Weltmeisterschaften
Junioren-WM: Der erste Titel geht an Indien
Der erste Titel bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Schießsport auf dem Friedberg ist vergeben: Die Indern Sejal Kamble sicherte sich im Finale der Luftpistolen-Juniorinnen die Goldmedaille und verwies Maria Atanasova aus Bulgarien und Himanshi Himanshi aus Indien auf die Plätze zwei und drei. Für die deutschen Schützinnen und Schützen lief es dagegen durchwachsen – man merkt, dass es eine Heim-Weltmeisterschaft ist.

Luftpistole Juniorinnen: Tränen-Drama im Finale
Im Finale der besten acht Schützinnen entwickelte sich zu einem Tränen-Drama: Denn die dritte Inderin im Finale, Vanshika Chaudhary, führte von Beginn an, setzte aber nicht ihren 20. Schuss, weil sie annahm, es handele sich um ein Shootoff zweier anderer Schützinnen. Somit schied sie mit einer Null-Wertung auf Rang vier aus und vergoss bittere Tränen. Kamble sprang dafür ein und verwies die sich von ganz hinten nach vorne arbeitende Atanasova, bei der nach dem Finale die Freudentränen liefen, letztlich mit 240,2:235,8 Ringen deutlich in die Schranken. Auch der Team-Titel ging mit 1700 Ringen an Indien, die damit exakt einen Ring mehr als die Trios aus AIN und Tschechien aufwiesen.
Die deutschen Schützinnen spielten bei der Vergabe um die acht Finalplätze keine Rolle: Franziska Thürmer belegte als Beste aus dem DSB-Quartett Rang 56 mit 556 Ringen, es folgten Aileen Pitschke (553, 66. Platz), Ronja Gmeinder (550, 73. Platz) und Franziska Abram (546, 81. Platz). Im Team belegten Thürmer, Pitschke und Gmeinder den 14. Platz. Bundestrainerin Jördis Grabe sagte: „Die vier Mädels haben gut gearbeitet. Es war für alle Vier ihr WM-Debüt, dann zu Hause im heimischen Wohnzimmer. Es waren viele Freunde und Bekannte da. Die Mädels erwarten von sich selbst eine Menge, wollen es allen recht machen. Es gab superstarke Phasen, da müssen wir dranbleiben und sie weiterentwickeln.“
Schnellfeuerpistole Junioren: Nur Hilk konstant gut
„Das war ein Schlag auf den Solarplexus!“, beschrieb Bundestrainer Detlef Glenz gewohnt markant, nachdem Arne Schallus, sein erster Athlet aus dem deutschen Schnellfeuer-Sextett, um 9.00 Uhr die WM eröffnet hatte. Denn Schallus konnte nicht an seine zuletzt hervorragenden Trainingsleistungen anknüpfen, schoss in der ersten Acht-Sekunden-Serie gar eine Fahrkarte und kam am Ende lediglich auf 266 Ringe. Da wusste Glenz jedoch nicht, dass auch Fiete Kühn (268), Philipp Liebrecht (269), Fynn Kramer (271) und Ben Spangenberg (278) große Probleme hatten und nicht an ihre Leistungsgrenze kamen. „Es war deutlich unter unseren Erwartungen, und unsere schlimmsten Befürchtungen wurden noch untertroffen. Die Mannschaft war pro Mann 18 Ringe schlechter als bei der EM. An der Börse spricht man vom Black Friday, das war unser Black Thursday.“ Einen Lichtblick gab es jedoch: Colin Hilk schoss drei stabile Serien und ging mit 286 Ringen und Platz neun vom Stand, ringgleich mit den Athleten auf den Rängen sechs bis acht: „Colin hat mit 286 Ringen ein solides Ergebnis geschossen“, so Glenz, der die Besonderheit der WM hervorhebt: „Insgesamt waren die Ergebnisse schlechter als ich dachte. Da habe ich mehr erwartet, hier zeigen alle Nerven. Mogen kann es nur besser werden.“

Skeet Juniorinnen & Junioren: DSB-Schützen im Anschlussbereich
„Das war durchwachsen“, beginnt Skeet-Bundestrainerin Katharina Bechtel mit ihrem Fazit zum ersten Tag der WM-Wettkämpfe. Um dann nachzuschieben: „Wir liegen im absoluten Anschlussbereich, es ist noch alles drin und von Platz eins bis 15 möglich.“ In der Tat, denn die Abstände sind allesamt sehr gering, ein Treffer mehr oder weniger kann bereits zehn Plätze ausmachen. Stark startete das „Küken“ im Team, Tobias Wenzel, der mit einer 23 anschoss und den Tag mit einer vollen 25-er beendete und sich in dem 87 Mann starken Teilnehmerfeld auf Platz drei schob. Valentin Woestmeyer 46 (11. Platz), Vladislav Poddubskiy 46 (15. Platz), Maximilian Seibel 45 (28. Platz), Raphael Hapke 43 (48. Platz) und Magnus Erdmann 42 (52. Platz) folgen. Wie schnell es gehen kann, konnte man an Erdmann sehen: Der Suhler begann mit einer schwachen 17-er Runde und schoss sich dann den Frust mit 25 Treffern von der Seele. „Eine Heim-WM ist für alle immer etwas Besonderes. Das interessante an diesem Wettkampf ist, dass er über drei Tage geht. Da liegen zwei Nächte dazwischen, da kann noch viel passieren“, so Bechtel. Auch bei den Juniorinnen liegen mit Luise Middel (10. Platz) und Emilie Bundan (beide 44 Treffer, 13. Platz) zwei DSB-Athletinnen aussichtsreich im Rennen. Carlotta Wahl mit 43 (20. Platz), Jette Stöver mit 40 (28. Platz) und Maxima Sagel mit 37 Treffern (36. Platz) werden am zweiten und dritten Tag angreifen, um weiter nach oben zu klettern.
