zweiten Platz. Noch zufriedener bin ich mit dem Vorkampf, der wirklich sehr gut war. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Hätte man mir das vor der EM jemand gesagt, hätte ich das sofort mitgenommen.“
Bereits in der Qualifikation hatte Janßen ihre Klasse demonstriert: Mit sehr starken 634,7 Ringen und Platz zwei zog sie in das Finale ein. Hanna Bühlmeyer auf Rang 17 (630,9) und Hannah Steffen-Dix auf Platz 36 (628,6) schossen wahrlich nicht schlecht, doch es reichte in diesem hochklassig schießenden Feld letztlich nicht zum Finale. Bühlmeyer verfehlte den Finaleingang um exakt 1,0 Ringe, und im Team verpasste das Trio als Vierter ebenfalls um exakt 1,0 Ringe die Bronzemedaille.
Luftgewehr Männer: Ulbrich hadert mit erster Finalserie
Im Finale trat Maximilian Ulbrich gegen zwei Norweger und je einen Italiener, Schweden, Rumänen, Ungarn und Kroaten an. Die Namen der Finalisten waren allesamt wohlbekannt, allein Danilo Sollazzo/ITA, Victor Lindgren/SWE, Istvan Peni/HUN und Peter Sidi/ROU schossen in dieser Saison in der Bundesliga. Anders als Janßen kam der DSB-Schütze nur sehr schwer in das Finale: Zwar schoss er Zehnerwertungen, aber die ersten vier Schuss waren allesamt nur niedrige Zehner, sodass er sich nach der ersten Fünferserie auf Rang acht wiederfand (51,4). Somit musste er eine Aufholjagd starten, um nicht frühzeitig ins Hintertreffen zu geraten und auszuscheiden. Und das gelang: Nach der zweiten Fünferserie hatte er sich auf Position sechs hochgearbeitet, dennoch war er natürlich in großer Gefahr, bei den Einzelschüssen auszuscheiden. Ulbrich kämpfte, Ulbrich schoss nun so, wie er es sich von Beginn an vorgestellt hatte und stabilisierte sich und sein Ranking. Doch nach Schuss 16 war Schluss für ihn, nach Silber im Mixed reichte es dieses Mal für Platz sechs.

In der Qualifikation hatte Ulbrich unter den 77 Startern von Beginn an Kurs auf das Finale genommen und es am Ende souverän erreicht: Seine 634,3 Ringe wurden nur vom Italiener Danilo Sollazzo übertroffen. Weltmeister Maximilian Dallinger verfehlte das Finale um 0,5 Ringe. Seine erste und letzte Serie (104,3 & 104,6) waren letztlich zu wenig – das Ergebnis von 631,6 Ringen bedeutete Platz zwölf. Mehr hatte sich dagegen mit Sicherheit Max Ohlenburger versprochen, der nach seiner starken EM-Qualifikation mit 626,9 Ringen auf den 46. Platz kam. Im Teamwettbewerb schrammte das DSB-Trio so knapp wie nur möglich an Edelmetall vorbei: In Summe brachten es Ulbrich, Dallinger und Ohlenburger auf 1892,8 Ringe und lagen somit 0,1 Ringe hinter den drittplatzierten Kroaten.
Luftpistole Mixed: DSB-Duos chancenlos
Ohne jegliche Chance auf das Erreichen der Medaillenmatches waren die beiden DSB-Duos im Wettbewerb Luftpistole Mixed: Maxi Vogt & Paul Fröhlich wurden mit 569 Ringen 17., Michelle Skeries & Robin Walter belegten Rang 30 (562). Das war sicherlich nicht das, was sich Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause vorgestellt hatte, zumal der Finaleingang bei 575 Ringen lag und somit bei einer guten Vorstellung durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wären.
Laufende Scheibe: DSB-Duos chancenlos im Mixed
Die Duos Julian Gebauer & Nicola Müller-Faßbender sowie Daniela Vogelbacher & Kris Großheim gingen für den DSB in den Mixed-Wettbewerb Laufende Scheibe. Doch die Teams kamen in keinen Rhythmus und schossen nicht konstant hohe Wertungen. Lediglich in der zweiten von vier Serien zeigten Gebauer & Müller-Faßbender, was möglich ist: Doch ihre 98 Ringe – die beste Serie aller gestarteten Teams – erwies sich als „Ausreißer nach oben“, sodass am Ende mit 359 Ringen bzw. 354 Ringen nur die Plätze acht und neun heraussprangen.
Das deutsche Team in Eriwan
Luftgewehr: Anna Janßen, Maximilian Dallinger (beide Freising), Hanna Bühlmeyer (Weiltingen), Hannah Steffen-Dix (Ohlweiler), Max Ohlenburger (Idstein), Maximilian Ulbrich (Wilzhofen)
Luftpistole: Susanne Neisinger (Wien), Michelle Skeries (Potsdam), Maxi Vogt (Schöllkrippen), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Michael Schwald (Lörrach), Robin Walter (Reichenbach)
Laufende Scheibe: Daniela Vogelbacher, Kris Großheim (beide Frankfurt/Main), Nicola Müller-Faßbender (Weitnau), Eva Östreicher (Sommerach), Julian Gebauer (Dettelbach)
Betreuer: Claudia Verdicchio-Krause, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Sandra Reitz, Carsten Hees, Steffen Jabin, Victoria Nolte, Ulla Pfeiffer, Thomas Pfeffer, Danja Schmidt
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