Weltmeisterschaften
Junioren-WM Suhl: Trap-Schützen mit Aussichten
Am drittletzten Wettkampftag der Junioren-WM in Suhl konnten vor allem die Polen jubeln: Sie siegten sowohl im Mixed mit der Luftpistole als auch im 50m Liegenschießen der Juniorinnen. Im Liegendschießen der Junioren sorgte der Amerikaner Griffin Lake für einen neuen Fabel-Weltrekord. Positive Nachrichten gab es von den deutschen Trapschützen, bei denen mit Pius Rosenecker und Karla Riehmann zwei Athleten vor der letzten Qualifikationsserie aussichtsreich platziert sind.

Luftpistole Mixed: DSB-Duo schlägt sich achtbar
Im Finale um die Medaillen im Luftpistolen Mixed gab es ein buntes Bild: Teams aus Taiwan, der Türkei, Indien und Polen hatten sich in der Qualifikation als am zielsichersten erwiesen und lagen mit 577 bzw. 578 Ringen in dieser nahezu gleichauf (Aileen Pitschke: „577 als Finaleingang ist schon heftig!“). Im Finale gab es ein ständiges „Bäumchen-wechsel-dich“: Ständig wechselte die Führung, zunächst lagen die Polen vorne, dann das Duo aus Taiwan, schließlich die Inder. Die Inder gingen mit 0,2 Ringen Vorsprung in die letzten drei Schüsse des Finals, doch die Polen um Einzel-Weltmeister Ivan Rakitski drehten das Match und siegten am Ende mit 2,2 Ringen Vorsprung (471,9:469,7) und treten somit die Nachfolge von Andreas Köppl & Celina Becker an, die vor zwei Jahren in Lima/PER sensationell den WM-Titel gewannen. Bronze ging an die Taiwanesen.
Die zwei deutschen Duos hatten erwartungsgemäß mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun. Dennoch enttäuschten vor allem Aileen Pitschke & David Obenaus mit 565 Ringen und Platz 24 nicht. Pitschke, die 284 Ringe beisteuerte, meinte: „Es lief sehr gut bei mir, ich konnte meine Leistung gut abrufen und mich aus dem kleinen Loch in der zweiten Serie herauskämpfen. Wir haben als Team gut gearbeitet, auch wenn natürlich immer mehr geht.“ Das galt mit Sicherheit auch für das Team Ronja Gmeinder & Lucas Struck, das mit ihren 557 Ringen auf dem 37. Platz landete. Die fehlende Konstanz – bei Serien von 88 bis 97 Ringen – war ausschlaggebend dafür, es nicht weiter nach oben zu schaffen.
KK 50m liegend Juniorinnen & Junioren: Fabel-Weltrekord durch US-Boy
In den zwei letzten Gewehr-Wettbewerben dieser WM – den Liegendschießen mit dem Kleinkaliber-Gewehr auf 50 Meter – konnten zwei DSB-Athleten überzeugen: Katrin Grabowski hatte am Ende 623,6 Ringe und erreichte als Neunte damit eine Top Ten-Platzierung. In einer ersten Reaktion meinte sie: „Ich bin nicht zufrieden, weil es nicht gereicht hat. Ich trainiere zu wenig 60 Schuss liegend am Stück, weil der Fokus auf 3x20 liegt.“ Wenige Momente später fand sie aber auch positive Worte für ihre Leistung: „Es war ein konstantes Schießen! Es war drei Ringe besser als gestern in der Elimination, von daher ist es in Ordnung!“ Anabell Dörsam kam auf 618,3 Ringe (35. Platz), Finnja Rentmeister auf 611,9 Ringe (50. Platz). Die Medaillen sicherten sich die bereits in der Frauen-Konkurrenz etablierten Schützinnen Magdalena Gawenda/POL (Gold), Pernille Nor-Woll/NOR (Silber) und Vivien Jaeggi/SUI (Bronze). Im Teamwettbewerb belegten Grabowski, Rentmeister und Xenia Mund den neunten Platz, der Titel ging an die Schweiz, vor AIN und Tschechien.
Bei den Junioren platzierte sich Alexander Karl aus deutscher Sicht am weitesten vorne. Der 19-Jährige schoss sechs relativ konstante Serien und kam am Ende auf 622,4 Ringe (14. Platz). „Es lief durchwachsen. Grundsätzlich habe ich meine Technik gut angewendet, es waren aber auch ein paar Schüsse dabei, die ich nicht gesehen und verstanden habe. Das hat mich dann ein wenig rausgebracht. Diese Phasen gab es mehrfach, deshalb ist es nicht das, was ich mir erhofft habe. Ich hätte gerne 624 oder 625 Ringe geschossen.“ Das gilt wohl auch für Moritz Faltinat (618,9 Ringe, 26. Platz), Benedikt Ascher (618,4 Ringe, 28. Platz) und Florian Beer (615,4 Ringe, 37. Platz). Sie, wie auch die insgesamt 49 Schützen wurden Zeuge eines besonderen Moments, denn der US-Boy Griffin Lake schoss mit 632,1 Ringen einen neuen Fabel-Weltrekord. Damit wurde einer der am längsten bestehenden Weltrekord im Nachwuchsbereich geknackt, DSB-Schütze Christoph Kaulich hatte 2014 629,3 Ringe geschossen. „Respekt, nicht schlecht!“, so Karl zu der phantastischen Präzisionsarbeit des Amerikaners. Silber ging an Jakub Goliszek/POL, Bronze an Braden Peiser/USA. Im Team schossen sich Karl, Ascher und Faltinat auf Platz sieben, dort ging der Titel an Norwegen, das sich vor Österreich und den USA durchsetzte.