KK-Gewehr 3x20 Juniorinnen & Junioren: Platz vier und fünf für die DSB-Teams
Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl musste sowohl bei den Juniorinnen als auch bei den Juniorinnen eine Elimination – also quasi eine Vor-Qualifikation – geschossen werden. In diesen setzten sich die insgesamt acht DSB-Teilnehmer - je vier Juniorinnen und Junioren - durch und sind somit für die Qualifikation am morgigen Freitag startberechtigt. Bei den Juniorinnen schrammten Xenia Mund, Katrin Grabowski und Finnja Rentmeister als Vierte um zwei Ringe an der Team-Bronzemedaille vorbei. Gold ging an die Schweiz vor Norwegen und Tschechien.Bei den Junioren ging der Titel im Team an die USA, Silber holte sich Norwegen, Bronze Indien. Das DSB-Trio Florian Beer, Benedikt Ascher und Alexander Karl belegte Platz fünf.
Am 19. Juni stehen folgende Wettkämpfe auf dem Programm
- KK-Gewehr 3x20 Juniorinnen Qualifikation und Finale (12.45 Uhr)
- Schnellfeuerpistole Junioren Qualifikation Teil 2 und Finale (15.00 Uhr)
- KK-Gewehr 3x20 Junioren Qualifikation und Finale (17.30 Uhr)
- Skeet Juniorinnen und Junioren Qualifikation 2. Tag
Das deutsche WM-Team in Suhl
Flinte: Luise Middel (Wiesbaden), Carlotta Wahl (Suhl), Emilie Bundan (Freren), Maxima Sagel (Paderborn), Jette Stöver (Wildeshausen), Maximilian Seibel (Freren), Valentin Woestmeyer (Saerbeck), Vlad Poddubskiy (Sprendlingen), Tobias Wenzel (Ibbenbüren), Magnus Erdmann (Suhl-Schmiedefeld), Raphael Hapke (Wedemark, alle Skeet), Till Reichardt (Schenklengsfeld), Pius Rosenecker (Dürrwangen), Henry John (Friemar), Ruben Fabisch (Kambs), Nolan Peters (Krakow am See), Lukas Racko (Wittstock), Karla Riehmann (Gotha), Frieda Fahr (Zella-Mehlis), Josefine Schwenzfeier (Hohenwarsleben), Lea Blank (Iffeldorf, alle Trap)
Gewehr: Florian Beer (Mähring, LG & KK), Benedikt Ascher (Waldkirchen, LG & KK), Alexander Karl (Eschede, LG & KK), Moritz Faltinat (Wunstorf, LG & KK), Luis Eichenseer (Neumarkt, LG), Finnja Rentmeister (Voerde, LG & KK), Xenia Mund (München, LG & KK), Katrin Grabowski (Niedernhausen-Engenhahn, KK), Anabell Dörsam (Fürth, KK), Annabelle Lotter (München, LG), Theresa Schnell (Thalmässing, LG)
Pistole: Colin Hilk (Mittenaar-Ballersbach, SFP), Fynn Kramer (Heidelberg, SFP), Fiete Kühn (Frankfurt/Oder, SFP), Phillip Liebrecht (Isernhagen, SFP), Arne Schallus (Suhl, SFP), Ben Spangenberg (Niederaula, SFP), Leon Kabisch (Treplin, LP), David Obenaus (Plessa OT Kahla, LP), Lucas Struck (Frankfurt/Oder, LP), Tjark Buchwald (Neumünster, LP), Moritz Steiner (Gundelfingen, LP), Anakin Sarrach (Booßen, LP), Aileen Pitschke (Erfurt, LP & SP), Franziska Thürmer (Witzenhausen, LP & SP), Lydia Böhmer (Mönchengladbach, SP), Lucy Wernecke (Dresden, SP), Ronja Gmeinder (Weinried, LP), Franziska Abram (Brilon, LP & SP)
LG = Luftgewehr, KK = Kleinkaliber-Dreistellungskampf, SFP = Schnellfeuerpistole, LP = Luftpistole, SP = Sportpistole
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