Weltcup

Weltcup München: Top-Ergebnis wird nicht mit Finalteilnahme belohnt

28.05.2026 15:10

Lediglich ein Finale gab es am dritten Tag des Weltcups in München (26.-30. Mai): Das Luftgewehr-Finale der Frauen fand ohne deutsche Beteiligung statt, obwohl Nele Stark (Güglingen) und Anna Janßen (Kevelaer) starke Leistungen zeigten. Im Schnellfeuerpistolen-Wettbewerb der Männer liegen zwei DSB-Schützen nach Tag eins der Qualifikation in aussichtsreicher Position. Die kommenden Finals werden live bei Sporteurope.TV gestreamt.

Foto: DSB / Schoss Wettkampf-Bestleistung mit hervorragenden 633,1 Ringen: Nele Stark.
Foto: DSB / Schoss Wettkampf-Bestleistung mit hervorragenden 633,1 Ringen: Nele Stark.

Luftgewehr Frauen: Mit persönlicher Bestleistung & Kaugummi auf Rang elf
Mit einer perfekten 10,9 begann Nele Stark, frisch gebackene Europameisterin im Kleinkaliber-Dreistellungskampf, ihren Wettkampf, der für sie auch auf ganz hohem Niveau endete: Mit 633,1 Ringen schoss sie so gut wie noch nie: „Ich bin sehr zufrieden, das ist meine persönliche Bestleistung in einem Wettkampf.“ Dabei offenbarte sie ihr persönliches „Geheimrezept“ – sie kaut während des Wettkampfes Kaugummi: „Ich habe das von einer Schützenkollegin gesehen, die gesagt hat, das hilft ihr einfach. Es gibt ein relaxtes Gefühl, man hat zwischen den Schüssen etwas anderes zu tun. Bei der Schussabgabe geht er in die Backe.“ Dass es am Ende nicht für den Finaleinzug reichte – ihr fehlten 0,7 Ringe – kommentierte Stark trocken: „Es ist mir egal, ob es für das Finale reicht, weil es für mich ein extrem guter Wettkampf war.“
Auch Anna Janßen schoss stark: Am Ende wurden 632,3 Ringe notiert, was in diesem Riesenfeld mit 147 Teilnehmerinnen zu Platz 16 reichte: „Der Wettkampf war anstrengend, aber ich bin sehr zufrieden. Es geht in die richtige Richtung, auch wenn ich noch ein, zwei Fehler zugelassen habe. Aber das ist der Prozess, der dieses Jahr notwendig ist, um bei der WM wieder in Top-Form zu sein.“ Die hohen Ergebnisse rangen der 24-Jährigen Respekt ab: „Duch die neue Kleiderregel hat sich der Weltverband erhofft, dass die Ergebnisse etwas runtergehen, damit habe ich aber nicht gerechnet. Ich glaube, dass die Ergebnisse nochmals höher und konstanter werden. Ich bin sehr begeistert davon, wie konstant hoch die Mädels schießen, da will ich auch hinkommen. 633 plus wird das neue Maß werden.“ Und über diesem Maß lag erneut Zifei Wang. Die 19-jährige Chinesin hatte im vergangenen Jahr beim Weltcup in München mit 637,9 Ringen einen neuen Weltrekord aufgestellt und war ein Jahr später kaum schwächer: 637,1 Ringe wurden für die Weltranglisten-1. notiert, die sich am Ende  Bronze sicherte. Der Sieg ging an die Jüngste im Feld, die 18-jährige Andelija Stevanovic/SRB, Silber an die Japanerin Misaki Novata in einem packenden und sehr jung besetzten Finale mit Schützinnen im Alter von 18 bis 23 Jahren.

