Bundesliga

Bundesliga Luftgewehr: Drei Vereine mit „weißer Weste“

23.10.2023 09:44

Herausragende Leistungen mit mehreren Ergebnissen von 1980 Ringen und mehr, tolle Premieren und drei Vereine, die auch nach dem zweiten Wettkampfwochenende noch ungeschlagen sind – das ist die Kurz-Zusammenfassung der Bundesliga Luftgewehr.

Foto: SV Wieckenberg / Attacke! Die Fans des SV Wieckenberg feuerten ihr Team mit Erfolg zu Höchstleistungen an.
Foto: SV Wieckenberg / Attacke! Die Fans des SV Wieckenberg feuerten ihr Team mit Erfolg zu Höchstleistungen an.

Norden: Kevelaer mit neuem Vereinsrekord
Von der Tabellenspitze im Norden grüßt seit diesem Wochenende der SV Wieckenberg. Der Klub aus dem Landkreis Celle hatte mit Buer-Bülse und Elsen zwei große Namen als Gegner beim Heimspiel. Und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht, das Team von Trainer Norbert Poltermann zeigte starke Leistungen und belohnte sich mit zwei Siegen. Beim 5:0 (1987 Ringe) gegen die Gelsenkirchener war es vor allem Kathrin Grabowski, die für Aufsehen sorgte: In ihrem ersten Wettkampf in der 1. Bundesliga schoss sie auf Position fünf 400 Ringe und raubte somit der ebenfalls bärenstarken Karen Reitz (398) den sichergeglaubten Punkt. Am Sonntag kam es gegen Elsen zum Duell der ungeschlagenen Teams. Und die zahlreichen Zuschauer wurden nicht enttäuscht, beide Mannschaften schenkten sich nichts, sodass der Ausgang von 3:2 (1986:1982) symptomatisch war. Melissa Ruschel, die 397 und 399 Ringe zu den zwei Erfolgen beisteuerte, war natürlich mehr als zufrieden: „Dass wir nach dem Wettkampf auf dem ersten Platz der Tabelle stehen, ist eine große Freude, mit der wir nach diesem Wochenende eigentlich nicht gerechnet haben. Elsen war ein sehr starker Gegner, bei dem wir wussten, dass wir unser Bestes geben müssen, und auch Bülse war für uns kein einfacher Gegner, da wir letzte Saison noch gegen sie verloren haben und uns das unseren Finaleinzug gekostet hat. Es war ein sehr emotionales Wochenende, und dass uns so ein Ergebnis bei dem Heimwettkampf passieren konnte, macht es noch schöner!“

Je mehr die Tiger gefordert sind, desto angriffslustiger sind sie. Das ist keine Weisheit aus dem Tierreich, sondern aus der Bundesliga Luftgewehr. Die Tiger genannten Schützen von Titelverteidiger SSG Kevelaer zeigten am Wochenende ihre ganze Klasse und ließen der Gegnerschaft keine Chance. Dabei kam es am Samstag zum absoluten „Knaller“ gegen Vizemeister SB Freiheit, den Kevelaer mit 4:1 und einem Vereinsrekord von 1990 Ringen gewann. Tags darauf lief es nur unwesentlich schlechter (1988 Ringe), Anna Janßen führte ihr Team mit 400 Ringen zum 5:0 gegen Buer-Bülse. Hannah Wehren, die an Position fünf zweimal 397 schoss, sprach für ihr Team: „Wir freuen uns sehr über unsere Leistungen an diesem Wochenende, besonders unsere starke Teamleistung, welche mit einem neuen Vereinsrekord von 1990 gekrönt wurde. Wir wussten, dass unsere Gegner dieses Wochenende sehr stark sind, weshalb wir versucht haben, locker aber selbstbewusst in die Wettkämpfe zu starten, was uns gelungen ist.“

Die zwei anderen großen Gewinner des Wochenendes im Norden waren der SV Kamen und Aufsteiger SuSC Müllenborn, die beide Wettkämpfe gewannen und sich somit in das Mittelfeld (Müllenborn 4:4-Punkte) bzw. in die obere Tabellenhälfte (Kamen 6:2-Punkte) schoben.

