Bundesliga
Bundesligafinale Rotenburg an der Fulda: Es sind noch Rechnungen offen…
Die weltweit stärkste Liga des Schießsports lädt wieder einmal ein, den Deutschen Meister zu ermitteln. Dazu findet das Bundesligafinale der Saison 2025/2026 des Deutschen Schützenbundes vom 6. bis 8. Februar 2026 nun mittlerweile zum siebten Mal in Rotenburg an der Fulda und zum insgesamt 28. Mal statt. Dabei gibt es bei den acht Luftgewehr-Finalisten noch einige Rechnungen aus dem Vorjahr zu begleichen...

Spannender denn je gestaltete sich bereits der Weg zum Finale für einige der Luftgewehr-Teams, schließlich waren vor dem letzten Vorrundenwochenende noch sieben der acht Finalplätze nicht endgültig vergeben. Lediglich der Bund München konnte mit einer „weißen Weste“ ungeschlagen das Ticket für das Finale bereits lösen. Am Ende setzten sich dann doch die „altbekannten“ Vereine durch, die auch im Jahr zuvor bereits das Finale bestreiten durften. Nachdem im Viertelfinale letztjährig das Finalwochenende für den gesamten Süden beendet war, bleibt in diesem Jahr abzuwarten, ob der Süden seine Hausaufgaben gemacht hat… Übrigens: Zwei der vier Viertelfinals gab es bereits im letztjährigen Bundesligafinale - Fürth gegen Kevelaer und Kronau gegen Elsen müssen sich erneut duellieren.
Die Viertelfinals beim Bundesligafinale 2026
9.00 Uhr: SV Pfeil Vöhringen - SB Freiheit
10.45 Uhr: ST Hubertus Elsen - SSV Kronau
12.30 Uhr: Der Bund München - SV Wieckenberg
14.15 Uhr: SSG Kevelaer - SSG RWS Fürth
Im Einzelnen stellt Marco Hilger, DSB-Assistenztrainer Gewehr und Finalmoderator für den Livestream, die Teams kurz vor und gibt auch eine Einschätzung auf die Möglichkeiten der einzelnen Vereine zum Weiterkommen.

Der Bund München (Süd-1.): Der Bund München geht in dieses Finale als klarer Titelfavorit, an dem sich alle anderen messen müssen! Über die gesamte Saison hinweg haben die Münchner eine bemerkenswerte Geschlossenheit gezeigt: Selbst, wenn ein Schütze einmal unter seinem üblichen Niveau blieb, wurde das fast immer von einem Teamkollegen aufgefangen. Diese Breite ist ihr größter Trumpf. An jeder einzelnen Position können die 400 Ringe erzielt werden. Und dass sie es tatsächlich können, haben sie dieses Jahr bereits eindrücklich unter Beweis gestellt: mit dem neuen Ligarekord von 1995 Ringen, den die Münchener am letzten Wettkampfwochenende gleich zweimal erzielten, lehren sie allen Gegnern das Fürchten. Verstärkt wurde der Bund München durch den Olympiateilnehmer und Vize-Weltmeister im Team Maximilian Ulbrich, der nach dem Rückzug der FSG Dießen nun sein Können in der bayerischen Metropole unter Beweis stellt – sechs Mal 400 Ringe stehen für ihn im Saisonverlauf zu Buche! Insgesamt kann der Bund München aus dem Vollen schöpfen: so steht neben zahlreichen internationalen Top-Schützen auch das Ehepaar Bühlmeyer in Diensten der Titelanwärter. Hanna und Daniel Bühlmeyer, die als erstes Ehepaar im Gewehrbereich gemeinsam an der Weltmeisterschaft 2025 teilnehmen durften, konnten diese Saison ebenfalls mehrere Male das perfekte Ergebnis erzielen. Im Viertelfinale muss der Bund München gleich sein Leistungsvermögen abrufen – hier wartet mit dem SV Wieckenberg kein Geringerer als der Deutsche Meister 2024. Sollten die Münchener diese Hürde nehmen träfen sie im Halbfinale entweder auf St. Hubertus Elsen oder auf den SSV Kronau, den sie in dieser Saison bereits einmal bezwingen konnten.
