Deutsche Meisterschaften

DM Sportschießen München: Anabell Dörsam gewinnt Kehat Schor Gedächtnispreis

29.08.2025 15:18

Zum dritten Mal wurde bei der Deutschen Meisterschaft in München ein ganz besonderer Preis vergeben, zum dritten Mal ging dieser an eine junge Schützin: Anabell Dörsam (SV Petersberg) war von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Beste im 3x20 Kleinkaliber-Dreistellungskampf und erhielt somit auch den Kehat Schor Gedächtnispreis.

Foto: DSB / Anabell Dörsam, die Siegerin des Kehat Shor Gedächtnispreises, mit dessen Tochter Michal Shahar, Michael Rohar, Präsident des Israelischen Schießsportverbandes und DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels.
Foto: DSB / Anabell Dörsam, die Siegerin des Kehat Shor Gedächtnispreises, mit dessen Tochter Michal Shahar, Michael Rohar, Präsident des Israelischen Schießsportverbandes und DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels.

Der Deutsche Schützenbund hatte 2023 diese Trophäe im Gedenken an den Trainer der Sportschützen der israelischen Olympiamannschaft von 1972 in München erstmals vergeben. Kehat Schor gehörte zu den Opfern des schändlichen Attentats auf die israelischen Sportler bei den Olympischen Spielen in München, und der Sieger oder die Siegerin des Gewehr-Dreistellungskampfes der Jugend erhält den Preis.

Von den 131 Mädchen und 62 Jungen war nach dem letzten Schuss Anabell Dörsam mit 581 Ringen ganz vorne. Romy Winkler und Maleen Mund (beide (Kgl. Priv FSG Kösching) landeten mit 580 bzw. 577 auf dem zweiten und dritten Platz. „Ich bin ohne Erwartungen in den Wettkampf gegangen. Ich habe aufs Beste gehofft und bin sehr stolz, wie es ausgegangen ist. Meine Bestleistung liegt bei 585 Ringen, und mit dem Ergebnis heute, vor allem für eine Deutsche Meisterschaft, bin ich sehr zufrieden“

Dem Wettkampf und der Siegerehrung wohnten zwei ganz besondere Gäste bei: Michal Shahar, Tochter des ermordeten Kehat Shor, und Michael Rohar, Präsident des Israelischen Schießsportverbandes ließen es sich nicht nehmen, aus Israel anzureisen und den jungen Athleten ihre Anerkennung zu zollen: „Ich denke, das ist die beste Art, an meinen Vater zu erinnern. Mein Vater war generell sehr sportbegeistert, seine besondere Leidenschaft galt natürlich dem Schießsport. Ein Schießwettbewerb in seinem Namen, zu seinem Gedenken ist die beste Art, dies zu tun.“

Foto: DSB / Die junge Siegerin, die israelischen Ehrengäste sowie Mitglieder des DSB-Präsidiums und der Landesverbände.
Foto: DSB / Die junge Siegerin, die israelischen Ehrengäste sowie Mitglieder des DSB-Präsidiums und der Landesverbände.

Wie wichtig dieser Gedächtnispreis ist, zeigte auch die ehrliche Antwort der 16-jährigen Siegerin Anabell Dörsam: „Durch die Reden weiß ich, was vor über 50 Jahren passiert ist und warum es diesen Sonderpreis gibt - davor habe ich tatsächlich davon noch gar nichts gehört.“

Michael Rohar, Präsident der Israel Shooting Federation, anwesend – wie bei den ersten zwei Auflagen – fand bewegenden Worte: „Dies ist das dritte Mal, dass wir zusammenkommen, um Kehat Schor zu gedenken. Wir würdigen einen Trainer auf eine Weise, die ihn sicherlich stolz gemacht hätte – indem wir dem besten Junior der nationalen Meisterschaften in der prestigeträchtigsten Disziplin des Gewehrschießens, dem Dreistellungskampf, einen Pokal mit seinem Namen überreichen. Ihnen, Präsident von Schönfels, spreche ich nicht nur den Dank meines Verbandes aus, sondern auch meine persönliche Dankbarkeit für Ihre Freundschaft und Ihr entschlossenes Eintreten gegen jede Form von Hass, Rassismus und Gewalt sowie für die starken Verbindungen, die in den letzten Jahren entstanden sind.“

DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels war wie in den vergangenen Jahren ebenfalls vor Ort, um diesen für den Deutschen Schützenbund wichtigen Kehat Schor Gedächtnispreis die Ehre zu erweisen und die Werte des Zusammenlebens und des Sports zu betonen. „Der Kehat Schor Gedächtnispreis des Deutschen Schützenbundes dient einerseits der Erinnerung an unseren ermordeten Sportkameraden. Zugleich wollen wir damit ein bleibendes und nachdrückliches Zeichen setzen, dass die Werte des Sports und des Olympischen Gedankens, Fairness und Menschlichkeit, lebendig sind und dass wir die Verpflichtung haben, sie immer wieder deutlich zu machen und besonders an die junge Generation weiterzugeben. Der Kehat Schor Gedächtnispreis des Deutschen Schützenbundes ist zugleich eine scharfe Absage an jede Form des Antisemitismus, Rassismus, Hetze und Gewalt.“

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