Olympische Spiele

Tokio 2020NE: Florian Unruh vor der Einzel-Entscheidung im Interview

30.07.2021 11:28

Am Samstag, 31. Juli (3.09 Uhr deutsche Zeit), greift Florian Unruh wieder zum Bogen. Dann steht das Achtelfinale gegen den Kanadier Duenas auf dem Programm. Was der Fockbeker in der langen Pause gemacht hat, wie er den Gegner einschätzt, sagt er im Kurz-Interview.

Foto: World Archery / Der große Triumph: In der zweiten Runde jubelte Florian Unruh mit Bundestrainer Oliver Haidn nach dem Sieg gegen den Koreaner Je Deok Kim.
Foto: World Archery / Der große Triumph: In der zweiten Runde jubelte Florian Unruh mit Bundestrainer Oliver Haidn nach dem Sieg gegen den Koreaner Je Deok Kim.

Was hast du jetzt in dieser langen Pause gemacht?
Florian Unruh: „Ich habe in der Zeit jeden Tag ein bisschen trainiert. Aber auch geguckt, dass es nicht zu viel wird, weil es sehr heiß ist und man zu viel Energie verlieren würde. Es war ganz gut vom Schießen, ich gehe positiv in den Wettkampf rein.“

Wie schwer ist es, die Spannung zu halten?
Florian Unruh: „Die Spannung wir morgen kommen. Wichtig ist, dass man weiter gute Schüsse macht und am Ball bleibt, vor allem vom Kopf.“

Was ein wenig komisch und traurig ist, dass ich jetzt in der Vierer-WG alleine bin!

Florian Unruh zur Einsamkeit in der Bogen-WG

Wie ungewohnt ist es, jetzt ohne Lisa zu schießen?
Florian Unruh: „Das hatte ich in diesem Jahr schon ein paar Mal in diesem Jahr. Was ein wenig komisch und traurig ist, dass ich jetzt in der Vierer-WG alleine bin. Aber das hat auf jeden Fall keinen negativen Einfluss auf mein Schießen. Lisa wird das Ganze von zu Hause im ZDF verfolgen.“

Hat dich deine Ausgangsposition jetzt verändert, als quasi Nummer 1 der Setzliste?
Florian Unruh: „Ich denke, das interessiert bei den letzten 16 gar nicht mehr. Jeder, der noch drin ist, dem muss man Chancen auf Gold einräumen. Natürlich, Crispin ist schlechter geranked als ein Brady (Ellison/USA, Anm. d. Red.), aber insgesamt macht das keinen Unterschied.“

Was zeichnet Duenas aus?
Florian Unruh: „Er ist sehr lange dabei. Ich glaube, er hatte 2003 oder 2004 seinen ersten Senioren-Wettkampf. Wir haben schon öfter Zeiten zusammen verbracht, z.B. im Bus einen Schnack gehalten. Wir kommen gut miteinander klar, und es freut mich, gegen einen zu schießen, den ich mag. Das ist immer entspannter, wenn man weiß, dass man mit jemanden das Match bestreitet, für den man sich freut, wenn er gewinnt und umgekehrt auch. Das wird ein geiles Match und richtig Spaß machen.“

Wer den Wind besser liest und in dem Moment die besseren Entscheidungen trifft und die besseren Schüsse macht!

Florian Unruh über die Faktoren, die das Match entscheiden werden

Gibt es eine Bilanz gegen ihn oder ein letztes Duell, an das du dich erinnerst?
Florian Unruh: „Ich weiß es nicht ganz genau. Ich glaube, ich habe gegen ihn nur verloren, es waren aber auch erst zwei Matches. Einmal draußen beim Weltcup in Polen, das ist schon echt lange her, 2014 oder 2015. und dann 2019 in der Halle in Strassen. Also muss ich das jetzt geraderücken und gewinnen, allein schon aus statistischen Gründen. Nicht, dass da steht, dass ich nur gegen ihn verloren habe.“

Worauf wird es ankommen?
Florian Unruh: „Wer den Wind besser liest und in dem Moment die besseren Entscheidungen trifft und die besseren Schüsse macht. Das Beste geben und alles vorne rein schießen. Wenn ich das gut umsetzen kann, bin ich zufrieden, egal, wie die Matches morgen ausgehen.“

Nachdem zwischen dem Zweitrundenerfolg gegen den an eins gesetzten Koreaner Je Deok Kim und dem Match gegen Crispin Duenas sage und schreibe vier Tage lagen, geht es am 31. August Schlag auf Schlag. Denn es wird bis zur Entscheidung um die Goldmedaille geschossen, d.h. die Medaillengewinner werden vier Matches an diesem Tag schießen.

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