SV Pfeil Vöhringen (Süd-2.): Vorjahresfinalist Pfeil Vöhringen musste im Laufe der Saison zwei Niederlagen einstecken: Der Bund München und auch Eichenlaub Saltendorf wiesen den Vöhringern die Grenzen auf. Natürlich mussten die Schwaben immer wieder Ausfälle kompensieren, die durch internationale Einsätze der Top-Schützen entstanden, aber so ist das nun einmal in einem hochkarätig besetzten Team. Hieraus entsteht allerdings auch die große Stärke der Truppe rund um Maxi Dallinger. Der Weltmeister, der mit seinen beeindruckenden Leistungen bei fünf von sieben Einsätzen die optimale Ringzahl von 400 Ringen erreichen konnte, kann sich auf seine Mannschaftskameradinnen und -kameraden verlassen: Während seiner Abwesenheit zeigte die Mannschaft eine geschlossene Leistung und konnte wichtige Punkte im Kampf um die Finalteilnahme einfahren. Waren die Schwaben in der Vorjahressaison noch ungeschlagen ins Finale eingezogen, bleibt in diesem Jahr abzuwarten, wie sie sich im Viertelfinale präsentieren. Auf jeden Fall soll das erneute Aus im Viertelfinale dieses Jahr vermieden werden, allerdings wartet gleich im allerersten Wettkampf des diesjährigen Finals (Samstag, 9:00 Uhr) die SB Freiheit – die beiden Vereine sind im Finale des Öfteren aufeinandergetroffen. Eine gewisse Spannung immer mit inbegriffen!
SSV Kronau (Süd-3.): Im letzten Jahr durften die Kronauer als Viertplatzierte des Südens am Finale teilnehmen, mussten aber gleich im ersten Duell gegen St. Hubertus Elsen antreten, welches sie knapp mit 2:3 verloren und folglich das weitere Finalgeschehen von der Tribüne aus ansehen. In diesem Jahr konnten sie sich am letzten Wettkampfwochenende noch den dritten Platz im Süden sichern, was dazu führt, dass sie im diesjährigen Viertelfinale nicht den Erstplatzierten des Nordens als Gegner bekommen, sondern den Zweitplatzierten – allerdings wieder St. Hubertus Elsen! Eine offene Rechnung kann somit beglichen werden. Die Mannschaft rund um die Nationalmannschaftsschützen Larissa Wegner, Nele Stark und Max Braun vertraut auf den Teamgeist, haben sie doch den vermeintlich kleinsten Kader und in dieser Saison nur insgesamt sieben Schützinnen und Schützen eingesetzt. Auf der Ausländerposition kam bei den Baden-Württembergern dieses Jahr der US-Amerikaner Gavin Barnick zum Einsatz, der zwar auf Position eins einmal 400 Ringe erzielen konnte, allerdings auch mit 394 Ringen ein eher durchschnittliches Ergebnis erreichte. Hier bleibt abzuwarten, wie Kronau aufstellt und wie sich die Truppe im erneuten Duell mit Elsen präsentiert.
SSG RWS Fürth (Süd-4.): Niederlagen mussten die Fürther nur gegen die drei Mannschaften einstecken, die auch in der Tabelle letztendlich vor ihnen platziert sind: Der Bund München, Pfeil Vöhringen und Kronau. Am Ende war es der Sieg gegen Gemütlichkeit Luckenpaint am letzten Wettkampfwochenende, der dazu führte, dass die SSG RWS Fürth ins Finale als Viertplatzierter des Südens einziehen konnte. Mannschaftspunktgleich sind die Franken sogar mit den drittplatzierten Kronauern, allerdings sind auf deren Konto mehr Einzelpunkte verbucht. Auch für die Franken kommt es also am Samstag im Viertelfinale zum Duell aus dem Vorjahr mit dem Nord-Meister und Seriensieger der Jahre 2019 bis 2023, der SSG Kevelaer. Ein harter Brocken, den es aus dem Weg zu räumen gilt, will man nicht - wie im letztjährigen Bundesligafinale - direkt nach dem ersten Wettkampf die Heimreise antreten. Auch hier ist also noch die Rechnung aus dem Vorjahr offen. Angeführt wird die junge Truppe von der Junioren-Europameisterin Theresa Schnell, die zweimal die 400 Ringe erzielen konnte, und von der Junioren-Nationalmannschaftsschützin Xenia Mund, die dieses Ziel viermal nur um einen Ring verpasste. Die Erfahrung erhält das aufstrebende Team von der Trainerbank: Hubert Bichler und Sonja Pfeilschifter werden auch in diesem Finale die Geschicke der Franken lenken. Im Duell mit Kevelaer sind die Fürther zumindest auf dem Papier allerdings klarer Außenseiter.
