Bundesliga
Bundesligafinale Rotenburg: Die acht Pistolen-Teams
Das große Finale der Bundesliga Luftpistole/Luftgewehr in Rotenburg an der Fulda (7./8. Februar) steht an, und der Ausgang scheint so offen wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Bereits die Viertelfinals versprechen Hochspannung, wie auch die Experten-Einschätzung von Jan-Erik Aeply, Sportdirektor des Bayerischen Sportschützenbundes und Kommentator im Livestream, zu den Luftpistolen-Teams zeigt.

Schon in der Vorrunde gab es viele Überraschungen, vor allem im Süden. Mit Ausnahme vom TSV Ötlingen gab es in keiner der Paarungen klare Favoriten. Wie wichtig dabei jeder gewonnene Einzelpunkt zählt, wird in den Endtabellen deutlich. Der KKS Hambrücken konnte sich erst im letzten Wettkampf mit einem knappen 3:2-Sieg gegen den TSV Ötlingen den vierten Platz und somit die Finalteilnahme sichern, punktgleich mit dem Vorjahresfinalisten FSG Kempten. Wie schon im Vorjahr konnte sich der Rekordmeister aus Waldenburg nicht für das Finale qualifizieren, zu instabil - und nicht immer in Bestbesetzung - war der Saisonverlauf.
Der SV Kelheim-Gmünd und der amtierende Deutsche Meister ESV Weil am Rhein konnten in den entscheidenden Partien die erforderlichen Punkte gewinnen und sich „problemlos“ für das Finale qualifizieren. Kelheim ist mit der 20. Finalteilnahme nun gleichauf mit dem bisherigen Rekordteilnehmer Braunschweiger SG.
Die Überraschung im Süden ist mit Sicherheit das Team aus Waldkirch. Stark verjüngt und mit einigen neuen Gesichtern im Team haben die Schwaben letztendlich in vielen Partien konstante Leistungen gezeigt und sich verdient für das Finale qualifiziert.

In der Nordgruppe waren die ersten vier Teams der Tabelle zu konstant und dominant gegenüber den anderen acht Teams. Allen voran der SV Kriftel. Wiederholt hat das Team von Trainerlegende Detlef Glenz eine beindruckende Saison absolviert, wiederholt ungeschlagen! Auf dem Blatt Papier gilt das Team somit als Favorit für das Finalturnier!
Der Abstand des viertplatzierten Teams aus Berlin zu Platz vier beträgt sage und schreibe sechs Punkte! Der SV Falke Dasbach hat in der Vorrunde für so manche Überraschung gesorgt, letztendlich aber mit Platz drei in der Tabelle inklusive der verdienten Finalteilnahme alle Insider überrascht.
Mit Olympia Berlin hat sich der Seriensieger aus den Anfängen der Bundesliga wieder für das Finale qualifiziert und jetzt 20 Finalteilnahmen gleichauf mit dem bisherigen Rekordhalter von der SG Braunschweig.
Die Viertelfinals beim Bundesligafinale 2026
9.00 Uhr: SV Falke Dasbach - ESV Weil am Rhein
10.45 Uhr: Sp.Sch.St.Seb.Pier2000 - SV Waldkirch
12.30 Uhr: PSV Olympia Berlin - SV Kelheim-Gmünd
14.15 Uhr: SV 1935 Kriftel - KKS Hambrücken
SV Kelheim-Gmünd (1. Platz Süd): Das sehr erfahrene Team hat in der Vorrunde souveräne Leistungen abgeliefert. Mit nur zwei Niederlagen, gegen den amtierenden Deutschen Meister Weil am Rhein und Kempten, haben die Oberpfälzer nichts „anbrennen“ lassen. Bewährtes Personal sicherte die 20. Finalteilnahme in der Geschichte der Bundesliga. Sind alle Topschützen beim Finale an Bord, geht kein Weg an Kelheim vorbei. Erst im Finale kann es das Duell des Südmeisters gegen den Nordmeister aus Kriftel geben.
ESV Weil am Rhein (2. Platz Süd): Der amtierende Deutsche Meister konnte in der gesamten Vorrunde auf sein Stammpersonal der letzten Jahre zurückgreifen. Zwar mussten die Südbadener drei Niederlagen verzeichnen, aber in den entscheidenden Matches hat das Team meisterlich gepunktet. Die große Frage wird sein: Kann Weil am Rhein einen ihrer starken ukrainischen Schützen Viktor Bankin oder Oleg Omelchuk für das Finale an den Start bringen? Wenn ja, ist alles möglich, sogar am Ende die Titelverteidigung. Mit den erfahrenen Schützen aus den letzten erfolgreichen Jahren ist das Team Favorit im Viertelfinale gegen Falke Dasbach.