Foto: Norbert Ettner / Daniel Karg punktete doppelt, genau wie sein weiter ungeschlagenes Team Der Bund München.
Foto: Norbert Ettner / Daniel Karg punktete doppelt, genau wie sein weiter ungeschlagenes Team Der Bund München.

Mit dem Team Wetterau und dem BSB Buer-Bülse sind noch zwei Vereine ohne Erfolgserlebnis – die nächste Chance bietet sich am 4./5. November.

Süden: Vöhringen und München führen an
In der vergangenen Saison konnte sich Der Bund München dank konstanter Leistungen die Südmeisterschaft sichern. Und auch heuer werden die bayerischen Hauptstadt-Schützen ein gewichtiges Wort um den Titel mitspielen, denn das Team von Trainer Norbert Ettner ist wieder prächtig gestartet. In Diessen gelangen zwei überzeugende Siege, zunächst gegen Gastgeber Diessen (3:2 mit 1980 Ringen), dann gegen Aufsteiger Luckenpaint (5:0 mit 1977 Ringen). Hanna Bühlmeyer steuerte mit 399 bzw. 395 Ringen zwei Punkte bei und meinte zufrieden: „Die Saison ist super für uns gestartet, wir sind gut drauf und der Teamspirit stimmt. Wir sind mit dem Wochenende sehr zufrieden und konnten die vier Punkte wie vorgenommen mit soliden Ergebnissen für uns eintüten. Am Sonntag feierte unser Julian (Kemptner, Anm. d. Red.) sein Bundesliga Debüt und das hat er gleich mit Bravour gemeistert. Für die nächsten Wettkämpfe heißt es weiter fokussiert dranbleiben, und wir sind sicher, dass jeder von uns auch noch eine Schippe drauflegen kann.“

Das zweite Team, das im Süden ebenfalls noch eine „weiße Weste“ aufweist und die Tabelle mit 16:4-Einzelpunkten anführt, ist der SV Pfeil Vöhringen. Der Gastgeber des Bundesligafinals am 3./4. Februar 2024 in Neu-Ulm gewann souverän 4:1 (Luckenpaint) und 5:0 (Fenken), wobei sich vor allem Anita Mangold mit perfekten 400 Ringen hervortat.

Ein großer Gewinner des Wochenendes war auch der SSG Dynamit Fürth. Zweimal bot das Team eine konstante Leistung auf hohem Niveau (1980 und 1981 Ringe), zweimal absolute Nervenstärke. Denn sowohl Prittlbach als auch gegen Coburg hieß es am Ende 3:2. Großen Anteil daran hatte eine Debütantin: Xenia Mund trat erstmals in der 1. Bundesliga an und schoss so (394 und 397), als wenn sie bereits jahrelang dabei wäre: „Es war eine neue, sehr interessante und superschöne Erfahrung für mich. Und es war ein wahnsinniges Gefühl, wenn man einen riesigen Beitrag zum Sieg leistet und man selbst super nervös ist. Und dann noch mitzufiebern, wenn die Mannschaftskollegin 400 (Klavdija Jerovsek, Anm. d. Red.) schafft, das ist ein großartiges Gefühl, dass mit diesem Team zu erleben. Die zwei Siege mit den Einzelpunkten waren einfach ein total gelungener Einstieg in die erste Bundesliga.“

Ein weiterer Gewinner war der SSV Kronau, der beim 4:1 gegen Coburg mit 1988 Ringen auch einen neuen Vereinsrekord aufstellte und mit Larissa Wegner, Lana Wurster und Hannah Göranson ein Trio mit 399 Ringen stellte.

Wo Gewinner sind, gibt es auch Verlierer. Das waren an diesem Wochenende die Saltendorfer und Niederlauterbacher, die immer noch auf den ersten Erfolg warten. Und das war die SG Coburg, die beide Heimpartien verlor. Ganz bitter erging es dabei Kaderschütze Maximilian Dallinger, der zweimal herausragende 399 Ringe schoss, aber dennoch beide Male die Punkte abgeben musste.

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