SSG Kevelaer (Nord-1.): Kevelaer ist das norddeutsche Gegenstück zu München: ein Team, das weniger durch spektakuläre Ausreißer nach oben auffällt, sondern durch eine fast schon beängstigende Verlässlichkeit. Selbst die auf Position acht geführte Marie Billion hat noch einen Schnitt von über 396 Ringen. Ihre einzige Niederlage in diesem Jahr mussten die Rheinländer gegen die SB Freiheit einstecken, allerdings auch erst nach zweimaligem Stechen. Ansonsten konnten auch die mehrmaligen Ausfälle von Star-Schützin Anna Janßen gut verkraftet werden, die bei internationalen Wettkämpfen, unter anderem der Weltmeisterschaft im November 2025, im Einsatz war. Gerade diese mannschaftlich geschlossene Leistung macht das Team vom Niederrhein seit Jahren so stark. Wenig verändert im Laufe der Jahre, konnte die SSG Kevelaer nur unterbrochen durch das Corona-Jahr (kein Finale im Jahr 2021), in den Jahren 2019 bis 2023 viermal hintereinander Deutscher Meister werden. Als Nord-Meister treffen die Kevelaer im ersten Duell auf den Viertplatzierten aus dem Süden, die SSG RWS Fürth, die sie bereits im Finale 2025 als Gegner hatten. Als klarer Favorit in diesem Wettkampf will die SSG 2026 nun nach Titeln mit Elsen gleichziehen. Nach dem Titelgewinn durch Elsen 2025 würde das Team um Trainer Simon Janßen zu gerne wieder vor den zahlreichen Fans jubeln.
ST Hubertus Elsen (Nord-2.): Elsen ist Dauergast im Finale und aus dem Finalgeschehen nicht mehr wegzudenken. Vielmehr noch: Wenn die Paderborner im Finale antreten, kommt meistens Edelmetall heraus. Zwölf Medaillen (5x Gold, 4x Silber, 3x Bronze) bei 19 Finalauftritten sprechen Bände und mit dem letztjährigen Titel sind die Elsener mit fünf Siegen Rekordmeister. Angeführt wird die Truppe seit Jahren vom Ungarn Istvan Peni, der als Welt- und mehrfacher Europameister immer wieder ein Punktegarant ist. Da Elsen allerdings auch auf den weiteren Positionen auf Top-Schützen aus dem In- und Ausland zurückgreifen kann, ist hier im anstehenden Duell mit Kronau, dem erneuten Viertelfinal-Duell aus 2025, ein spannender Wettkampf zu erwarten. Lediglich zwei Niederlagen stehen bei den Paderbornern im Laufe der Saison zu Buche. Eine gegen Kevelaer, die erst im Stechen entschieden wurde und eine überraschende gegen Braunschweig, bei der Elsen zwar deutlich mehr Ringe erzielte, an den entscheidenden Position allerdings die Punkte nicht einfahren konnte. Zugestehen muss man hier zwar das Fehlen von Peni, aber auch er konnte im Kampf mit Kevelaer die Niederlage nicht abwenden – sein direktes Duell verlor er gegen Anna Janßen mit 399 zu 400 Ringen. Im Finale kann der Titelverteidiger, betreut von Heinz Reinkemeier, sowohl auf die Erfahrung des Trainers als auch auf die Erfahrung jedes einzelnen Schützen vertrauen, im Kampf um eine weitere Medaille – es wäre die insgesamt 13.
