Europameisterschaften

Druckluft-EM Eriwan: Silber und Bronze zum Abschluss

04.03.2026 11:16

Am letzten Wettkampftag der Druckluft-Europameisterschaft in Eriwan/ARM (1. bis 4. März) stockte das deutsche Team das Medaillenkonto nochmals auf: In den Solo-Wettbewerben mit dem Luftgewehr gab es Silber für Maximilian Ulbrich und Bronze für Hanna Bühlmeyer. Mit insgesamt zehn Medaillen kehrt das DSB-Team aus Armenien zurück.

Foto: ESC / Gehen mit jeweils drei EM-Medaillen nach Hause: Anna Janßen (3x Silber) und Maximilian Ulbrich (1x Gold, 2x Silber).
Foto: ESC / Gehen mit jeweils drei EM-Medaillen nach Hause: Anna Janßen (3x Silber) und Maximilian Ulbrich (1x Gold, 2x Silber).

Luftgewehr Solo: Silber für Ulbrich, Bronze für Bühlmeyer
Luftgewehr-Weltmeister Maximilian Dallinger hatte es bereits nach dem Titelgewinn im Trio-Wettbewerb gesagt: „Der Maxi Ulbrich ist unfassbar stark, schießt eine sehr hochwertige EM!“ Und nach Silber im Mixed mit Anna Janßen, Platz sechs im Einzel und Trio-Gold erreichte Ulbrich auch im Solo-Wettbewerb das Goldfinale. Mit Einstellung des Europarekords schloss er die Qualifikation mit 58 von 60 möglichen Treffern als Erster ab – in diesem Wettbewerb wird ein Schuss als Treffer gewertet, wenn er einen Wert von mindestens 10,3 Ringen hat.

Im Goldfinale ging es gegen den Kroaten Josip Sikavica, der in der Qualifikation lediglich einen Treffer weniger setzen konnte und im Finale stets als Erster abdrückte. Als Ulbrich im dritten Durchgang weniger als den Minimal-Wert auf die Scheibe setzte, hieß es aus seiner Sicht 2:3. Der Kroate blieb auch in der Folge makellos und setzte Ulbrich damit stets massiv unter Druck – doch auch der Wilzhofener patzte nicht (6:7). Beim 8:8 war dann der Gleichstand geschafft, als Sikavica erstmals die 10,3 verfehlte, die Spannung stieg nun mit jedem weiteren Schuss. Beide Athleten und alle in der Halle wussten, der nächste Fehler entscheidet über Gold und Silber. Beim Stand von 14:14 war es Ulbrich, bei dem das rote Licht aufleuchtete, somit verlor er mit dem knappsten aller möglichen Ergebnisse, freute sich dennoch über seine dritte EM-Medaille in Eriwan: „Ich bin mit dem Wettkampf sehr zufrieden. Der Vorkampf war super mit der Einstellung des Europa-Rekords. Ich habe – wie in den vergangenen Tagen – alles gut umsetzen können. Es ist natürlich schade, dass es am Ende nicht ganz gereicht hat, wir haben beide ein sehr gutes Finale geschossen.“ Dabei sorgte letztlich ein Fakt für die Entscheidung: „Ich hatte immer den Nachteil, dass er früher geschossen hat, und die Reaktion vom Publikum bzw. das Ergebnis von seinem Bildschirm immer mitbekommen habe. Das war bei allen Schüssen okay, doch beim Stand von 14:14 war es schwierig für mich und hatte ich nicht im Griff.“ Insgesamt war Ulbrich mit seinen Auftritten in Eriwan sehr einverstanden: „Ich bin mit dem gesamten Gewehrteam und meiner Leistung sehr zufrieden. Wir haben uns sehr gut verkauft, waren in jedem Finale vertreten. Ich lag auch mit den Zehntelwertungen in den verschiedenen Wettbewerben immer über 634 Ringe und fahre mit gutem Gewissen und drei Medaillen nach Hause.“

Maximilian Dallinger belegte mit 48 Treffern Platz 15, Max Ohlenburger hatte die erste Qualifikationsphase mit 25 Treffern nicht überstanden und wurde 22.

