Bundesliga
Bundesliga Luftgewehr: Das Finalfeld steht
Der Bund München und sieben Teams, die sich bereits im vergangenen Jahr für das Bundesligafinale qualifiziert hatten – so sieht das Teilnehmerfeld der Luftgewehr-Teams für das Bundesligafinale in Rotenburg an der Fulda (7./8. Februar) aus. Dabei sorgten die Münchener mit einem neuen Rekord von 1995 Ringen für den Höhepunkt des Vorrundenendes. Absteigen müssen dagegen der SV Hubertus Steinbach und die SSVG Brigachtal, in die Relegation gehen der SV Kamen und Gmütlichkeit Luckenpaint.

Norden: Freiheit belohnt sich für tolle Aufholjagd
Mit beeindruckenden Zahlen beendete die SSG Kevelaer die Vorrunde im Norden: Ein Ring-Durchschnitt von 1986,0 und 22:2-Punkten bedeuteten Platz eins für Anna Janßen & Co. Im Heimspiel gab es zum Ende der Vorrunde zwei 4:1-Siege gegen Gölzau und Müllenborn. „Wir sind sehr zufrieden. Vor heimischem Publikum und vor einer so großartigen Kulisse möchte man sich natürlich auch bei allen bedanken, die uns das ganze Jahr unterstützen. Das ist uns sehr gut gelungen, selbst wenn der Wettkampf am Sonntag etwas holprig war“, so Franka Janßen. Der Vierfach-Champion reist als bestes Nord-Team nach Rotenburg: „Wir haben unser Ziel erreicht und gehen als Nordmeister ins Finale. Der obere Teil der Liga wächst immer weiter zusammen. Dass wir die Tabelle mit so einem starken Mannschaftsdurchschnitt anführen, zeigt auch, wie positiv die Vorrunde für uns ausgefallen ist. Vom ersten Wettkampf an waren wir voll da und haben alles für den ersten Platz gegeben“, so Janßen. Angeführt von ihrer Schwester Anna, die aber einige Male wegen internationaler Auftritte fehlte, der Inderin Ayonika Paul sowie zahlreichen Eigengewächsen stellt Kevelaer in dieser Saison abermals eine sehr schlagkräftige Truppe, deren Stärke „hausgemacht“ ist, wie Franka Janßen erklärt: „Wir vertrauen einander. Aufgrund verschiedener Terminüberschneidungen sind wir nahezu jedes Wochenende mit einer anderen Aufstellung an den Start gegangen. Das hat aber niemals dafür gesorgt, dass man nicht mit breiter Brust vor dem Gegner stand. Vor allem sind wir alle in der SSG „groß“ geworden und haben schon früh miteinander trainiert. Das bringt besonders viel Spaß und Leichtigkeit an den Wochenenden mit sich.“
Neben den „Tigern“ aus Kevelaer sind auch Titelverteidiger ST Hubertus Elsen, die SB Freiheit und der SV Wieckenberg in Rotenburg dabei – und damit exakt das Quartett, das auch 2025 den Norden im Bundesligafinale vertreten hatte. Elsen machte dies mit einem 3:2 gegen Wieckenberg und einem 4:1 gegen Wissen perfekt, Wieckenberg punktete gegen Kamen (4:1). Und Freiheit? Die krönten mit zwei 5:0-Siegen gegen Kamen und Steinbach eine grandiose Aufholjagd, die auch die routinierte Jolyn Beer stolz machte: „Ich muss ein riesiges Lob an das Team und das Team um das Team aussprechen. Unser Saisonstart war mehr als holprig: Erstes Wochenende schwierig, dann der Setzlistenfehler am zweiten Wochenende– das hat uns schon sehr getroffen und gebeutelt. Wir wussten aber, die Chance besteht noch – wir müssen nur noch jedes Match gewinnen.“ Was so einfach dahingesagt ist, setzten die Niedersachsen eindrucksvoll um, denn mit acht Siegen in Serie gelang noch der Sprung auf Platz drei: „Wir wussten, dass wir dazu in der Lage sind, weil wir uns zur vergangenen Saison in ähnlicher Besetzung weiterentwickelt haben. Als besten Beweis dafür kann das Abschluss-Wochenende herangezogen werden, als die Freiheiter 1983 und 1988 Ringe schossen und das ohne den etatmäßigen Weltklasse-Ausländer. „Wir haben uns für das Finale warmgeschossen, wissen um die schwere Aufgabe dort, freuen uns, wieder dabei zu sein und sind superstolz“, so Beer abschließend, die mit einem Schnitt von 397,17 Ringen („Eine meiner besten Saisons!“) einen wesentlichen Teil zu dieser famosen Aufholjagd beitrug.