Trap Juniorinnen & Junioren: Rosenecker läuft „heiß“
So richtig zu beneiden sind die Trap-Schützinnen und -Schützen nicht. Bei sengender Sonne müssen sie ihre Frau bzw. Mann stehen und haben keine Möglichkeit, während der Runden in den Schatten der Tribünen zu flüchten. Am zweiten Qualifikationstag lief Pius Rosenecker so richtig „heiß“, traf 49 der 50 Scheiben und kletterte auf Platz sechs. Für ihn, wie auch die anderen Schützen gilt nun folgende Devise, wie Bundestrainer Uwe Möller sagt: „Entscheidend ist, wie sie durch die Nacht kommen. Eigentlich zählt nur „voll“, bei dieser Leistungsdichte und diesem Leistungsniveau.“ Denn im Junioren-Feld liegt Rosenecker mit seinen 96 Treffern in bester Gesellschaft – sieben weitere Schützen weisen die gleiche Trefferzahl auf. Die anderen fünf DSB-Junioren haben keine Chance auf ein Finale, Henry John (92 Treffer, 37. Platz), Nolan Peters (91, 56. Platz), Ruben Fabisch (89, 65. Platz), Till Reichhardt (86, 78. Platz) und Lucas Racko (86, 80. Platz) „haben alle gekämpft, haben alle ihr Bestes gegeben. Dass es bei dem einen oder anderen nicht so klappt, ist normal, es sind welche dabei, für die ist es der erste große Einsatz und dann gleich bei einer WM – da malt natürlich der Stift“, so Möller. Die Worte gelten auch für die DSB-Juniorinnen, bei denen sich am zweiten Tag Josephine Schwenzfeier und Lea Blank deutlich steigerten und mit 87 (Schwenzfeier) bzw. 85 Treffern (Blank) auf den Rängen 23 und 31 liegen. Noch weiter oben ist Karla Riehmann platziert, die einige Scheiben und Plätze einbüßte, als 15. bit 89 Treffern aber auch nur zwei Scheiben vom Finaleingang entfernt ist. Frieda Fahr komplettiert das Juniorinnen-Quartett als 34. mit 85 Treffern.

Am 24. Juni stehen folgende Wettkämpfe auf dem Programm
- Trap Juniorinnen Qualifikation Teil 3 und Finale (13.45 Uhr)
- Trap Junioren Qualifikation Teil 3 und Finale (15.00 Uhr)
- Luftgewehr Mixed Qualifikation und Finale (18.00 Uhr)
- 25m Standardpistole Juniorinnen und Junioren
Das deutsche WM-Team in Suhl
Flinte: Luise Middel (Wiesbaden), Carlotta Wahl (Suhl), Emilie Bundan (Freren), Maxima Sagel (Paderborn), Jette Stöver (Wildeshausen), Maximilian Seibel (Freren), Valentin Woestmeyer (Saerbeck), Vlad Poddubskiy (Sprendlingen), Tobias Wenzel (Ibbenbüren), Magnus Erdmann (Suhl-Schmiedefeld), Raphael Hapke (Wedemark, alle Skeet), Till Reichardt (Schenklengsfeld), Pius Rosenecker (Dürrwangen), Henry John (Friemar), Ruben Fabisch (Kambs), Nolan Peters (Krakow am See), Lukas Racko (Wittstock), Karla Riehmann (Gotha), Frieda Fahr (Zella-Mehlis), Josefine Schwenzfeier (Hohenwarsleben), Lea Blank (Iffeldorf, alle Trap)
Gewehr: Florian Beer (Mähring, LG & KK), Benedikt Ascher (Waldkirchen, LG & KK), Alexander Karl (Eschede, LG & KK), Moritz Faltinat (Wunstorf, LG & KK), Luis Eichenseer (Neumarkt, LG), Finnja Rentmeister (Voerde, LG & KK), Xenia Mund (München, LG & KK), Katrin Grabowski (Niedernhausen-Engenhahn, KK), Anabell Dörsam (Fürth, KK), Annabelle Lotter (München, LG), Theresa Schnell (Thalmässing, LG)
Pistole: Colin Hilk (Mittenaar-Ballersbach, SFP), Fynn Kramer (Heidelberg, SFP), Fiete Kühn (Frankfurt/Oder, SFP), Phillip Liebrecht (Isernhagen, SFP), Arne Schallus (Suhl, SFP), Ben Spangenberg (Niederaula, SFP), Leon Kabisch (Treplin, LP), David Obenaus (Plessa OT Kahla, LP), Lucas Struck (Frankfurt/Oder, LP), Tjark Buchwald (Neumünster, LP), Moritz Steiner (Gundelfingen, LP), Anakin Sarrach (Booßen, LP), Aileen Pitschke (Erfurt, LP & SP), Franziska Thürmer (Witzenhausen, LP & SP), Lydia Böhmer (Mönchengladbach, SP), Lucy Wernecke (Dresden, SP), Ronja Gmeinder (Weinried, LP), Franziska Abram (Brilon, LP & SP)
LG = Luftgewehr, KK = Kleinkaliber-Dreistellungskampf, SFP = Schnellfeuerpistole, LP = Luftpistole, SP = Sportpistole
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