Foto: ESC / Hanna Bühlmeyer gewann erstmals eine Einzelmedaille bei einer EM.
Foto: ESC / Hanna Bühlmeyer gewann erstmals eine Einzelmedaille bei einer EM.

Und auch im Frauen-Wettbewerb ging es für eine DSB-Schützin um eine Medaille: Hanna Bühlmeyer lag nach den ersten 30 Schüssen mit 26 Treffern auf Rang elf und kletterte mit hervorragenden 28 Treffern im zweiten Teil auf Rang drei – lediglich ein Treffer fehlte zum Goldfinale. Somit stand sie im Bronzematch gegen Mariia Vasileva/AIN, das kurios begann: Denn beide Schützinnen setzten ihren ersten Schuss „daneben“. Als Vasileva auch ihren zweiten, vierten und fünften Schuss unter 10,3 Ringe setzte, lag Bühlmeyer frühzeitig deutlich vorne (4:1). Auch die Auszeit der Gegnerin brachte die DSB-Schützin nicht aus dem Rhythmus und von der Siegerstraße ab, Bühlmeyer traf weiterhin konstant und hatte beim 14:12 ihren ersten „Match-Schuss“. Den vergab sie, um beim nächsten Mal die grüne Lampe aufleuchten zu lassen und knapp, aber doch souverän mit 15:14 die Bronzemedaille zu gewinnen. "Ich bin mit dem gesamten Wettkampf heute sehr zufrieden. Nach dem Einzel-Wettkampf hatte ich mir einen Plan gemacht. Gestern hatte ich es dann etwas übertrieben und den Plan für heute dann nochmals angepasst. Ich bin schon vor dem Finale richtig glücklich gewesen, dass ich den Plan so gut umsetzen konnte und er dieses mal gut war. Dass im Finale dann noch Bronze rausgesprungen ist - umso schöner."

Anna Janßen, die zuvor dreimal Silber gewonnen hatte (Einzel, Mixed und Trio), musste sich dieses Mal mit Rang 52 (20 Treffer) zufriedengeben, Hannah Steffen-Dix wurde 34. (23 Treffer).

Mit diesen Wettbewerben endete aus deutscher Sicht eine sehr erfolgreiche Europameisterschaft, da die Luftpistolenschützen nicht am Trio-Wettbewerb teilnahmen. Vor allem das Luftgewehr-Team räumte mit sechs Medaillen mächtig ab, dabei waren Anna Janßen (3x Silber) und Maximilian Ulbrich (1x Gold, 2x Silber) mit je drei Medaillen die herausragenden Athleten. Die Luftpistolen-Männer gewannen durch Robin Walter (Einzel) und Paul Fröhlich (Solo) zwei Silbermedaillen, das Team Laufende Scheibe durch das Frauen-Team zwei Bronzemedaillen.

Das deutsche Team in Eriwan
Luftgewehr: Anna Janßen, Maximilian Dallinger (beide Freising), Hanna Bühlmeyer (Weiltingen), Hannah Steffen-Dix (Ohlweiler), Max Ohlenburger (Idstein), Maximilian Ulbrich (Wilzhofen)
Luftpistole: Susanne Neisinger (Wien), Michelle Skeries (Potsdam), Maxi Vogt (Schöllkrippen), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Michael Schwald (Lörrach), Robin Walter (Reichenbach)
Laufende Scheibe: Daniela Vogelbacher, Kris Großheim (beide Frankfurt/Main), Nicola Müller-Faßbender (Weitnau), Eva Östreicher (Sommerach), Julian Gebauer (Dettelbach)
Betreuer: Claudia Verdicchio-Krause, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Sandra Reitz, Carsten Hees, Steffen Jabin, Victoria Nolte, Ulla Pfeiffer, Thomas Pfeffer, Danja Schmidt