Auch die anderen deutschen Schützinnen waren in der Qualifikation wahrhaftig nicht schlecht: Hannah Steffen-Dix startete mit einer phantastischen 106,4 in den Wettkampf, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten und belegte am Ende mit 628,7 Ringen den 43. Platz. Und auch Hanna Bühlmeyer (627,4, 70. Platz) und Lea Ruppel (626,4, 76. Platz) – beide schossen als RPO (Ranking Points Only) – kamen auf konstante respektable Ergebnisse, ohne jedoch die großen Ausreißer nach oben zu haben.

Schnellfeuerpistole: Zwei DSB-Schützen auf Finalkurs
„Zwei sind in Schlagdistanz, die anderen Beiden waren nicht ganz so, wie erhofft.“ So fiel das erste Fazit von Bundestrainer Detlef Glenz nach Teil eins der Qualifikation aus. Europameister Oliver Geis (293) und Florian Peter (292) auf den Plätzen fünf und sieben schossen gut und haben sich damit die Chance bewahrt, das Finale der besten acht Schützen am morgigen Freitag, 29. Mai (17.15 Uhr, live bei Sporteurope.TV) zu erreichen. Bei Emanuel Müller, EM-Silbermedaillengewinner in Osijek/CRO, brach in der ersten Vier-Sekunden-Serie ein Schuss zu früh, die Sieben kostete wertvolle Ringe (289). Noch arger erwischte es Fabian Otto (281, RPO), der seinen letzten Schuss in der ersten Vier-Sekunden-Serie um 0,03 Sekunden zu spät setzte und somit einen Zeitfehler (=keine Wertung für diesen Schuss) bekam. Glenz sieht noch alle Möglichkeiten, das stets von ihm formulierte Ergebnis zu erreichen: „Das Ziel bleibt immer das Gleiche: Mindestens einen Schützen wollen wir im Finale haben und dann am besten auch auf dem Treppchen.“ Dazu muss es (auch) im zweiten Halbprogramm laufen, dann im Idealfall erneut bei perfekten Bedingungen und der Gewissheit: „Es ist noch nichts entschieden, es kann noch alles passieren.“ Das verdeutlicht auch der Blick auf das aktuelle Ranking, das von den beiden Franzosen Bessaguet und Gamaleri (jeweils 296) angeführt wird: Allein neun Schützen weisen 292 Ringe auf, vier weitere 291.

Foto: DSB / Florian Peter liegt nach Tag eins der Qualifikation mit der Schnellfeuerpistole in einem sehr
Foto: DSB / Florian Peter liegt nach Tag eins der Qualifikation mit der Schnellfeuerpistole in einem sehr "engen" Teilnehmerfeld auf einem Finalplatz.

Das deutsche Team in München
Gewehr: David Koenders (Neubiberg), Max Ohlenburger (Idstein), Maximilian Ulbrich (Wilzhofen), Maximilian Dallinger (Freising), Daniel Bühlmeyer, Hanna Bühlmeyer (beide Weiltingen), Lisa Grub (Weingarten), Anna Janßen (Kevelaer), Nele Stark (Güglingen), Hannah Steffen-Dix (Ohlweiler), Larissa Wegner (Mannheim), Lea Ruppel (Herbstein)
Pistole: Josefin Eder (Müllrose), Monika Karsch (Regensburg), Doreen Vennekamp (Ronneburg), Michelle Skeries (Potsdam), Svenja Berge (Bad Camberg), Susanne Neisinger (Wien), Sarah Tauermann (Grasleben), Andreas Köppl (Lampenricht), Oliver Geis (Bad Camberg), Emanuel Müller (Pfullingen), Florian Peter (Obertshausen), Fabian Otto (Heringen), Christian Reitz (Regensburg), Robin Walter (Reichenbach), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Michael Schwald (Lörrach)
Betreuer: Wolfram Waibel, Claudia Verdicchio-Krause, Detlef Glenz, Marco Hilger, Sven Martini, Sandro Schrüfer, Steffen Jabin, Thomas Zerbach, Sandra Reitz, Marco Spangenberg, Hans-Jörg Meyer, Victoria Nolte, Benedikt Schuster, Marco Kleer

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