Olympische Spiele

Tokio 2020NE: Keine Finalchance für Karsch und Wimmer

25.07.2021 04:44

Den erhofften Einzug in das Luftpistolen-Finale hat Europameisterin Carina Wimmer verpasst: Wimmer landete mit 571 Ringen (95, 94, 93, 97, 97, 95) auf Platz 20, Sportpistolen-Spezialistin Monika Karsch wurde mit 568 Ringen (98, 95, 96, 91, 95, 93) 29. Im Anschluss nominierte Bundestrainerin Barbara Georgi Wimmer für das Luftpistolen-Mixed mit Christian Reitz am 27. Juli.

Foto: Picture Alliance / War nicht ganz zufrieden mit ihrer Olympia-Premiere: Carina Wimmer.
Foto: Picture Alliance / War nicht ganz zufrieden mit ihrer Olympia-Premiere: Carina Wimmer.

Wimmer hatte im Vorfeld gesagt, dass sicherlich 577 bzw. 578 Ringe für den Finaleingang notwendig wären. Damit lag die 25-Jährige exakt richtig. Der letzte und achte Finalplatz ging mit 577 weg – ein hoher Wert, den Wimmer im Training aber schon mehrfach geschossen hatte.

Es war eine ganz andere Stimmung als bei anderen Wettkämpfen, damit musste ich erst einmal klarkommen!

Carina Wimmer zu ihrem ersten Olympia-Auftritt

Foto: Picture Alliance / Erst Luftpistole, ab sofort Sportpistole: Monika Karsch fokussiert.
Foto: Picture Alliance / Erst Luftpistole, ab sofort Sportpistole: Monika Karsch fokussiert.

Das deutsche Duo absolvierte den Wettkampf nahezu diametral: Während Wimmer bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme schwierig in den Wettkampf fand und in den ersten drei Durchgängen zu viele Ringe liegen ließ - bei 30 Schuss landeten nur 14 in der Zehn („Es war aufregend. Es war eine ganz andere Stimmung als bei anderen Wettkämpfen, damit musste ich erst einmal klarkommen!“) -  begann Karsch wie entfesselt mit sechs Zehnern. Erst in der vierten Serie vermochte sie nicht mehr ihr hohes Niveau zu halten, auch weil ein anderes Problem auftauchte: „Ich habe auf die Uhr geguckt und war erschrocken, dass schon 36 Minuten vorbei waren. Ich hatte das Gefühl, ich muss schneller machen und habe das in der vierten Serie mit drei Achtern dann nicht zusammengebracht.“ Nach den drei angesprochenen Achtern bei den Schüssen 35, 36 und 39 war klar, dass es nicht für weiter oben reichen würde, dennoch zog Karsch insgesamt ein positives Fazit, auch im Hinblick auf den Sportpistolen-Wettkampf: „Es war heute sicherlich mehr drin gewesen, aber ich bin zufrieden mit mir. Es war wichtig, mit der Luftpistole zu starten, um die Abläufe kennenzulernen und die Erfahrung für den Sportpistolen-Wettkampf zu sammeln. Ab sofort geht es nur noch um die Sportpistole.“

Ab sofort geht es nur noch um die Sportpistole!

Monika Karsch nutzte den Luftpistolen-Wettkampf für ihre Spezial-Disziplin

Und Wimmer? Positiv: Sie kämpfte sich in den Wettkampf zurück und zeigte, warum sie in Osijek sensationell Europameisterin geworden war und sich den letzten Quotenplatz gesichert hatte. „Es war viel Arbeit! In den ersten drei Serien habe ich nach dem Fokus gesucht, ab Serie vier gab es keine Option mehr. Da war mein Zustand anders, da habe ich super gearbeitet und war konsequent.“ Und gab einen Einblick in ihre Gedanken während des Wettkampfes: „Es war viel schwerer, bei jedem Schuss dabei zu bleiben, zwischen den Schüssen die richtigen Gedanken zu machen. Da braucht es vielleicht ein bisschen mehr Erfahrung bei Olympischen Spielen.“

Man muss ihr die Zeit geben, sich entwickeln zu dürfen!

Bundestrainerin Barbara Georgi über die zuletzt rasante Entwicklung von Carina Wimmer

Bundestrainerin Barbara Georgi nahm Wimmer ausdrücklich in Schutz: „Man darf nicht vergessen, was das für eine emotionale und psychische Anstrengung für Carina ist: Im Mai ist sie Europameisterin geworden, dann noch Zweite beim Weltcup in Osijek und wurde von einem Nobody zu einer Medaillenkandidatin innerhalb von acht Wochen gehoben – man darf nicht zu viel erwarten und muss ihr die Zeit geben, sich entwickeln zu dürfen. Ich bin nicht enttäuscht, sondern habe mich gefreut, dass sie hinten raus gezeigt hat, was sie schießen kann.“

Sportdirektor Heiner Gabelmann fasste zusammen: „Für Carina Wimmer ist das sicherlich ein etwas enttäuschender Ausgang. Sie hat sich mehr vorgenommen als Europameisterin. Der Finaleingang mit 577 war hoch, da hätte alles zu 100 Prozent passen müssen. Monika Karsch war bis zur Mitte des Wettkampfes gut unterwegs, kam dann etwas unter Zeitdruck und der Schluss hat sie dann zurückgeworfen. Das Ergebnis mit zwei, drei Ringen mehr ist sicherlich in Ordnung für sie.“

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