Mit nur einem Sieg aus elf Begegnungen muss dagegen Aufsteiger SV Hubertus Steinbach den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Der SV Kamen tritt bei Punktgleichheit mit Ohligse (6:16-Punkte) nur aufgrund des schwächeren Einzelpunkte-Verhältnisses (17:38 vs. 22:33) wie in der vergangenen Saison in der Relegation an. Diese findet am 24./25. Januar in Hannover statt.

Süden: Der Bund zweimal ganz formidabel
„Dieses Wochenende haben wir als Mannschaft eine riesige Leistung gezeigt. Das Team hat verstanden, welche großen Ergebnisse für jeden Einzelnen, aber auch in dieser besonderen Konstellation als Mannschaft möglich sind. Jetzt wissen wir, wozu wir fähig sind – und wer diese Hürde einmal überwindet, für den gibt es eigentlich keine Hürde mehr.“ Dem Statement von Daniel Bühlmeyer ist kaum etwas hinzuzufügen. Der Kaderschütze von Bund München sorgte mit seinen Teamkollegen für zwei ganz starke Ausrufezeichen an die Konkurrenz: Sowohl gegen Eichenlaub Saltendorf als auch den SV Germania Prittlbach schossen die bayerischen Landeshauptstädter 1995 Ringe und steigerten damit den deutschen Rekord um einen Ring. „Mit dem neuen deutschen Rekord haben wir ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Besonders stolz macht mich, dass wir diesen Rekord nicht nur einmal aufgestellt, sondern im zweiten Wettkampf direkt bestätigt haben. Das zeigt, dass es kein Zufall war, sondern das Ergebnis harter Arbeit und absoluter Überzeugung“, so Bühlmeyer. Damit blieben die Bund-Schützen als einziges der 24 Luftgewehr-Teams ohne Niederlage und schossen sich somit in die Favoritenrolle für den Showdown in Rotenburg an der Fulda: „Mit Blick auf das Finale wissen wir, dass die Nordvereine nicht zu unterschätzen sind. Wir sehen uns nicht als alleinigen Favoriten, sondern als Mitfavoriten. Diese Rolle nehmen wir an – und natürlich sind unsere Augen klar auf die Medaille gerichtet.“
Mit dem SV Pfeil Vöhringen, dem SSV Kronau und der SSG RWS Fürth machen drei weitere Südvereine die Reise zum Finale nach Hessen und damit das, was sie im vergangenen Jahr schon tun durften. Vöhringen siegte am Wochenende zweimal (jeweils 4:1 vs. Fürth & Brigachtal), Weltmeister Maximilian Dallinger schoss in beiden Wettkämpfen 399 Ringe – und verpasste es damit, seine Serie von fünf perfekten 400-ern auszubauen. Kronau und Fürth unterlagen jeweils am Samstag und mussten am Sonntag liefern. Kronau siegte 5:0 gegen Endorf, Fürth 4:1 gegen Luckenpaint: „Natürlich haben wir gewusst, dass wir diesen Wettkampf gewinnen müssen, aber wir sind ein gutes Team und haben diese Situation gut gemeistert“, meinte Theresa Schnell im Anschluss. Die Junioren-Europameisterin von 2025 zog auch ein positives Fazit der Vorrunde: „Ich denke, wir können auf eine gute Vorrunde zurückblicken, schließlich haben wir nur die Wettkämpfe gegen die Mannschaften verloren, die in der Tabelle vor uns liegen. Unser Ziel war es, in das Finale zu kommen, und das haben wir nun geschafft. Es ist egal, mit welcher Platzierung wir in das Finale ziehen, denn es sind alle Mannschaften aus dem Norden stark.“
Im Tabellenkeller zeigte sich Gastgeber Mertingen von seiner besten Seite und sicherte sich mit Siegen gegen Brigachtal und Kempten (jeweils 4:1) den Klassenerhalt. Brigachtal muss nach dem Aufstieg direkt wieder in die 2. Liga, Luckenpaint kann dies in der Relegation (23.-25. Januar in Heitersheim) noch abwenden.
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