SV Waldkirch (3. Platz Süd): Für mich die Überraschung der Saison im Süden! Nach den Höhen und Tiefen der letzten Jahre hat sich der Deutsche Meister von 2016 neu aufgestellt. Der neue Coach Quirin Rothdach hat ein junges Team geformt, angeführt von Alexander Kindig, der bereits 2016 beim Titelgewinn dabei war. Keine großen Topschützen, dafür viel Jugend und Leidenschaft. Mit starken Ergebnissen in ihrer ersten Bundesliga-Saison ist Theresia Baarmann die absolute Verstärkung für das Team aus Schwaben. Waldkirch hat im Finale nichts zu verlieren, mit der Finalteilnahme ist das heimliche Saisonziel erreicht! Und da liegt auch die Chance gegen Pier im Vierteilfinale, zehn Jahre nach dem sensationellen Deutschen Meistertitel an gleicher Stelle! Damals waren es auch alles junge Himmelstürmer…
KKS Hambrücken (4. Platz Süd): Erst mit dem 3:2-Sieg gegen Ötlingen im letzten Wettkampf der Vorrunde konnte sich das Team von Trainer Karl Heinz Heil für das Finalturnier qualifizieren. Hambrücken konnte am meisten davon profitieren, dass in der Südgruppe jeder jeden besiegen kann. Am Ende hat es für den Vizemeister von 2024 zur zweiten Finalteilnahme gereicht, auch weil das junge Team in den entscheidenden Phasen der Vorrunde wichtige Siege errungen hat. Vor allem der Sieg am zweiten Wettkampftag gegen den amtierenden Deutschen Meister Weil am Rhein war der Grundstein für das Erreichen des Finals. Das Team wird angeführt vom 26-jährigen Robin Walter, der in dieser Saison bisher alle Wettkämpfe für sein Team bestreiten konnte. Ein weiterer wichtiger Baustein für den Erfolg! Mit dem SV Kriftel wartet kein Geringerer als der ungeschlagene Nordmeister im Viertelfinale. Beide Teams treffen das erste Mal in der Bundesliga aufeinander, und somit kommt es auch zum Duell der beiden besten Luftpistolenschützen Deutschlands, Christian Reitz gegen Robin Walter.
SV 1935 Kriftel (1. Platz Nord): Wieder einmal ungeschlagen in der Vorrunde. Zwar ist das Team bei den ersten drei Wettkämpfen mit jeweils knappen 3:2-Siegen nur schwerlich in die Saison gestartet, aber am Ende doch immer als Sieger vom Stand gegangen. Auch ohne Christian Reitz, der zu Beginn der Saion internationalen Verpflichtungen nachkommen musste, gewannen die Hessen ihre ersten beiden Partien! Für Kriftel stellt sich nicht die Frage nach der Teilnahme an der Finalrunde, es zählt das Erreichen des Goldfinals. Wie schwer das sein wird, haben die letzten Jahre gezeigt. Das letzte „Endspiel“ für Kriftel war 2018. Gerade im Viertelfinale tut sich die Übermannschaft aus dem Norden immer schwer, und auch bei dieser Finalrunde wartet mit Hambrücken kein Geringerer als der Vizemeister von 2024 und Robin Walter…
Sp.Sch.St.Seb.Pier2000 (2. Platz Nord): Alle guten Dinge sind drei! Zum dritten Mal in Folge qualifiziert sich das Team aus Nordrhein-Westfalen für das Finale. Eine konstante Saison war der Grundstein für das Saisonziel Finale. Mit vier Schützen (Markus Kremser, Tobias Kaulen, Robin Januszek, Andreas Kögler), die jeweils alle Wettkämpfe in der Vorrunde bestritten, wurde auch in diesem Punkt viel Konstanz an den Tag gelegt. Übrigens haben die vier Schützen Finalerfahrung, was sich am Ende im Viertelfinale gegen Waldkirch auszahlen könnte. Können die Pierer im Finale eine ihrer Internationalen Topschützinnen (Jako Miriam/HUN oder Haniyeh Rostamiyan/IRN) einsetzen, ist mit allem zu rechnen. Im vergangenen Jahr war das Team nur knapp am späteren Deutschen Meister Weil am Rhein im Viertelfinale gescheitert.
SV Falke Dasbach (3. Platz Nord): Das Team von Trainer Alexander Gangluff ist sicherlich im Norden die Überraschung der Saison. Keine großen Namen, aber dafür sehr ausgeglichen geschossen. Die ersten acht Wettkämpfe konnten alle gewonnen werden, der Garant für den Erfolg und das Erreichen der Finalrunde. Es ist die zweite Finalteilnahme in der Bundesligahistorie des Vereins, und somit kann das Team aus Hessen ganz frei aufschießen. Gegen den amtierenden Deutschen Meister Weil am Rhein wird die Aufgabe im Viertelfinale nicht einfach, aber was bedeutet das schon? Im Viertelfinale hat es schon so manche Überraschung gegeben…
PSV Olympia Berlin (4. Patz Nord): Es freut mich besonders, dass mit dem PSV Olympia Berlin die überragende Mannschaft aus den Anfängen der Bundesliga wieder beim Finale dabei ist. Die vielen Bundesligatitel (insgesamt fünf) sind zwar schon lange her und Vergangenheit, aber mit diesem Team muss in der Zukunft wieder gerechnet werden. Mit Thorsten Dworzak hat noch ein Schütze aus dieser goldenen Ära bei zwei Wettkämpfen ausgeholfen. Eine solide Saison, immer wieder verstärkt durch die beiden internationalen Schützinnen Mathilde Lamolle/FRA und Chiara Giancamilli/ITA haben die Berliner die nötigen Siege erzielt und sind verdient bei ihrer 20. Finalteilnahme. Wenn es gelingt, die fünf bis sechs Erstplatzierten der Setzliste beim Finalturnier an den Start zu bringen, ist Berlin gegen den Südmeister Kelheim im Viertelfinale nicht chancenlos. Und dann, der Beginn einer neuen goldenen Ära? Jung genug ist das Team…
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