Weltmeisterschaften

Schießsport-WM Doha: DSB-Schützen müssen auf nächste Finalteilnahme warten

06.11.2026 18:04

Nach dem Coup der Schnellfeuerpistolenschützen mit dem WM-Titel für Florian Peter und Platz vier für Emanuel Müller wartet das deutsche Team bei der Weltmeisterschaft in Doha/Katar (1. bis 14. November) weiter auf die nächste Finalteilnahme bzw. Medaille. Die Mixed-Teams mit der Luftpistole schossen gut und landeten auf den Plätzen neun und 18, die Skeeter hatten sich mehr erhofft.

Foto: DSB / Robin Walter zeigte im Mixed-Wettkampf mit der Luftpistole eine hervorragende Leistung und erreichte mit Partnerin Josefin Eder den neunten Platz.
Foto: DSB / Robin Walter zeigte im Mixed-Wettkampf mit der Luftpistole eine hervorragende Leistung und erreichte mit Partnerin Josefin Eder den neunten Platz.

Luftpistole Mixed: Eder & Walter schießen sich in die Top Ten
Josefin Eder & Robin Walter zeigten im Mixed-Wettkampf mit der Luftpistole einen beherzten Wettkampf. Vor allem Walter rehabilitierte sich nach seinem für seine Verhältnisse mäßigen Einzelwettkampf mit sehr starken 294 Ringen, dem zweitbesten Ergebnis aller Teilnehmer. Auch Eder schoss insgesamt stabil, ehe eine Acht in der dritten Zehnerserie ihr Ergebnis auf 284 Ringe schrumpfte. Mit 578 Ringen landete das Duo jedoch auf dem guten neunten Platz. Lediglich ein Ring und zwei Innenzehner fehlten zum Einzug in das Medaillenmatch: „Ich konnte auf jeden Fall etwas aus dem Einzelkampf mitnehmen und wusste genau, was ich priorisieren möchte. Das hat großflächig schon gut funktioniert. Hier und da bin ich kurzzeitig in alte Muster gefallen, aus denen ich mich aber gut herausarbeiten konnte“, meinte Eder danach. Und weiter: „Ich hatte heute ein wenig Schwierigkeiten, den Fokus zu finden und habe zu viel außenherum mitbekommen. Der drittletzte Schuss war dann eine sehr sinnlose Acht, weil ich im Moment der Schussauslösung abgelenkt war. Das hat mich schon sehr sauer gemacht und ich vermutete, dass es am Ende vielleicht genau der Schuss sein könnte, der das Final-Aus bedeuten könnte. Und so war's ja dann auch! Aber alles in allem bin ich mit dem Wettkampf schon halbwegs zufrieden, und ich denke, er hat mich wieder ein Stück weiter gebracht. Und Robin hat einen Wahnsinns-Job gemacht und uns in die Top 10 geschossen.“ Das war sicherlich auch ein mögliches Ziel von Doreen Vennekamp & Christian Reitz, dem zweiten DSB-Duo. Beide starteten mit jeweils 98 Ringen verheißungsvoll in den Wettkampf, beide konnten dieses Niveau jedoch nicht halten. Vennekamp kam auf 286 Ringe, Reitz schoss drei Ringe mehr. Das machte in Summe 575 Ringe und Platz 18 im Klassement.

Skeet: Deutsches Quintett hinter den Erwartungen
Nadine Messerschmidt, zweifache Olympia-Teilnehmerin und in diesem Jahr nach ihrer längeren Auszeit gleich Achte im EM-Finale, hatte sich – wie auch die anderen DSB-Skeeter, mehr vorgestellt: „Ich hatte mir nach den Trainingsleistungen mehr erhofft, zufrieden bin ich nicht. Es gab Licht-Momente, aber auch schattige.“ Dabei gelang ihr mit einer perfekten 25-er Runde der perfekte Start in den Wettkampf, auch an den Wettkampftagen zwei und drei passte es in der jeweils ersten Runde mit je 24 Treffern. Aber: „Mir ist es schwergefallen, in den zweiten Runden die Lockerheit beizubehalten und die Technik zu 100 Prozent sauber umzusetzen. Es war gefühlt ein wenig so, dass mein Fokus ein wenig "aufgegangen" ist und ich nicht 100-prozentig in meinem Tunnel war. Das darf und sollte nicht passieren, ist es aber.“ So wurden es nur 115 Treffer und Platz 26 – der Finaleingang lag bei hohen 121 Treffern. Valentina Umhöfer, die zweite DSB-Starterin musste sich mit 111 Treffern und Rang 46 zufriedengeben, weil ihr stets in der Mitte der Serien Fehler unterliefen.

Und auch das Männer-Trio Felix Haase (29. Platz, 119 Treffer), Sven Korte (53. Platz, 117 Treffer), Christopher Honkomp (84. Platz, 114 Treffer) landete nicht in den Regionen, wie erhofft: „Wir hätten uns natürlich mehr erwünscht. Ich auf jeden Fall!“ Die Hitze war dabei für die Athleten nicht das Thema, eher ein anderer Wettereinfluss: „Der Wind ist ein großes Thema. Die Scheiben fliegen ungleich schnell, und auch die Höhen-Differenzen sind gewaltig“, so Haase, der sich zumindest mit einer 25er Runde perfekt aus der WM verabschiedete: „Wenn man so abschließt, ist das eine Versöhnung mit dem Wettkampf und dem Stand.“ Letztlich fehlten ihm drei Scheiben zum Finaleingang, ein Umstand, den auch Bundestrainerin Katharina Bechtel nicht schönredete: „Grundsätzlich haben wir uns komplett unter Wert verkauft, es ist definitiv nicht das gewünschte Ergebnis, das weiß jeder einzelne Athlet und auch wir Trainer. Es wäre mehr drin gewesen, es war aber auch definitiv mehr als eine Scheibe.“ Im Flintensport ist es jedoch wie in den anderen Schießsport-Disziplinen: Der nächste Wettkampf und die nächste Chance auf einen olympischen Quotenplatz kommen, und Bechtel zieht aus der WM auch positive Erkenntnisse: „Positiv ist, dass sich immer deutlicher herausstellt, wo die kleinen Stellschrauben sind. Die Herausforderung ist, diese wirklich zu bearbeiten und die nächsten Monate zu nutzen. Wenn das fruchtet, ist alles möglich.“

Foto: DSB / Nadine Messerschmidt hatte sich bei der WM mehr vorgenommen und wird im nächsten Jahr wieder auf die Jagd nach einem olympischen Quotenplatz gehen.
Foto: DSB / Nadine Messerschmidt hatte sich bei der WM mehr vorgenommen und wird im nächsten Jahr wieder auf die Jagd nach einem olympischen Quotenplatz gehen.

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