Weltmeisterschaften

Junioren-WM Suhl: Die Entwicklung der Nachwuchs-Weltmeisterschaften

02.06.2026 15:02

Die Wahrscheinlichkeit, dass Indien erneut den Medaillenspiegel bei der Junioren-Weltmeisterschaft dominiert, ist hoch: Zum einen kommen die Inder mit 84 jungen Sportlerinnen und Sportlern nach Suhl (16. bis 26. Juni), zum anderen spricht die jüngere WM-Historie für das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Foto: ESC / Im Kleinkaliber-Dreistellungskampf rechnen sich die Team-Europameister Xenia Mund (stehend), Finnja Rentmeister (kniend) und Katrin Grabowski (liegend) auch bei der WM in Suhl etwas aus.
Foto: ESC / Im Kleinkaliber-Dreistellungskampf rechnen sich die Team-Europameister Xenia Mund (stehend), Finnja Rentmeister (kniend) und Katrin Grabowski (liegend) auch bei der WM in Suhl etwas aus.

Denn die Inder waren sowohl bei der WM 2024 in Lima PER (13x Gold, 4x Silber, 7x Bronze) an der Spitze des Medaillenspiegels wie drei Jahre vorher an gleicher Stelle (12x Gold, 13x Silber, 6x Bronze). Und 2023 in Changwon/KOR reichte es hinter China mit 17 Medaillen (6x Gold, 6x Silber, 5x Bronze) immerhin zu Rang zwei. Etwas überraschend: Italien war bei allen drei zurückliegenden Junioren-Weltmeisterschaften unter den drei Top-Nationen mit 13, elf bzw. zehn Medaillen. Und was ist mit dem deutschen Team? Das feierte vor zwei Jahren in Lima vier Medaillengewinne und einen WM-Titel: Celina Becker & Andreas Köppl siegten im Mixed mit der Luftpistole. In Changwon gab es lediglich eine Silbermedaille, in Lima 2021 war die Ausbeute mit neun Medaillen (3x Gold, 6x Bronze) ausgezeichnet.

Vergleicht man das mit der ersten WM in Suhl – diese fand 2017 statt – hat sich einiges verändert: Zum einen in der Zahl der Disziplinen, vor neun Jahren wurden „nur“ die Wettbewerbe mit Gewehr und Pistole in Thüringen abgehalten, zum anderen gab es noch keine Entscheidungen in Mixed-Wettbewerben. Damals wurden die Wettkämpfe an fünf Tagen absolviert, 2026 sind es deren acht. Was sich damals schon abzeichnete: Indien ist eine kommende Schießsport-Nation! 2017 mussten sich die Asiaten noch mit acht (3x Gold, 2x Silber, 3x Bronze) zufriedengeben und lagen hinter dem dominierenden China (9x Gold, 4x Silber, 8x Bronze).

Ein Trend, der ganz eindeutig für Suhl spricht, ist die Teilnehmerzahl: In wenigen Tagen werden 814 Athletinnen und Athleten aus 65 Nationen (die Zahlen wurden nochmals aktualisiert) zu Flinte, Gewehr und Pistole greifen und damit deutlich mehr als bei den vorherigen WM-Auflagen. In Lima 2024 gingen 553 Athleten aus 49 Nationen an den Start, in Changwon 2023 waren es 600 Athleten aus 45 Nationen. Die WM während der Corona-Pandemie in Lima 2021 war mit 382 Athleten aus 34 Nationen verständlicherweise ziemlich schmal besetzt.

Foto: DSB / Die Luftpistolen-Junioren von Bundestrainerin Jördis Grabe (links) wollen bei der Heim-WM zeigen, was in ihnen steckt.
Foto: DSB / Die Luftpistolen-Junioren von Bundestrainerin Jördis Grabe (links) wollen bei der Heim-WM zeigen, was in ihnen steckt.

Die Inder führen das Teilnehmerfeld mit der mit Abstand größten Delegation an, danach folgen die USA (57), das Team der Individual Neutral Athletes (AIN, 55 Athleten), Gastgeber Deutschland (50), Tschechien (31) und Italien (28). Das Gegenstück dazu bilden Argentinien, Bangladesch, Kosovo, Libanon, Luxemburg, Mexiko und Sri Lanka, die jeweils nur von einem Sportler vertreten werden.

Das deutsche WM-Team in Suhl
Flinte: Luise Middel (Wiesbaden), Carlotta Wahl (Suhl), Emilie Bundan (Freren), Maxima Sagel (Paderborn), Jette Stöver (Wildeshausen), Maximilian Seibel (Freren), Valentin Woestmeyer (Saerbeck), Vlad Poddubskiy (Sprendlingen), Tobias Wenzel (Ibbenbüren), Magnus Erdmann (Suhl-Schmiedefeld), Raphael Hapke (Wedemark, alle Skeet), Till Reichardt (Schenklengsfeld), Pius Rosenecker (Dürrwangen), Henry John (Friemar), Ruben Fabisch (Kambs), Nolan Peters (Krakow am See), Lukas Racko (Wittstock), Karla Riehmann (Gotha), Frieda Fahr (Zella-Mehlis), Josefine Schwenzfeier (Hohenwarsleben), Lea Blank (Iffeldorf, alle Trap)
Gewehr: Florian Beer (Mähring, LG & KK), Benedikt Ascher (Waldkirchen, LG & KK), Alexander Karl (Eschede, LG & KK), Moritz Faltinat (Wunstorf, LG & KK), Luis Eichenseer (Neumarkt, LG), Finnja Rentmeister (Voerde, LG & KK), Xenia Mund (München, LG & KK), Katrin Grabowski (Niedernhausen-Engenhahn, KK), Anabell Dörsam (Fürth, KK), Annabelle Lotter (München, LG), Theresa Schnell (Thalmässing, LG)
Pistole: Colin Hilk (Mittenaar-Ballersbach, SFP), Fynn Kramer (Heidelberg, SFP), Fiete Kühn (Frankfurt/Oder, SFP), Phillip Liebrecht (Isernhagen, SFP), Arne Schallus (Suhl, SFP), Ben Spangenberg (Niederaula, SFP)Leon Kabisch (Treplin, LP), David Obenaus (Plessa OT Kahla, LP), Lucas Struck (Frankfurt/Oder, LP), Tjark Buchwald (Neumünster, LP), Moritz Steiner (Gundelfingen, LP), Anakin Sarrach (Booßen, LP), Aileen Pitschke (Erfurt, LP & SP), Franziska Thürmer (Witzenhausen, LP & SP), Lydia Böhmer (Mönchengladbach, SP), Lucy Wernecke (Dresden, SP), Ronja Gmeinder (Weinried, LP), Franziska Abram (Brilon, LP & SP)

LG = Luftgewehr, KK = Kleinkaliber-Dreistellungskampf, SFP = Schnellfeuerpistole, LP = Luftpistole, SP = Sportpistole

Weiterführende Links

Weitere News zu "ISSF Weltmeisterschaft Junioren"