SB Freiheit (Nord-3.): Beinahe wäre die Finalteilnahme der SB Freiheit schon früh in der Saison in Gefahr geraten: Zwei Auftaktniederlagen sowie ein Fehler in der Ausübung der Setzliste führte zum katastrophalen Saisonstart für die Niedersachsen. „Den Fehler haben wir gemacht, dazu stehen wir, aber jetzt heißt es: „Angriff“!“ Das waren die Worte von Christian Pinno, dem Trainer der Mannschaft aus Osterode am Harz, nach dem Fauxpas. Und der Angriff auf die Punkte ließ nicht lange auf sich warten: Die Freiheiter starteten eine Siegesserie, die bis zum letzten Wettkampf der Saison anhielt: alle acht anschließenden Wettkämpfe wurden gewonnen. Dabei kam die momentan weltbeste Schützin, die Norwegerin Jeanette Hegg Duestad, lediglich zweimal in dieser Saison zum Einsatz. Jedoch waren sich alle anderen Team-Mitglieder ihrer Verantwortung bewusst und meisterten ihre Aufgaben bravourös.
Im Viertelfinale trifft Freiheit auf das Team Pfeil Vöhringen, mit dem seit Jahren eine gesunde Rivalität gepflegt wird. Ein spannender Wettkampf, bei dem es zum Duell zwischen zwei Weltmeistern kommen kann: Jeanette Hegg Duestad, amtierende Weltmeisterin Kleinkaliber 3x20, mit einem Ligaschnitt von 399,5 Ringen und Maxi Dallinger (Vöhringen), amtierender Weltmeister Luftgewehr, mit einem Schnitt von 399,71 Ringen. Aber auch für die weiteren Positionen wird von beiden Teams taktisches Kalkül und ein glückliches Händchen erforderlich sein, wobei beide Mannschaften auf einen breit aufgestellten Kader zurückgreifen können.
SV Wieckenberg (Nord-4.): Der SV Wieckenberg tritt als Viertplatzierter des Nordens die vermeintlich schwierigste Aufgabe an: Er bekommt es mit dem Bund München zu tun, der dieses Jahr die Süd-Liga dominiert hat. Mit der Olympiasiegerin, Chiara Leone/SUI, in den Reihen tritt das Team aus Wieckenberg fast unverändert im Vergleich zu den Vorjahren an. Mit nahezu identischer Zusammenstellung gelang Trainerfuchs Horst-Dieter Ruschel 2024 der Coup: Die Niedersachsen wurden Deutscher Meister. Ein Titel, mit dem zu diesem Zeitpunkt wohl eher die Wenigsten gerechnet hatten. Neben seinen Töchtern Melissa und Isabell stehen Horst-Dieter Ruschel mit Henrik Larsen (DEN), Robin Zissel und Neuzugang Romain Aufrere (FRA) weitere große Namen zur Verfügung. Auch im letzten Jahr begann für Wieckenberg die Finalreise auf Platz vier des Nordens, und sie endete letztendlich mit der Bronzemedaille. In das Match mit dem Süd-Meister geht Wieckenberg aber als Außenseiter ins Rennen.
Das Bundesliga-Finale 2026 lebt von einem spannenden Kontrast: Auf der einen Seite stehen mit dem Bund München und SSG Kevelaer zwei Teams, die über die Saison hinweg am konstantesten und geschlossensten aufgetreten sind. Auf der anderen Seite stehen erfahrene Finalisten wie Elsen und dynamische Herausforderer wie SB Freiheit oder Vöhringen, die mit Mut und Tagesform viel bewegen können.
Sportlich betrachtet läuft vieles auf ein Duell der Favoriten hinaus, aber genau das macht dieses Finale so reizvoll: Im Luftgewehr-Schießen kann ein einziger Neuner alles verändern – und plötzlich steht ein Team ganz oben, das vorher kaum jemand auf dem Zettel hatte.
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